Oscar de la Renta bei seiner Show 2002.

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Elegante Kleider
10/21/2014

Der legendäre Modeschöpfer Oscar de la Renta ist tot

Er stattete wiederholt First Ladys der USA aus. Zuletzt schneiderte er das Brautkleid von Clooneys Ehefrau.

Der Modeschöpfer Oscar de la Renta ist tot. Der in der dominikanischen Republik geborene Designer sei mit 82 Jahren gestorben, berichteten die US-Medien unter Berufung auf Familienmitglieder und Freunde. Demnach wurde bei ihm im Jahr 2006 Krebs diagnostiziert.

Geboren wurde de la Renta 1932 in eine wohlhabende Familie in Santo Domingo, der Hauptstadt der Dominikanischen Republik in der Karibik - als letztes von sieben Kindern und einziger Bub. Seine Eltern wollten, dass er Versicherungen verkauft, aber Oscar de la Renta hatte anderes im Sinn. Ab den 60er Jahren zählte er zur absoluten Elite im Modebusiness. In den letzten zehn Jahren hat sich der Umsatz der Marke laut der Times verdoppelt, geschätzter Jahresumsatz: 150 Millionen Dollar. 2013 hatte der Designer für Aufmerksamkeit gesorgt, weil er keine Promis mehr zu seinen Fashionshows einlud. Er kleide gerne Prominente ein, "Aber bei einer Modenschau lenken sie nur vom eigentlichen Ziel ab – der Präsentation."

Seine begehrten Kleider - ein Überblick

Von Kennedy bis Alamuddin

In seinem Haus im US-Bundesstaat Connecticut habe de la Renta am Montag seinen jahrelangen Kampf gegen den Krebs verloren, so Berichte. "Er war der letzte Überlebende einer Generation kühner und stilprägender Menschen, die alles gesehen haben", würdigte ihn die "New York Times". De la Renta galt als charmant, elegant und extrem loyal.

De la Renta stattete wiederholt First Ladies der USA und Hollywoodstars wie Sarah Jessica Parker oder Angelina Jolie mit seinen Schöpfungen aus. Weltberühmt wurde er in den 1960er Jahren als Ausstatter der Präsidentenehefrau Jacqueline Kennedy. Er zeichnete auch für das Brautkleid von Amal Alamuddin verantwortlich, die im September den Hollywood-Star George Clooney in Venedig geheiratet hatte.

Stars in seinen Roben

Zwei Ehen

Das Kunststudium beginnt de la Renta in Madrid, wendet sich dann aber schon bald der Mode zu und lernt bei Größen wie Christian Dior, Pierre Balmain und Cristobal Balenciaga. 1967 heiratet er die französische "Vogue"-Herausgeberin Francoise de Langlade und bleibt bis zu ihrem Tod 1983 mit ihr zusammen. Sechs Jahre später gibt er der deutschstämmigen Designerin Annette Engelhard das Ja-Wort. "Heimat ist für mich immer da, wo Annette ist." Eigene Kinder hat de la Renta nicht, aber zahlreiche Stief- und Adoptivkinder.

Nachfolger

Nach vielen Überlegungen hatte er erst vor wenigen Tagen die Ernennung seines Nachfolgers bekannt gegeben. Designer Peter Copping ist nun neuer Kreativdirektor. Seine Krankheit hat er nie verheimlicht: "Die einzigen echten Fakten im Leben sind, dass wir geboren werden und dass wir sterben. Wir denken immer, dass wir ewig leben werden. Mit dem Tod werden wir uns nie abfinden."

Er war ein eleganter Mann

Seit vier Jahrzehnten beobachtet KURIER-Modejournalistin Brigitte Winkler die Haute Couture. Und das nicht aus der Ferne – auch nach ihrer Pensionierung erhält die Doyenne des österreichischen Modejournalismus die heiß begehrten Einladungen zu den Modenschauen in Paris, Mailand, London und New York. Im Gespräch mit dem KURIER lässt sie ihre Erinnerungen an Oscar de la Renta Revue passieren.

KURIER: Kanntest Du Oscar de la Renta persönlich?
Brigitte Winkler:Ja, er war ein sehr eleganter, höflicher Mann.

Wie würdest Du seine Mode beschreiben?
Winkler: Einfach ausgedrückt: Sehr 'couturig', sehr europäisch. Er war sicher durch seine Ausbildung bei Spitzen-Couturier Cristobal Balenciaga beeinflusst, dessen Spezialität die Schulter-Partie war. Später arbeitete er auch in den Häusern Lavin und Dior. Er war der Europäischste unter den amerikanischen Designern. Kleines Detail: Bei seinen ersten Modenschauen in New York ließ er seine Gäste auf goldenen Sesseln Platz nehmen, wie man es bei den Haute Couture-Schauen in Paris gewohnt war.

Wann war der letzte große Medienrummel?
Winkler: Als er John Galliano für seine Winterkollektion 2013/2014 mitarbeiten ließ. Dior hatte ihn zuvor raus geworfen und obwohl alle Galliano mieden, rückte de la Renta ihn wieder ins Schweinwerferlicht. Aus diesem Grund nahm die Branche an, dass Galliano womöglich die Nachfolge des über-80-Jährigen antreten könnte.

Dem ist jetzt nicht so. Oscar de la Renta hatte keine Kinder, aber zahlreiche Adoptivkinder. Tritt einer in seine Fußstapfen?
Winkler: Designer Peter Copping ist vor wenigen Tagen zum neuen Kreativdirektor ernannt worden. Aber Oscar de la Renta hat mit Moises einen Adoptivsohn, der kreatives Potenzial hat und sich bereits unter dem gleichnamigen Label versucht hat. Der Versuch war aber noch nicht von Erfolg gekrönt.

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