Style
22.11.2017

Kuriose Erfindung: Kosmetik speziell für Raucher

Wolfgang Volvoda will mit Anti-Aging-Cremen für Nikotin-Konsumenten das große Geld machen. Von Political Correctness möchte er nichts wissen.

Das junge österreichische Unternehmen Smoke Line wartet mit einer angeblichen Innovation auf: eine Kosmetiklinie, die gezielt auf die Bedürfnisse von Raucherinnen und Rauchern abgestimmt ist. Mit natürlichen Wirkstoffen sollen die Auswirkungen des Nikotinkonsums auf die Haut reduziert und dadurch vorzeitiger Hautalterung vorgebeugt werden.

Bestes Anti-Aging noch immer Nikotinverzicht

Faltige Haut ist nicht nur eine Folge von genetischen Veranlagen und äußeren Einflüssen wie zu intensiver Sonneneinstrahlung. Auch Nikotinkonsum trägt in großem Ausmaß dazu bei. Durch Nikotin werden Elastin und Kollagen abgebaut, die Haut verliert so ihre Elastizität. Große Mengen freier Radikale und verengte Blutgefäße schaden dem Hautbild. Kohlenmonoxid im Blut erschwert zusätzlich die Sauerstoffaufnahme. Das Resultat ist vorzeitige Hautalterung.

"Um vorab eines klarzustellen: Eine gesunde Lebensweise – kein Nikotin, ausreichend Schlaf, ausgewogene Ernährung und viel Sport – ist ganz sicher die beste Anti-Aging-Strategie", sagt Firmengründer Wolfgang Valvoda. "Aber für manche ist dies ein Ideal, das schwer zu erreichen ist. Und viele wollen, trotz zunehmender Rauchverbote, dennoch nicht auf ihre Zigarette verzichten."

Er sei selbst Raucher und wollte seiner Haut etwas Gutes tun. "Aber eine speziell auf Raucher abgestimmte Kosmetik gab es bislang nicht auf dem Markt." Das war der Startschuss für die Entwicklung von Smoke Line. "Mit gezielter Pflege, so seine Überzeugung, lassen sich die schädlichen Auswirkungen des Rauchens auf die Haut reduzieren. "Natürlich im Rahmen der erlaubten Wirkung von Kosmetik", ergänzt Valvoda.

Darf man eine eigene Kosmetiklinie für Raucher heutzutage noch guten Gewissens produzieren? Warum gab es bisher och keine Kosmetik speziell für Raucher? Wolfgang Valvoda ist überzeugt, dass Political Correctness der Grund dafür ist. Konzerne bemühen sich immer stärker um ein sauberes Image, und da passt Nikotinkonsum heute nicht dazu. "Rauchen ist tabu, Raucher und Raucherinnen werden aus der Öffentlichkeit verdrängt. Es hat mir viel Mut und Idealismus abverlangt, um entgegen diesem Trend Smoke Line zu entwickeln und zu produzieren", so Valvoda. Und auf die Frage, ob das in Zeiten von Anti-Raucher-Kampagnen noch zulässig ist, lautet seine Antwort: "Ja, gewiss, weil ich an Selbstbestimmung glaube und Eigenverantwortung schätze. Und die genussvolle Zigarette zum Kaffee."