Marina Hoermanseder stellt Deutsche in den Schatten

Berliner Fashion Week - Marina Hoermanseder
Foto: APA/dpa/Jens Kalaene Marina Hoermanseder bei der Berlin Fashion Week

Die Österreicherin hat sich zu einem der Highlights der Modewoche in Berlin gemausert.

Marina Hoermanseder hat die Besucher ihrer Show bei der Fashion Week Berlin an die französische Riviera entführt. Die für das Label typische Gürtelschnalle mit den strengen Lederriemen ist weiter Wiedererkennungsmerkmal. Die junge Wienerin ließ aber selbst skulpturale, mit Riesen-Glitzersteinen übersäte Korsagen leicht und sommerlich wirken - und stellte damit die Kollektion mancher deutscher Kollegen in den Schatten.

Die Liebe zum lackierten Leder bleibt

Als Hommage an einen Sommertag voller schillernder Schmetterlinge, Blumen und glitzernder Perlen hat Hoermanseder die Entwürfe für Frühjahr/Sommer 2017 konzipiert. Damit landete sie automatisch an der Cote d'Azur, die für sie Ausgelassenheit, Leichtigkeit und Noblesse verkörpert, samt maritimer Streifen und leuchtender Farben. Das warme Orange steht wohl für die im Meer versinkende Sonne.

A model displays a 2017 spring/summer design by Ma… Foto: AP/Markus Schreiber Berliner Fashion Week - Marina Hoermanseder Foto: APA/dpa/Jens Kalaene

Auch die vielen auffälligen Applikationen wie pinkfarbene Perlen und bunte Lederblumen riefen bei der Modeschau beim Berliner Kronprinzenpalais ganz laut: "Sommer!" Die immer wieder Aufsehen erregenden starren Teile aus lackiertem Leder waren Landeplatz für dreidimensionale Schmetterlinge.

Berliner Fashion Week - Marina Hoermanseder Foto: APA/dpa/Jens Kalaene

Lässig-elegant und sehr tragbar wirkten Boyfriend-Blusen, Tenniskleider, Palazzo-Hosen in Couturelängen, schmale Shorts mit Schleifen und Blazer mit Faltenschoß. Passend für heiße Sommertage an der Mittelmeerküste auch die Stoffe: leichte Baumwolle oder Jersey. Da und dort hat Hoermanseder Neopren eingesetzt.

A model  presents  a 2017 spring/summer design by … Foto: AP/Markus Schreiber Bekannt wurde Marina Hoermanseder mit Entwürfen, die an medizinische Apparate und orthopädische Korsetts, Bandagen und Beinstützen erinnerten, mit viel Leder und Metall und Fetisch-Elementen, angelehnt an Heilbehelfe aus dem 19. Jahrhundert, die heute wie Folterinstrumente wirken. Die Fragilität des Menschen fasziniert sie weiterhin. "Ein besonderes Augenmerk legt die Designerin diesmal auf die sogenannten Schmetterlingskinder - in Englisch 'Crystal Skin Children'", hieß es in einer Erläuterung zur aktuellen Kollektion. Unzählige Swarovski-Kristalle besetzten in diesem Sinne ein Lederkleid, ein Bustier und Accessoires.

A model  wears a 2017 spring/summer design by Mari… Foto: AP/Markus Schreiber

Mit ihrer Fetisch-Couture hat Hoermanseder es bis nach Hollywood geschafft: Für den Kinofilm "The Neon Demon" (seit 23. Juni in den österreichischen Kinos) von Nicolas Winding Refn hat sie Hauptdarstellerin Ellen Fanning ausgestattet. Kurz vor der deutschen Modewoche hatte die Wahlberlinerin dann eine Zusammenarbeit mit dem japanischen Sanrio-Konzern, Lizenzinhaber der Comic-Katze Hello Kitty, bekanntgegeben. Erste Folgen waren schon bei der heutigen Show zu sehen, nämlich ein mit Kitty-Mascherl bedrucktes Shirt, das die Designerin trug. Unwiderstehlich fanden das u.a. die Promi-Models Franziska Knuppe und Eva Padberg sowie die Chefin der deutschen Vogue, Christiane Arp, die sich die bei Sonnenschein unter freiem Himmel präsentierten Kreationen nicht entgehen ließen.

(apa, Kurier/mz) Erstellt am
Posts anzeigen
Posts schließen
Melden Sie den Kommentar dem Seitenbetreiber. Sind Sie sicher, dass Sie diesen Kommentar als unangemessen melden möchten?