Style
16.05.2018

Teure Übergrößen: Konsumentinnen prangern "Steuer für Dicke" an

Die Modekette New Look sieht sich mit Kritik konfrontiert, weil sie Bekleidung in großen Größen teurer verkaufte.

New Look, eine der größten Modeketten in England, hat angekündigt, sicherzustellen, dass "derartige Preisunterschiede" künftig nicht mehr vorkommen. Damit reagiert das Unternehmen auf Kundenkritik, die sich gegen höherpreisige Kleidung in größeren Größen richtet. Wie die BBC berichtet, entdeckten User im Online-Shop der Modemarke Hosen, die für kurvige Frauen angeboten wurden. Diese waren im Schnitt 15 Prozent teurer als ähnliche Hosen, die nicht Teil der der "Kollektion für Kurvige" waren.

Daraufhin entbrannte im Netz eine Debatte darüber, ob es in Ordnung sei, die Preise bei höherem Materialverbrauch derart anzuheben. Einige User finden dies nicht problematisch, andere prangern die "Sondersteuer für Dicke" an.

 

Im Interview mit der BBC für die Sendung "Victoria Derbyshire" sagte Plus-Size-Model Nyome Nicholas-Williams, dass sie höhere Preise als diskriminierend empfinde: "Manche Menschen suchen sich nicht aus, welche Kleidergröße sie haben – oder welche Körpergröße. Wenn man extra dafür bezahlen muss, fühlt es sich so an, als würde einem nahegelegt, abzunehmen."

Anna Scholz, eine Designerin für Übergrößenmode, gab in der Show zu bedenken, dass es sehr wohl Materialgrenzen gebe und man teilweise doppelt so viel Stoff brauche, um dasselbe Shirt in einer Übergröße herzustellen.

New Look hat auf die Kritik jedenfalls reagiert und angekündigt, die "Preisstruktur unserer Plus-Size-Kollektion zu überarbeiten" – im Sinne der "Konsumenten und des Unternehmens".