Style
11.04.2012

Eine Flasche im Mario Wagner Stil

Der deutsche Künstler hat der neuen Sonderedition von ABSOLUT Vodka einen kunstvollen Look verpasst. Mit KURIER sprach er über sein aktuelles Werk, seine Inspirationsquellen und die Zukunft.

Ufos, Häuser und Astronauten - ABSOLUT Vodka hat einen neuen Look: Der deutsche Künstler und Illustrator verpasste der neuen Sonderedition (seit Anfang April im gut sortierten österreichischen Lebensmittelhandel erhältlich) ein vom All inspiriertes Artwork. KURIER stand er Rede und Antwort:

KURIER: Sie habe die neue Limited Edition von ABSOLUT Vodka gestaltet. Eine ungewöhnliche Tätigkeit, wieso haben Sie zugesagt?
Mario Wanger:
Wieso nicht? (lächelt) Die erste Zusammenarbeit für die ABSOLUT Blank Kampagne war durchaus erfolgreich und man hat mich gefragt, ob ich mir das erste Design als Falsche vorstellen könnte. Da konnte ich schwer nein sagen.

Wie sind Sie an die Sache herangegangen?
ABSOLUT hat mir für die Kampagne alle erdenklichen Freiheiten gelassen und mich gebeten meinen Mario Wagner Stil auf die Leinwand zu bringen. Das Design der ursprünglichen ABSOLUT Blank Kampagne war dann technisch leider nicht als Limited Edition umsetzbar und so habe ich eine inhaltliche Fortsetzung der ersten Illustration gestaltet, die nun als erste Blank Edition erschienen ist.

Was ist auf der ABSOLUT Blank Wagner Edition zu sehen?
Eine recht karge Landschaft eines Planeten, der nicht weiter definiert ist, ein allsehendes Auge, das von hinten durch die Flasche hindurch schaut, ein Astronaut der entgegen der physikalischen Voraussetzungen etwas sagt, eine Sprechblase hat. Was er sagt wird offen gelassen, dazu drei UFOs die sich dem Planeten nähern oder auch entfernen.

Was inspiriert Sie?
Filme, Bücher, Astronomie, Science, Technologie, Science Fiction, Mythologie, Fashion, Sport, ...

Haben Sie ein Lieblingswerk? Welches?
Robert Rauschenberg - Open Score (Performance), um nur eines zu nennen. Es gibt so viele gute Werke.

Wer ist Ihr Vorbild?
Auch hier ist es unmöglich für mich, eine einzelne Person herauszunehmen, aber Dadaisten, Surrealisten und Pop-Artists nehmen in jedem Fall einige Plätze in den Top10 ein.

Haben Sie selbst Kunst zu Hause hängen? Wenn ja, von wem?
Bisher nicht, das wird sich aber hoffentlich in naher Zukunft ändern.

Sie leben heute in San Francisco, wieso haben Sie Deutschland den Rücken gekehrt?
Die amerikanische Kultur und Kunstszene hat mich schon immer interessiert und dann habe ich auf einem längeren Trip meine Frau kennengelernt. So kam eines zum anderen. Ich habe aber natürlich immer noch viele Freunde in Deutschland, einer meiner Agenten sitzt in Berlin, ich habe sehr viele deutsche Kunden. Es stimmt also nicht ganz, dass ich Deutschland den Rücken gekehrt habe, ich wohne halt gerade einfach woanders.

Ist es schwer als Illustrator und Künstler Fuß zu fassen?
Ich hatte großes Glück, dass Mario Lombardo, einer der bekanntesten deutschen Artdirektoren und damaliger AD der Musikzeitschrift SPEX, mich auf meiner Diplomausstellung 2002 gebeten hat, ein Cover für die SPEX zu gestalten. Es war damals eines der innovativsten Magazine in Deutschland. Das war natürlich ein wunderbarer und nicht planbarer Start als Illustrator. Von dort hat sich alles mehr oder weniger verselbstständigt, es kamen weitere Aufträge usw. Es hat auch sehr dazu beigetragen weitere Jobs zu bekommen. Ich stach damals mit meinem collagenartigen Stil kombiniert mit knalligen Farben ein wenig aus den anderen Illustratoren heraus.

Neben Ausstellungen waren Ihre Arbeiten auch schon im Playboy und in der Vanitiy Fair zu sehen. Aktuell arbeiten Sie wieder für das New York Times Magazine, wie haben Sie es so weit geschafft?
Es gehört durchaus ein wenig Talent dazu, aber auch sehr, sehr viel Arbeit und Hingabe, um immer weiter zu machen, auch wenn es mal nicht so super läuft und an sich zu glauben. Hört sich sehr nach Motivationsseminar an, ist aber leider so. (lacht)

Was wird die Zukunft bringen?
Für die Menschheit wäre es großartig, wenn sich langsam mal ein paar Aliens blicken lassen oder wir intelligentes Leben finden. Vielleicht nehmen wir uns dann nicht mehr ganz so wichtig.

Wird es von Ihnen auch einmal eine Ausstellung in Wien geben?
Aber gerne doch, bisher ist aber leider nichts geplant.