Er lebe hoch: Angel di Maria stemmt Lionel Messi (li.).

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Gruppe F
06/27/2014

Argentinien: Zehn Irdische und einer vom Jupiter

Lionel Messi lässt sein Team träumen.

Die Messi-Manie interessiert ihn nicht. Auch das gehypte Torjäger-Duell mit Brasiliens Neymar beschäftigt Argentiniens Superstar Lionel Messi derzeit nicht. Nach seinem ersten richtig glanzvollen WM-Auftritt richtete der viermalige Weltfußballer seinen Blick gleich aufs Achtelfinale, in dem der Titelkandidat die Schweiz aus dem Weg Richtung Finale räumen will. "Von jetzt an darfst du dir keinen Fehler mehr erlauben", betonte Messi nach seiner Ein-Mann-Show beim 3:2 gegen Nigeria.

Einen Tag nach seinem 27. Geburtstag entzückte Messi in Porto Alegre die Massen: Der erste WM-Doppelpack seiner Karriere, das erste WM-Freistoß-Tor der Südamerikaner seit 32 Jahren und eine Gala bei seinem Fast-Heimspiel rund 1200 Kilometer von seiner Geburtsstadt Rosario entfernt. Scheinbar nur er allein kann diese Mannschaft, die ihre Defensivschwächen einfach nicht in den Griff bekommt, zum Titel führen.

Die Schwachstellen sind auch Trainer Alejandro Sabella trotz der Freude über den dritten Sieg nicht entgangen. "In der Defensive hatten wir Probleme", räumte er ein: "Wenn in der Runde der besten 16 die Dinge schlecht laufen, fährst du heim."

Torjägerduell

Ein Aus im Achtelfinale wäre für Messi trotz seiner vier Tore ein Desaster. Auch Brasiliens Star Neymar hat in der Vorrunde vier Mal getroffen. Das Rennen um die WM-Torjägerkrone ist bei Buchmachern ein Renner, aber für das ganz große Ziel stellt Messi persönliche Eitelkeiten hintenan. Für ihn zählt nur der Titel. "Wir wollen noch mehr", kündigte Messi an. "Wir verfolgen weiter den Traum, den wir haben."

Und an den wurden sie nach dem Rückflug ins WM-Camp bei Belo Horizonte spätestens nach dem Passieren des bewachten Eingangstores erinnert: "Für die Menschen, für den Ruhm, für die Geschichte", steht dort unter anderem auf einem der riesigen Motivationsbanner.

Zweifel bleiben. Die Abhängigkeit von Messi ist enorm. "Ohne ihn versinkt das Team in der Konfusion", schrieb La Nación. "Was wäre Argentinien ohne Lionel Messi? Es erschreckt, darüber nachzudenken." Die Zeitung Pagina12 nannte ihn eine "Traummaschine".

Vier der bisher sechs Tore Argentiniens bei der WM hat Messi erzielt. Diego Maradona hatte bei der Endrunde 1986, die mit dem bislang letzten WM-Gewinn für die Argentinier endete, fünf Treffer geschossen. Messi könnte diese Marke im Achtelfinale egalisieren. Auch von den insgesamt acht WM-Treffern des Exzentrikers ist er nicht mehr weit entfernt.

Nach zwei vergeblichen Anläufen 2006 und 2010 scheint Messi bei dieser WM endlich in Fahrt zu kommen. Oder wie es Nigerias Trainer Keshi hochachtungsvoll: "Messi ist vom Jupiter."

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