Style
11.10.2018

Werbung wegen "ungesundem untergewichtigem" Model verboten

In England wird die Ausstrahlung eines TV-Spots der Modemarke Nasty Gal gestoppt.

Nasty Gal, eine junge Modekette aus den USA, darf seinen aktuellen Werbespot nicht mehr ausstrahlen. Die Advertising Standards Authority (ASA), die in Großbritannien den Werbebereich reguliert, hat Aufnahmen, auf denen eine "ungesunde untergewichtige" Frau in einem Badeanzug zu sehen ist, verboten. 

Aufmerksamkeit auf Dünnheit

Im 30-sekündigen Spot ist eine große Blondine beim Sonnen und Tennisspielen zu sehen. Am Ende sprüht sich ihr Gesicht ein, wobei ihr Rippenbogen deutlich sichtbar wird. Laut BBC gingen bei der ASA 22 Beschwerden von Zusehern ein, die laut der Werbeaufsicht gerechtfertigt waren. "Zwar schienen die Proportionen der Frau in der Werbung in Ordnung, jedoch gab es spezifische Szenen, die aufgrund der Posen die Aufmerksamkeit auf ihre Dünnheit lenkten", lautete das offizielle Statement der ASA.

Die Werbung sei deshalb "unverantwortlich" und sollten in der derzeitigen Form nicht mehr ausgestrahlt werden. Nasty Gal verteidigte die Auswahl des Models. Dieses wiege 61 Kilogramm bei einer Größe von 1,72 Meter, was einem gesundem Body Mass Index (BMI) entspreche. Man wolle Body Positivity und Diversität promoten und das Model sei bei einer der führenden Agenturen unter Vertrag, die großen Wert auf die Gesundheit der Models legen. Auf Youtube ist das Video mit dem Werbespot derzeit noch aufrufbar:

Dass mit der ASA nicht zu scherzen ist, musste auch Gucci 2016 lernen. Damals wurde ein Werbespot des italienischen Luxusmodehauses in Großbritannien verboten, weil das Model laut der Werbeaufsicht deutlich zu dünn war. Das Label wehrte sich damals gegen das Verbot, indem es sagte, dass Dünnsein eine "subjektive Sache" sei (mehr dazu hier). Auch das Modehaus Saint Laurent musste in der Vergangenheit bereits eine Werbung zurückziehen.