© KURIER/Franz Gruber

Model
04/27/2014

Coco Rocha: "Ja-Sager mag ich nicht"

Das Model im Interview über Stilikonen, Social Media und Gartenarbeit.

von Julia Pfligl

Auf den ersten Blick ist Coco Rocha ein typisches Topmodel – sehr dünn, sehr groß, sehr schön. Im Gespräch mit der 25-Jährigen vergisst man diesen Status sofort. Sie lacht herzlich und oft, verteilt Wangenküsschen, antwortet freundlich und bedacht. Wenn ihr eine Formulierung nicht gleich einfällt, hilft Ehemann James – sie sind seit 2010 verheiratet – aus. Er ist immer an ihrer Seite. Auch in Wien, wo die Kanadierin vergangene Woche einen Fashion Award als "Style Icon" bekam und dem KURIER Einblicke in ihr Modelleben gab.

KURIER: Was bedeutet es für Sie, als Stilikone ausgezeichnet zu werden?
Coco Rocha:
Ich freue mich sehr, dass ich als solche wahrgenommen werde. Aber es fühlt sich unecht an (lacht). Für mich ist Elizabeth Taylor eine Stilikone, oder Lady Di. Zuhause trage ich meistens Pyjama. Oder meine Gartenkleidung, weil ich im Frühling gerne im Garten arbeite.

Sie wirken sehr bodenständig. Wie schafft man das in diesem Business?
Mein Mann hilft mir sehr dabei, nicht abzuheben. Wenn ich in einem Interview arrogant rüberkomme, sagt er mir das danach sofort. Auch meine Agenten sind sehr ehrlich. Als Model hört man den ganzen Tag, wie toll man aussieht. Da ist es wichtig, "Nicht-Ja-Sager" in seinem Umfeld zu haben.

Sie haben Ihre eigene Schmuckkollektion. Was war Ihnen dabei besonders wichtig?
Dass die Teile leistbar sind. Schmuck sollte man jeden Tag wechseln können und sich nicht schuldig fühlen, weil man zu viel Geld ausgegeben hat. Ich komme aus einer Arbeiterfamilie und lege oft Schuhe oder Taschen zurück, weil ich sie viel zu teuer finde. Die Kette, die ich heute trage, ist aus meiner Kollektion und kostet z.B. 48 Dollar (ca. 35 Euro, Anm.).

Auf Instagram posten Sie regelmäßig Fotos von sich. Glauben Sie, dass junge Mädchen hungern, um auch so auszusehen?
Ich glaube nicht, dass Social Media daran schuld sind. Sehr wohl aber Photoshop. Wenn ein Foto bearbeitet ist, sollte es auch gekennzeichnet werden. Wichtig ist, verschiedene Körpertypen zu zeigen. Niemand sollte verurteilt werden, weil er dick ist – aber auch nicht, weil er dünn ist. Ich hasse es, wenn die Leute sagen: Wann nehmen sie endlich normale Models? Ich bin normal!
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