Der legendäre Modeschöpfer Oscar de la Renta ist tot
Er stattete wiederholt First Ladys der USA aus. Zuletzt schneiderte er das Brautkleid von Clooneys Ehefrau.
Der Modeschöpfer Oscar de la Renta ist tot. Der in der dominikanischen Republik geborene Designer sei mit 82 Jahren gestorben, berichteten die US-Medien unter Berufung auf Familienmitglieder und Freunde. Demnach wurde bei ihm im Jahr 2006 Krebs diagnostiziert.
Geboren wurde de la Renta 1932 in eine wohlhabende Familie in Santo Domingo, der Hauptstadt der Dominikanischen Republik in der Karibik - als letztes von sieben Kindern und einziger Bub. Seine Eltern wollten, dass er Versicherungen verkauft, aber Oscar de la Renta hatte anderes im Sinn. Ab den 60er Jahren zählte er zur absoluten Elite im Modebusiness. In den letzten zehn Jahren hat sich der Umsatz der Marke laut der Times verdoppelt, geschätzter Jahresumsatz: 150 Millionen Dollar. 2013 hatte der Designer für Aufmerksamkeit gesorgt, weil er keine Promis mehr zu seinen Fashionshows einlud. Er kleide gerne Prominente ein, "Aber bei einer Modenschau lenken sie nur vom eigentlichen Ziel ab – der Präsentation."
Seine begehrten Kleider - ein Überblick
Von Kennedy bis Alamuddin

De la Renta stattete wiederholt First Ladies der USA und Hollywoodstars wie Sarah Jessica Parker oder Angelina Jolie mit seinen Schöpfungen aus. Weltberühmt wurde er in den 1960er Jahren als Ausstatter der Präsidentenehefrau Jacqueline Kennedy. Er zeichnete auch für das Brautkleid von Amal Alamuddin verantwortlich, die im September den Hollywood-Star George Clooney in Venedig geheiratet hatte.
Stars in seinen Roben
Zwei Ehen

Nachfolger
Nach vielen Überlegungen hatte er erst vor wenigen Tagen die Ernennung seines Nachfolgers bekannt gegeben. Designer Peter Copping ist nun neuer Kreativdirektor. Seine Krankheit hat er nie verheimlicht: "Die einzigen echten Fakten im Leben sind, dass wir geboren werden und dass wir sterben. Wir denken immer, dass wir ewig leben werden. Mit dem Tod werden wir uns nie abfinden."
Er war ein eleganter Mann
Seit vier Jahrzehnten beobachtet KURIER-Modejournalistin Brigitte Winkler die Haute Couture. Und das nicht aus der Ferne – auch nach ihrer Pensionierung erhält die Doyenne des österreichischen Modejournalismus die heiß begehrten Einladungen zu den Modenschauen in Paris, Mailand, London und New York. Im Gespräch mit dem KURIER lässt sie ihre Erinnerungen an Oscar de la Renta Revue passieren.

Brigitte Winkler:Ja, er war ein sehr eleganter, höflicher Mann.
Wie würdest Du seine Mode beschreiben?
Winkler: Einfach ausgedrückt: Sehr 'couturig', sehr europäisch. Er war sicher durch seine Ausbildung bei Spitzen-Couturier Cristobal Balenciaga beeinflusst, dessen Spezialität die Schulter-Partie war. Später arbeitete er auch in den Häusern Lavin und Dior. Er war der Europäischste unter den amerikanischen Designern. Kleines Detail: Bei seinen ersten Modenschauen in New York ließ er seine Gäste auf goldenen Sesseln Platz nehmen, wie man es bei den Haute Couture-Schauen in Paris gewohnt war.
Wann war der letzte große Medienrummel?
Winkler: Als er John Galliano für seine Winterkollektion 2013/2014 mitarbeiten ließ. Dior hatte ihn zuvor raus geworfen und obwohl alle Galliano mieden, rückte de la Renta ihn wieder ins Schweinwerferlicht. Aus diesem Grund nahm die Branche an, dass Galliano womöglich die Nachfolge des über-80-Jährigen antreten könnte.
Dem ist jetzt nicht so. Oscar de la Renta hatte keine Kinder, aber zahlreiche Adoptivkinder. Tritt einer in seine Fußstapfen?
Winkler: Designer Peter Copping ist vor wenigen Tagen zum neuen Kreativdirektor ernannt worden. Aber Oscar de la Renta hat mit Moises einen Adoptivsohn, der kreatives Potenzial hat und sich bereits unter dem gleichnamigen Label versucht hat. Der Versuch war aber noch nicht von Erfolg gekrönt.