© KURIER/Gilbert Novy

Ausflug
09/29/2016

Wasser, Gas und Strom: das Lernhaus bei der EVN

Ein Tag voller Höhepunkte. 17 Schüler vom Lernhaus Gänserndorf besuchten den Ottensteiner Stausee und das Kraftwerk Theiß.

"Fahren wir jetzt in den Urlaub?" fragte eines der 17 Lernhaus-Kinder ganz aufgeregt. Eine zweistündige Fahrt mit dem Bus ist für viele der Gänserndorfer Schüler eine weite Reise. Dabei war es "nur" ein Ausflug, den die Schüler am vergangenen Samstag gemacht haben. Ausgangsort war die Volksschule Gänserndorf, die Ziele der Ottensteiner Stausee sowie das Wärmekraftwerk in Theiß in der Nähe von Krems.

Im Bus wurde gekichert, gelacht und durcheinandergeredet. "Die Kinder waren einfach aufgeregt", erzählt Lernhaus-Betreuerin Miriam Schneider. Schnell realisierte sie auch, wie schwierig die Orientierung für ihre Schützlinge ist. "Einige haben mich gefragt, ob wir in Wien sind".

Nein, nicht Wien, sondern Ottensteiner Stausee. Hier beeindruckten die Buben und Mädchen am meisten die riesigen Mauern, die die Wassermassen trennten. "Dahin mussten wir über eine Stiege steigen und es war ziemlich dunkel", erzählt Miguel anschließend. Was Energie bedeutet, konnten die Lernhauskinder spüren und sehen, als das Wasser in die Tiefe brauste und die Turbinen antrieb.

Am besten gefallen hat den Ausflüglern allerdings die Bootsfahrt auf dem Stausee. "Und das bei strahlendem Sonnenschein, fast ganz ohne Wind, wie wir das aus Gänserndorf kennen", freut sich Shevin. Danach wurden alle von der EVN zu Hühnerschnitzel oder Gemüselaibchen eingeladen. "Super war das Eis am Schluss", sagt Shevin. Mit vollem Bauch setzten sich die 17 Kinder in den Bus. Weiter ging’s nach Theiß.

Kinder unter Strom

Im Wärmekraftwerk Theiß wartete EVN-Mitarbeiter Martin Fries auf die Kinder, zu denen er sofort einen guten Draht hatte. Im Besucherzentrum zeigte er ihnen als Erstes die Kraftwerksmaskottchen: Kaninchen, die frei über das Gelände hoppeln. Danach setzte Fries seine Besucher unter Strom – im wahrsten Sinne des Wortes. Die Kinder fassten ein Drahtseil an, an dem sie ein Gefühl dafür bekamen, wie sich zum Beispiel fünf Volt anfühlen. "Das kribbelt ganz schön", sagte ein Bub. Noch mehr kribbelt ein elektrischer Weidezaun.

Fühlen, sehen und schmecken, das war an diesem Tag, das unter dem Thema "Energie" stand, ganz wichtig. So "kosteten" Alejandro und seine Freunde die Metallstäbe einer Batterie: "Ganz schön sauer", war ihr Urteil. "Das stinkt aber ganz grauslich", war dagegen Miguels Kommentar zum Gas-Geruch. Der stieg ihm in die Nase, als er an einem Papier rubbelte, das Fries ihm schenkte: "Gas riecht eigentlich nicht. Der Stoff wird nur dazugemixt, damit man es riecht, wenn er wo rausströmt", erzählt der kleine Bub stolz und zeigt so, was er an dem Tag alles gelernt hat.

Nach so viel Theorie wurde es praktischer. Die Kinder durften sehen, wie das Kraftwerk von innen aussieht. Mit einem Lift ging es ganz nach oben – aufs Dach der Anlage. Von hier aus sahen sie nicht nur die Donau, sondern erlebten auch, wie groß die Gasturbinen sind, die für den elektrischen Strom sorgen. Eine der Turbine nennen Martin Fries und seine Kollegen liebvoll ,Michaela‘. "Die könnt ihr so ähnlich vorstellen wie die Turbine eines Flugzeugs. Damit erzeugen wir Energie." Eine Energie, die auch an den Temperaturen zu spüren war – trotz Isolation war die Hitze, die sie produziert, bemerkbar. Wärme, die man nutzen kann: "Über ein Fernwärmesystem beheizen wir einige Häuser in der Nähe", erzählt Fries.

Strampeln für Carrera

Groß war der Andrang bei der Autorennbahn. Alle wollten einmal treten, um eines der drei Carrera-Autos in Bewegung zu setzen. Sie strampelten auf einem von drei Ergometern und beobachten, dass das Autor umso schneller wurde, je fester sie in die Pedale traten. Nur Alejandro war etwas enttäuscht: Seine Beine waren noch zu kurz für das Rad.

Am Abend waren dann alle abgestrampelt – nicht nur vom Radfahren: "Auf der Heimfahrt im Bus war nichts mehr von Aufregung zu spüren. Da waren alle so müde, dass sie eingeschlafen sind", erzählt Betreuerin Miriam Schneider.

Das Projekt Lernhaus in Gänserndorf wird durch das Bundesministerium für Europa, Integration und Äußeres (ko-) finanziert.

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