Style
24.01.2017

Wer kauft die sündhaft teuren Couture-Kleider?

Kreationen, die bis zu 100.000 Euro kosten können, werden derzeit in Paris gezeigt. Leisten können sich diese nur wenige.

In Paris werden dieser Tage einige der teuersten Kleider der Welt im Zuge der Haute Couture-Woche präsentiert. Christian Dior, Chanel und Valentino gehören zu den Highlights des Modespektakels, welches zweimal jährlich stattfindet.

Im Vergleich zu den Prêt-à-Porter-Kollektionen, die ein halbes Jahr später von der Stange gekauft werden können, werden die gezeigten Unikate maßgeschneidert. Handarbeit und die edelsten Materialien stehen bei der Haute Couture (französisch bei "gehobene Schneiderei") im Mittelpunkt. Welches Modehaus zur Haute Couture zählt, entscheidet der Verband "Chambre Syndicale de la Couture Française". Nach von ihm festgelegten Kriterien wird jährlich überprüft, ob die Designer ihre Produkte als Haute Couture bezeichnen dürfen.

20 Personen, 700 Stunden

Als Begründer der Haute Couture gilt Charles Frederick Worth. 1858 gründete der Brite in Paris das "Maison Worth" als erstes Modehaus. Worth ließ als Erster seine Garderobe von Mannequins in spektakulären Modenschauen präsentieren. So konnten bereits im 19. Jahrhundert gut betuchte Damen mit eigens für sie angefertigten Kleidern vermeiden, dass jemand im gleichen Outfit bei einem Event erscheint.

Bis zu 700 Stunden brauchen die Näherinnen, die "petites mains" genannt werden, für ein Kleid. Bei bis zu 20 Personen, die zeitgleich an einer Kreation arbeiten müssen, schlägt sich der hohe Aufwand natürlich auch im Preis nieder. Ab ca. 9000 Euro ist ein Alltagslook erhältlich, Abendkleider können bis zu 100.000 Euro kosten.

Kleiner Kreis an Kunden

Einst waren es Französinnen aus guten Kreisen, die sich die eigens für sie angefertigten Kleider leisteten. Heute gibt es weltweit schätzungsweise 2000 Frauen aus China, Russland und dem mittleren Osten, die sich Haute Couture-Kleider leisten wollen und können. Jene Entwürfe, die man auf roten Teppichen sieht, werden von den Modehäusern an Stars verliehen - und dienen deshalb nur Werbezwecken.