Trag den "American Dream"

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Fast-Fashion: Junge, aktuelle Mode zu supergünstigen Preisen und ein Bibelzitat auf den Sackerln. Forever 21 mischt den Markt auf.

Forever 21 ist die amerikanische Antwort auf europäische Modeketten wie H&M, Zara oder Topshop. Die Erfolgsgeschichte der US-Kette und dessen Gründer liest sich wie der klassische "American Dream". Der ursprünglich aus Südkorea stammende Do Won-Chang, der 18-jährig in die USA emigrierte, jobbte als Tankwart. Damals fiel ihm auf, dass die Menschen mit den teuersten Autos aus der Textilbranche waren. Heute betreiben der Selfmade-Milliardär "Don" Chang und seine Familie eine der erfolgreichsten Modeketten der Welt. Der KURIER traf seine Tochter Linda Chang zum Talk in Wien.

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KURIER: Einer Ihrer ersten Stores in Europa ist in Wien. Warum?

Linda Chung: Wien ist eine Stadt, die sich sehr dynamisch entwickelt - sie ist "fashion forward". Ein wichtiger Standort, um auch Kunden aus Ungarn, Tschechien und der Slowakei zu erreichen.

In Europa ist Forever 21 noch nicht so bekannt. Wie lange hat Ihre Familie gebraucht, um das Unternehmen aufzubauen?

Es gibt uns schon 27 Jahre - eine ganze Weile. Die ersten Shops hatten wir in Los Angeles, mittlerweile sind es fast fünfhundert. Wir haben die richtige Ware, zum richtigen Zeitpunkt, zu einem tollen Preis.

Ihre Läden erstrecken sich über 20000 bis 4000 Quadratmeter - die Dimension eines Kaufhauses. Ist Gigantomanie Teil des Erfolgs?

Wir bieten ein gigantisches Shopping-Erlebnis und haben damit die Erfahrung gemacht, dass unsere Kunden es lieben. Ein Grund, weshalb wir unsere Produktpalette immer wieder erweitert haben. Man kann sich bei uns von Kopf bis Fuß einkleiden.

Stichwort Fast-Fashion. Wie schnell muss man sein, um die Käufer bei Laune zu halten?

Wir führen Millionen Modelle und wechseln diese laufend. Jeden Tag kommen neue Kleider in die Läden - mehr als 100 neue Looks pro Woche. Dafür ist die Auflage nicht riesig. Wenn Freundinnen zusammen einkaufen gehen, ist die Auswahl so groß, dass jede genau ihr Kleid findet und nicht hundert Menschen mit demselben Teil herumlaufen.

Führen Sie in Europa ähnliche Produkte wie in den USA?

Ja. Heutzutage macht es keinen Unterschied, ob man in Japan, Asien, den USA oder in Europa lebt - die Trends sind weltweit ähnlich. Das hat sich in den letzten Jahren sehr verändert. Die Menschen sind sehr gut informiert, die Shows gibt es fast zeitgleich im Internet zu sehen. Modetrends werden zunehmend globaler.

Wo entstehen Ihre Kollektionen?

Unser Designteam sitzt in Los Angeles. Einen Teil unserer Modelle produzieren wir selbst, der andere Teil wird zugekauft. Unsere Lieferanten sind auf der ganzen Welt verstreut.

Ihre Preise sind sehr moderat. Wie viel kostet Ihr teuerstes Stück?

Momentan ist das eine Herrenjacke um 47 Euro.

Wie sieht es mit den Mitbewerbern aus? Es ist ein umkämpfter Markt.

Standorte neben den Mitbewerbern zu haben, ist sinnvoll. Es zieht Käufer an und steigert die Frequenz. Außerdem unterscheiden wir uns im Angebot und auch im Shopdesign.

Was ist die Stärke von Forever 21?

Wir sind ein Familienunternehmen geblieben. Das ist Teil unseres Erfolgs. Meine Schwester betreut das Werbe-Department, ich bin für Marketing zuständig, meine Mutter leitet den Design- und Einkaufsbereich und mein Vater ist der CEO. Wir können schnell und flexibel reagieren. Neue Ideen werden rasch umgesetzt.

Sie eröffnen gerade einen Shop nach dem anderen in Europa. Warum haben Sie sich so lange Zeit gelassen?

Dublin und Birmingham sind schon eröffnet. London, Barcelona, Brüssel folgen in Kürze. Wir haben übrigens schon vor zehn Jahren gestartet, als wir uns nach geeigneten Immobilien umgesehen haben. Wir wollten ausschließlich Top-Lagen.

ERÖFFNUNG: 7. Mai, 1060, Mariahilfer Straße 47 und im Juli auf der Kärntner Straße 9.

(kurier / Nicole Adler) Erstellt am
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