Style 27.02.2018

Swatch-Jubiläum: Die "Zweituhr" wird 35

Die farbenfrohen Uhren markierten einen Wendepunkt in der Uhrmacherei. © Bild: REUTERS/Leonhard Foeger

Mit dem günstigen Kunststoffchronometer nahm die Mode am Handgelenk Platz.

Bis zur Vorstellung der ersten Swatch im Jahr 1983 war die Schweizer Uhr der Inbegriff eines handgefertigten Meisterwerks von hohem Wert, das einen ein Leben lang begleitete. Mit der "Second Watch", der "Zweituhr" aus Plastik, nahm die sich ständig erneuernde Mode am Handgelenk Platz. Am Donnerstag (1. März) wird die Swatch-Uhr 35 Jahre alt.

Die farbenfrohen Chronometer markierten einen Wendepunkt in der Uhrmacherei. Die bedeutendste Veränderung, die das Geschäftskonzept des 2012 verstorbenen Gründers Nicolas G. Hayek herbeigeführt hat, war die veränderte Wahrnehmung in Bezug auf Uhren. Sie wurden zu einem modischen Accessoire.

Konkurrenz aus Asien

Diese Idee platzte in eine Zeit, in der es in der Schweizer Uhrenindustrie kriselte. Bis in die späten 1970er-Jahre galt jede Uhr als ein Produkt jahrhundertealten Wissens, das von Generation zu Generation weitergereicht wurde. Dann aber halbierten sich die Exporte, blickte die Swatch Gruppe in einer Aussendung auf diese Gründungsjahre zurück. Der weltweite Marktanteil sei von mehr als 50 auf gerade noch 15 Prozent eingebrochen - die Konkurrenz aus Asien in Form günstiger Quarzuhren machte der Schweizer Branche schwer zu schaffen. "Die Schweizer Uhrmacher schienen plötzlich vom Aussterben bedroht."

Hayeks "Second Watch" sollte deshalb kein teures Wunderwerk sein, sondern eine einfache Uhr aus Plastik, die sich den Trägern in ihrem Design anpasst. Da der Preis stimmte, leisteten sich viele Kunden neben der Zweituhr dann bald auch eine Dritte oder Vierte. Im Jahr 2006 feierte das Unternehmen, das heute von Nicolas Hayek Jun. geführt wird, die Produktion der 333-millionsten Swatch-Uhr. Die Weltmarke ist dafür bekannt, die Trends der Straße, der Modewelt und des Sports widerzuspiegeln. Die verwendeten Materialien reichen mittlerweile von Plastik über Edelstahl und Aluminium bis zu Kunstfasern, Gummi und Silikon.

Seit den Anfängen gepflegt wird die Zusammenarbeit mit zeitgenössischen Künstlern wie Keith Haring, Agatha Ruiz de la Prada, Brian Eno, Annie Leibovitz, Mimmo Rotella, Nam June Paik, Pedro Almodovar, Philip Glass und Markus Linnenbrink. Zum 35. Jubiläum designte der italienische Künstler Ugo Nespollo ein Sondermodell.

( Agenturen , kurier.at , ege ) Erstellt am 27.02.2018