Ja, wo ist denn die Topform? Hernandez (re.) ist weiter auf der Suche.

© REUTERS/IVAN ALVARADO

Gruppe A
06/13/2014

Die Außenseiter wollen aus der Rolle fallen

Kamerun und Mexiko stehen gleich zum Auftakt unter Siegzwang.

Wenn zwei Außenseiter gleich zu Beginn aufeinander treffen, dann zählen die drei Punkte gar noch mehr als sonst. Mexiko und Kamerun sind in der Gruppe A mit Brasilien und Kroatien gefordert, denn beiden Teams hilft nur ein Sieg, um im Achtelfinal-Rennen ein Zeichen zu setzen. Sowohl der 15-fache WM-Starter, als auch die Afrikaner gehen am Freitag in Natal (18 Uhr MESZ) aber nicht allzu viel mit Selbstvertrauen in die Partie.

Mexikos Weg zur WM war äußerst mühsam, eine chaotische Qualifikation verbrauchte im Vorjahr gleich drei Teamchefs. Die Erwartungshaltung der Fans ist dementsprechend niedrig. Kameruns Team lieferte sich seinerseits bis vor wenigen Tagen einen Prämienstreit mit dem Verband. Die "unbezähmbare Löwen" sollen sich am Sonntag sogar geweigert haben, die Reise nach Brasilien anzutreten. Mit zwölfstündiger Verspätung landeten die Zentralafrikaner schließlich in Rio. Alles andere als eine optimale Vorbereitung auf solch ein Turnier.

"Das wichtigste Spiel ist das erste, die Burschen haben nur im Kopf, Kamerun zu schlagen", meinte Mexikos Teamchef Miguel Herrera vor der 50. WM-Partie von "El Tri" in der Arena das Dunas. Mit vier Zählern könnte der Aufstieg schon geschafft werden, rechnete der 46-Jährige vor. Nach der Auftaktpartie geht es für Mexiko am Dienstag gegen den Gastgeber, Kamerun spielt erst am Mittwoch gegen Kroatien.

Formtief

"El Piojo", die Laus, wie Herrera genannt wird, übernahm sein Heimatland im vergangenen Herbst als vierter Trainer der laufenden Qualifikation und verhinderte das erstmalige Scheitern in der Qualifikation seit der WM 1990. Nachdem zuletzt fünf Mal in Serie im Achtelfinale Endstation war, sei das Viertelfinale nun "Minimum", erklärte er. Dort stand Mexiko zuletzt bei der Heim-WM 1986. Die Skepsis der heimischen Anhänger untermauert auch die Formschwäche ihres Stars. Javier "Chicharito" Hernandez wird die WM trotz des Rummels um seine Person auf der Bank beginnen. Herrera verlässt sich gegen Kamerun lieber auf Oribe Peralta und Giovani dos Santos. Der 26-jährige Hernandez, mit 35 Treffern dritterfolgreichster Torschütze der Nationalelf, wollte seine Reservistenrolle nicht überbewerten.

Der 66-jährige Deutsche ist seit Juni 2013 Teamchef im Kamerun. Er muss sich auch gegen Legende Roger Milla behaupten, der lieber einen einheimischen Coach im Amt sehen würde. Finke, der in drei Sprachen – Englisch, Französisch und Deutsch – mit seiner Truppe kommuniziert, ist fest entschlossen, in Brasilien für Furore zu sorgen. "Wir wollen natürlich besser abschneiden als in Südafrika", betonte er vor dem Auftakt.

2010 setzte es auch aufgrund internen Streits um Eto'o und den nun beim FC Barcelona spielenden Alexandre Song drei Pleiten. Seit dem Viertelfinaleinzug 1990 hat Kamerun in 24 WM-Spielen überhaupt nur einen Sieg bejubelt. "Jetzt kann es eigentlich nur besser werden", meint Joel Matip.

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