Style
20.04.2017

Diese tollen Beauty-Marken stammen aus Österreich

Heimische Kosmetik startet mit natürlichen Inhaltsstoffen und regionaler Produktion durch.

Nicht nur bei Obst und Gemüse liegt Regionalität im Trend. Auch die heimische Beauty-Branche mausert sich von Jahr zu Jahr – nicht zuletzt, weil die Produzenten selbst nicht zufrieden mit dem Angebot in den Drogerie-Regalen waren. Wer wie Linda Benedik, Gründerin des Make-up-Labels „Little Rabbit“, vor zehn Jahren auf der Suche nach veganem Make-up war, musste sich im Ausland auf die Suche machen. „Ich wollte unbedingt Produkte ohne tierische Inhaltsstoffe und musste diese aus den USA beziehen.“ Made in Austria? Fehlanzeige. Heute stellt sie mit ihrem Mann Thomas natürliche Produkte in Purkersdorf her – und befindet sich damit in bester Gesellschaft.

Immer mehr Österreicher beweisen, dass es zur Reinigung der Haare und Glättung von Falten keine Tiefseealgen und exotische Früchte braucht. Statt mit Silikonen reichert die Oberösterreicherin Nadia Rivelles ihre Shampoos mit Brokkoli an und nützt die antibakterielle Wirkung des Walnussöls für Reinigungsprodukte. Allen gemeinsam ist, dass sie sich der Natur- und Biokosmetik verschrieben haben. Ein Konzept, das auch international Anklang findet.

Rivelles: Marille-Shampoos aus dem Wienerwald

Mitten in der Linzer Altstadt befindet sich seit Kurzem ein Paradies für Naturkosmetik-Fans. Das Beauty-Label Rivelles hat am Hofberg 10 seinen ersten Store eröffnet, in dem Cremen und Shampoos nach Herzenslust probiert werden können. Auf die Idee, eine eigene Marke zu gründen, kamen Nadia Rivelles und ihr Lebensgefährte durch Zufall. Nachdem sich das Paar im Wienerwald niederließ, entdeckte es auf seinem Grundstück nahezu 100 verschiedene Heilpflanzen. Bis heute wurde kein einziger Herstellungsschritt aus Götzwiesen ausgelagert. Sämtliche Produkte kommen ohne Silikone und Parabene aus – dafür finden sich in den braunen Flaschen Inhaltsstoffe wie Marille, Brokkoli und Ribisel.

Little Rabbit: Ethisch korrekter und veganer Lidschatten

Wer einen Blick auf die Inhaltsstoffe der Produkte von Thomas Benedik und seiner Frau Linda wirft, dürfte zunächst überrascht sein. „Wir kommen mit vier oder fünf Zutaten aus.“ Der Grund: Die bunten Lidschatten und Puder des Ehepaares aus Korneuburg sind nicht nur tierversuchsfrei und vegan, sondern kommen auch ohne Palm- und Erdöl, Aluminiumsalze und künstlichen Farb-, Duft- und Konservierungsstoffe aus. Ziel war es, die Rohstoffe für alle Little Rabbit-Produkte aus Westeuropa zu beziehen. „Die Produkte müssen für uns am Ende des Tages ethisch vertretbar sein“, sagt Linda Benedik.

Be My Friend: Beauty-Alleskönner aus Salzburg

Wie man aus der eigenen Not eine Tugend machen kann, weiß Petra Schröckeneder. Ihre eigenen Hautprobleme und das Bedürfnis nach multifunktionellen Produkten inspirierten die Salzburgerin zu ihrem Kosmetiklabel. Die Produkte bestehen aus natürlichen Pflanzenauszügen in Bio-Qualität sowie aus hochwertigen Ölen und Wachsen. Die Seife ist gleichzeitig ein Duschgel und die Bodylotion dient auch als Handcreme. Produziert wird alles in Österreich, verkauft wird bis nach Australien: „Wir verwenden so viel wie möglich aus der Region. Sogar unsere Kartonagen lassen wir in einer kleinen Fabrik in Salzburg-Stadt herstellen“, verrät Schröckeneder.

SA.AL & Co: Männerpflege mit cooler Verpackung

Auf die Pflege der Männerhaut hat sich Istvan Laszloffy spezialisiert. Die Produkte seiner Marke SA.AL & Co. werden in Wien designt und in Tirol produziert. Neben natürlichen Inhaltsstoffen war dem Jungunternehmer auch die Verpackung ein großes Anliegen. „Ich wollte ein Design entwickeln, welches männlich wirkt, aber dennoch schön ist“, sagt Laszloffy. Entstanden sind coole Aluminium-Verpackungen, die die Deos und Cremen zu Hinguckern im Badezimmer machen. Dass die im Jahr 2015 lancierten Produkte auch bei Frauen gut ankommen, dürfte am Duft liegen. „Früher roch Männerkosmetik sehr aggressiv. Heute sind die Düfte zurückhaltender“, weiß der Beauty-Experte.

Derma ID: Personalisierte Cremen für Anspruchsvolle

Die Suche nach einer passenden Gesichtspflege ist vor allem für jene mit sensibler Haut eine schwierige. Auch Theresa Friedrich hatte Probleme mit handelsüblicher Kosmetik – und beschloss, diese lieber selbst zu produzieren. Bevor die Pharmazeutin Kunden eine Creme anbietet, analysiert sie die Haut mittels Fragebögen und Gesprächen, um gezielt auf Probleme wie Akne oder Rötungen eingehen zu können. Anschließend mischt Friedrich die benötigten Inhaltsstoffe in ihrem Labor in Perchtoldsdorf in eine Grundmixtur, die unter anderem aus unraffinierter Sheabutter besteht. Besonders beliebt: Jene mit Allergien können ihre Natur- und Biokosmetik unparfümiert bestellen.