Kitzbüheler Alpen: Pisten statt Promis

Foto: Albin-Niederstrasser

Hinter der Jet-Set-Fassade der Region versteckt sich eines der beeindruckendsten Wintersport-Gebiete Österreichs. Ein Lokalaugenschein.


Genau lässt er sich leider nicht mehr bestimmen, jener Zeitpunkt, an dem den Wintersportlern der Blick für das Wesentliche verloren ging. Als in Kitzbühel plötzlich nicht mehr die Größe des Skigebiets oder der Zustand der Pisten, die Schneesicherheit oder das beeindruckende Alpen-Panorama Gesprächsthema waren.
Sondern Karl-Heinz und Fiona.

Zeit also für eine Besinnung auf des Pudels Kern, den Wintersport. Und da bleibt einem Ostösterreicher - nichts gegen den Semmering - schnell einmal die Luft weg: Insgesamt zehn zusammenhängende Skigebiete erstrecken sich über die Kitzbüheler Alpen, jedes davon ist interessanter als der in Prada gehüllte Jetset in den Tälern.
1067 Pistenkilometer können in der Hauptsaison befahren werden, davon sind 811 Kilometer künstlich beschneit - ein weißes Band, so lang wie die Strecke von Wien nach Zürich.

Die Pisten

Der Clou: Das gesamte Gebiet ist mit einem Skipass, der "AllStarCard", befahrbar. Soweit die nackten Zahlen. Doch wie fährt es sich in dem größten Skigebietverbund Österreichs?
Zum einen: einfach. Die überwiegende Mehrheit der Strecken ist für die breite Masse präpariert. Sehr viele blaue Abfahrten, darunter auch etliche, die offiziell als "rot" gelistet werden. Weil die Pisten großteils über Almwiesen führen, sind sie besonders eben - ideale Voraussetzungen für Carver mit großem Radius, die gerne weite Bögen von einem Pistenende zum anderen ziehen.

Zum anderen funktioniert die Pistenpräparierung in der Region erstaunlich gut.
Der KURIER testete die Abfahrten zum denkbar ungünstigsten Zeitpunkt: Nach mehreren Regentagen und Temperaturen um die 15 Grad plus. Während sich die umliegenden Berghänge grün färbten, blieben die beschneiten Pistenstreifen bis etwa 14 Uhr in gutem Zustand.

Noble Chalets

Dass einen der Luxus dann doch irgendwann einholt, ist etwas, womit man in der Region leben muss. Zumindest dann, wenn man sich in einem der besonders gefragten Chalets in Kirchberg bei Kitzbühel niederlässt.
Brandneu sind die seit Dezember geöffneten Maierl-Chalets. Die fünf noblen Hütten reihen sich um das gemütlich-feine Ski-Restaurant Maierl-Alm. Jedes Chalet bietet Platz für maximal acht Personen und ist mit Küche, Privatsauna und Outdoor-Whirlpool ausgestattet. Nur das Hallenbad müssen sich alle Gäste der Chalets teilen.
Relaxt man nach dem Saunieren im Outdoor-Whirlpool, hat man übrigens einen ausgezeichneten Blick auf das Wesentliche: auf die famose Piste, an der die Chalets liegen.

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(kurier) Erstellt am
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