Thema
05.12.2011

Schutz vor Einbruch und Diebstahl

Alle 36 Sekunden wird irgendwo in Österreich eingebrochen. Die Hälfte der Opfer hatte keine Sicherheitsvorkehrungen getroffen. Diese Tipps schützen.

Jeden Tag wird in Österreich mehr als vierzigmal eingebrochen. Der Verlust persönlicher Wertgegenstände wiegt bei den Opfern schwer, noch mehr aber wirkt die psychische Belastung über das Eindringen Krimineller in die Intimsphäre der eigenen vier Wände, zeigt eine aktuelle Studie des Versicherungsverbands Österreich (VVO). "Abgesehen von materiellen Schäden bleibt den Geschädigten das abhanden gekommene Sicherheitsgefühl und das Wissen, dass jemand unbefugt in die eigenen vier Wände eingebrochen und in die Privatsphäre eingedrungen ist", erklärt VVO Präsident Dr. Wolfram Littich.

Eine aktuelle Befragung unter Einbruchsopfern, ausgeführt vom Kuratorium für Verkehrssicherheit (KFV), untermauert die VVO-Studie: 38 Prozent der Betroffenen empfinden die Vorstellung, dass ein Fremder in ihre Privatsphäre eingedrungen ist als schlimmsten Aspekt der Tat, gefolgt vom Eindringen in einen geschützten Raum (33 Prozent) und dem Diebstahl von persönlichen Gegenständen (29 Prozent).

Nach dem Einbruch, bleibt bei den Opfern ein Gefühl der Unsicherheit zurück. 86 Prozent der befragten Einbruchsopfer gab an, sich unmittelbar nach dem Einbruch in ihren eigenen vier Wänden nicht mehr sicher gefühlt zu haben. Vor allem die Angst, erneut Opfer eines Einbruchs zu werden, erzeugt Unsicherheit. "Die psychischen Folgen eines Einbruchs umfassen nicht nur ein beeinträchtigtes Sicherheitsgefühl, sondern führen oft auch dazu, dass sich das Leben der Opfer schlagartig ändert. Überempfindlichkeit gegenüber Geräuschen, Angst vor dem Alleinsein oder Schlafstörungen sind häufige Probleme, mit denen Betroffene nach einem Einbruch konfrontiert sind", erklärt Dr. Othmar Thann, Direktor des KFV. Für einige Einbruchsopfer führt das Erlebte zu einer traumatischen Belastung, die mitunter auch psychologisch behandelt werden muss. Im Extremfall kann es soweit führen, dass Personen umziehen.

"Wichtig ist, dass man sich nicht scheut, Hilfe in Anspruch zu nehmen. Gespräche mit vertrauten Personen aber auch mit Psychologen, die im Bereich der Opferhilfe tätig sind, helfen, die Einbruchserfahrung zu verarbeiten. Setzt man sich mit seinen Ängsten auseinander, fällt es leichter, sich in den eigenen vier Wänden wieder wohl zu fühlen", empfiehlt Thann.

Keine Sicherheitsvorkehrungen

Fast 50 Prozent der Einbruchsopfer hatten keine Sicherheitsvorkehrungen für ihre Abwesenheit getroffen, wie ein Sicherheitsschloss zu installieren oder eine Alarmanlage zu aktivieren, geht aus der VVO-Studie hervor. "Viele Menschen handeln erst, wenn bereits eingebrochen wurde. Dabei können einfache Präventionsmaßnahmen im Vorfeld das Risiko, Opfer eines Einbruchs zu werden, verringern", betont Littich. Eigeninitiative und Veränderungen der Gewohnheiten im eigenen Verhalten seien das beste Mittel, um sich und andere vor Diebstahl zu schützen.

Sicherheits-Checkliste

- Einstiegshilfen wie Gartenmöbel, Leitern oder Kisten sowie Werkzeug wegräumen,
- Türen immer absperren und Fenster schließen - ein gekipptes Fenster ist für einen Einbrecher ein offenes Fenster,
- Alarmanlage aktivieren,
- Keine Schlüssel unter Fußmatten, Steinen oder Blumentöpfen verstecken - hier sehen Einbrecher als erstes nach,
- Ein üppig bepflanztes, uneinsichtiges Grundstück macht einen ungestörten Einbruch einfacher,
- Fest in der Wand verankerter Tresor für Wertsachen,
- Überblick behalten, wer über einen Schlüssel für die eigenen vier Wände verfügt - bei seriösen Herstellern von Sicherheitstechnik werden Schlüssel für bezugsberechtigte Personen nur gegen Legitimationsnachweise gefertigt,
- Wichtig ist auch ein guter Nachbarschaftskontakt. Wer weißt, was vorgeht, kann ungewöhnliche Aktivitäten erkennen und diese der Polizei sofort melden.

Bei längeren Reisen oder Abwesenheiten

- Keine Informationen über die Dauer der Abwesenheit oder den Aufenthaltsort am Anrufbeantworter hinterlassen - am besten ausschalten,
- Haus oder Wohnung sollten bewohnt erscheinen - Postkasten von Freunden oder Nachbarn leeren und Werbesendungen von der Tür entfernen lassen,
- Nach- oder Unterbrechungsauftrag für Abos vereinbaren,
- Im Winter für Schneeräumung sorgen,
- Wertgegenstände in einem Bankschließfach deponieren.