Style 16.04.2012

Verlobung: Pro & Contra

Grell, gell: Heidi Klums gelber Diamantring von ihrem Ex-Mann. © Bild: AP

Wie angesagt ist die voreheliche Probezeit noch?

PRO:

Es spielt keine Rolle, wie emanzipiert man ist. Ein Mal im Leben möchte jede Frau Prinzessin sein. Und dazu gehört das Ritual der Verlobung. Dabei geht es nicht nur um ein Versprechen. Man will der Welt zeigen, wie glücklich man ist – endlich angekommen bei dem "Einen".

Und dann gilt es, seine Freundinnen zu treffen – ganz "Sex & the City"-like. Um ihnen den Ringfinger entgegenzustrecken, beneidet zu werden, begleitet von dezentem Glücks-Gekreische.

Jede Frau hat Vorstellungen vom perfekten Antrag, meist romantischer Natur.

Und jetzt eine persönliche Beichte: Egal, ob man Heidi Klum mag oder nicht – ich war verdammt eifersüchtig auf ihren Ring. Einen gelben Diamanten in Form eines ovalen Zehn-Karäters, kolportierter Wert 420.000 Euro. Da der Diamant völlig außer Reichweite stand, entschied ich mich für den Klassiker, den "Engagement"-Ring von Tiffany & Co. So hauchte ich mein "Ja", und bei jedem Flirtversuch spielte ich kokett mit meinem Ringfinger. Und signalisierte ohne Worte dem Gegenüber mit Stolz: "Ich bin bereits glücklich vergeben."Jasmin Schakfeh

CONTRA:

Mit Versprechen war ich stets vorsichtig. Kaum ausgesprochen, neigen die nämlich dazu, sich von der guten Absicht zu emanzipieren. Ich glaube, das geschieht, weil sich die Zukunft nur ungern vereinnahmen lässt. Das Leben ist Bewegung – als Folge von Ursache und Wirkung. Deshalb kommt es oft anders als gedacht. Ich lebe lieber in der guten Absicht – ein Ziel vor Augen. Aber stets bereit, umzudenken. Eine Verlobung (auch: Verlöbnis) gilt als Symbol für das Versprechen, mit jemandem eine Ehe einzugehen. Zugegeben, das klingt romantisch. Das klingt nach Cinderella und einer tollen Party, nach Schampus und aufgeregten Freundinnen. Und nach einem tollen Ring. Aber ich frage mich: Weshalb muss ich dem Liebsten auf diese Weise zusichern, dass ich ihn heiraten werde? Wenn ich mir sicher bin, den anderen so zu lieben, dass ich es mehr als nur ein paar Monate mit ihm aushalten kann – dann, ja dann heirate ich ihn doch gleich! Mir kommen Verlobungen vor wie das Amuse gueule zu einem 12-Gänge-Menü. Ein bissl Vorgeschmack, aber nix dahinter. Gabriele Kuhn

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( kurier.at ) Erstellt am 16.04.2012