Wer ein perfektes Lächeln hat, gilt in den USA als erfolgreich

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Einmal lächeln, bitte
10/17/2016

Zähne: Neues Statussymbol der Österreicher

In den USA ist ein perfektes Gebiss Pflicht. Auch in Österreich werden Bleaching und Co. immer beliebter.

von Maria Zelenko

Amerika ist das Land der unbegrenzten Möglichkeiten – auch im kosmetischen Bereich. Neben chirurgischen Eingriffen und einem straffen Sportprogramm hat es den Einwohnern von Los Angeles bis New York vor allem eine Methode der Selbstoptimierung angetan: Bleaching. "Schöne Zähne sind in den USA ein Statussymbol", sagt Erik Thaller im Gespräch mit dem KURIER. Laut dem Zahnarzt würde ein weißes und gerades Gebiss dort mit Erfolg assoziiert. Ein durch Kaffee- und Nikotinkonsum vergilbtes Lächeln sei deshalb absolutes No-go. Kein Wunder, dass die Zahnaufhellung der beliebteste kosmetische Eingriff ist. Auch in Österreich lässt man sich immer öfter die Beißerchen perfektionieren – vorausgesetzt das nötige Kleingeld ist vorhanden.

Zahnbleaching-Boom

In den vergangenen fünf Jahren sei in seiner Ordination die Nachfrage nach Zahnaufhellungen um 200 Prozent gestiegen, so Harald Fahrenholz vom Wiener Zentrum für Zahnästhetik. 80 bis 90 Prozent der Patienten seien Frauen. "Vor allem junge Kundschaft, die es eigentlich gar nicht nötig hätte, kommt vermehrt zu uns", sagt der Experte. "Sie wollen nicht nur ihre Haare und Nägel, sondern auch die Zähne perfekt haben." Der Besuch beim Zahnarzt würde immer mehr wie zu einem Termin im Kosmetiksalon.

Die steigende Nachfrage nach zahnärztlichen Behandlungen, die nicht gesundheitlich indiziert sind, ist primär auf Hollywood zurückzuführen. Dort sind ultraweiße Zähne kein Luxus, sondern normal. Denn: HD-Kameras und Nahaufnahmen machen perfekte Zähne zu einem Muss für Schauspieler, Sänger und sogar Politiker.

Das Aufhellen mittels Wasserstoffperoxid-Gel ist jedoch nur der Anfang: "Vor allem Prominente lassen sehr gerne Veneers machen", weiß Thaller. Die hauchdünnen, lichtdurchlässigen Keramikschalen werden auf die Frontzähne geklebt und können von kleinen Zahnlücken über starke Verfärbungen bis zu abgebrochenen Ecken so ziemlich jeden Makel kaschieren. Werden sie von einem erfahrenen Arzt angebracht, ist das Endergebnis nicht von "echten" Zähnen unterscheidbar."Sobald Veneers einmal angeklebt sind, halten sie ewig", sagt Fahrenholz. "Man muss sich keine Sorgen machen, dass irgendwann etwas abbricht."

Luxusauto im Mund

Ein Schnäppchen sind solche Korrekturen freilich nicht. Das Bleaching schlägt bei Fahrenholz mit 130 Euro pro Sitzung zu Buche. Bei Veneers beginnen die Preise bei 1200 Euro – pro Zahn versteht sich. Will man ein komplett neues Gebiss machen lassen, belaufen sich die Kosten für den gesamten Mund schnell in der Preisklasse eines Luxusautos. Sowohl in den USA als auch in Österreich müssen diese Leistungen privat bezahlt werden.

Wer sich kein Bleaching beim Profi leisten kann oder will, kann zu Aufhellungssets für Zuhause greifen. Dergleiche Effekt wie beim Arzt darf jedoch nicht erwartet werden: "Diese Produkte sind so niedrig dosiert, dass man nicht um mehrere Farbnuancen aufhellen kann", erklärt Thaller. Schaden könne man mit der Do it yourself-Variante den Zähnen nicht.

Wie bei vielen kosmetischen Eingriffen, könne es jedoch auch hier zu Nebenwirkungen kommen: "Nach der Behandlung können die Zähne mit Sensibilität reagieren. Deswegen ist es wichtig, niedrig dosiert zu starten und erst später stärker zu bleichen." Ob beim Arzt oder mit Produkten aus der Drogerie – die Entscheidung bleibt letztendlich eine Frage des Budgets. In den USA ist sie längst zum Milliardengeschäft geworden.

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