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23.02.2018

Vorwürfe: Was Brendan Frasers Karriere ruinierte

Warum der einstige Hit-Garant heute keine Jobs mehr bekommt.

In den späten Neunzigern war er neben Jim Carrey der bekannteste Komödiendarsteller in Hollywood – und heute?

Seit Jahren hört man nichts mehr von Brendan Fraser, der nach Hits wie "George, der aus dem Dschungel kam" (1997) oder "Steinzeit Junior" (1992) sogar Blockbuster wie "Die Mumie" zu verantworten hatte.

Eine gescheiterte Ehe, gesundheitliche Probleme und Depressionen kosteten den Schauspieler seine Karriere. Nun erhebt der heute 49-Jährige zudem Vorwürfe gegen Philip Berk, den ehemaligen Präsidenten der Hollywood Foreign Press Association, die für die Verleihung der Golden Globes zuständig ist.

Sexuell belästigt

Fraser behauptet, Berk habe ihn im Jahr 2003 sexuell belästigt. Der Vorfall habe sich im Beverly Hills Hotel zugetragen. Berk habe ihn während eines Lunches "begrapscht".

"Seine linke Hand wanderte umher, packte meine Pobacke und einer seiner Finger berührte mich in meiner Poritze", erzählte Fraser nun dem Magazin GQ. "Er begann diesen hin und her zu bewegen. Mir wurde schlecht. Ich habe mich wie ein kleines Kind gefühlz. Ich habe mich gefühlt, als wäre ein Kloß in meinem Hals. Ich dachte, ich fange an zu weinen."

Obwohl er mit der Geschichte nicht an die Öffentlichkeit ging, berichtete er der Hollywood Foreign Press Association von dem Vorfall. Seitdem sei er aber nicht mehr zu den Golden Globes eingeladen worden. Berk selbst stritt ab, sich gegenüber Fraser falsch verhalten zu haben.

Der Schauspieler berichtet, nach dem Vorfall depressiv geworden zu sein und sich selbst die Schuld dafür gegeben zu haben, was ihm passiert war.

"Ich habe mich selbst beschuldigt und fühlte mich miserabel. Ich habe mir gesagt: 'Es ist nichts. Ich wurde begrapscht.' Der Sommer schritt voran – und ich kann mich nicht erinnern, wann ich wieder arbeiten gegangen bin."

Zudem machten ihm auch gesundheitliche Probleme zu schaffen. Die vielen Stunts, die er für seine Filme vollführt hatte, hatten seinen Körper stark in Mitleidenschaft gezogen. Er musste sich mehreren Rücken-OPs, einer Knieoperation und eine Stimmband-OP unterziehen – seit 2008 seien immer wieder längere Krankenhausaufenthalte notwendig gewesen, berichtet das einstige Hollywoodliebkind.

Nach dem dritten Teil der "Mumie" im Jahr 2008 gab's dann vermehrt filmische Flops für Fraser, bis er schließlich ganz von der Leinwand verschwand.

Ein Blick auf die Karriere und den Abstieg des Schauspielers:

"Mumie" macht ihn zum A-List-Star

Der Schauspieler machte mit den Streifen andere Actionstars wie Tom Cruise oder Harrison Ford starke Konkurrenz. Mehr als 400 Millionen Dollar spielte alleine die erste Abenteuer-Story ein. Zwei erfolgreiche Fortsetzungen folgten und der kauzige Schauspieler avancierte zu einem der bekanntesten Stars in Hollywood.

Kleine Rollen, gute Filme

Durch den enormen finanziellen Erfolg der "Mumien"-Teile leistete sich Fraser den Luxus, auch weniger lukrative Rollen anzunehmen, mit denen er sein schauspielerisches Talent unter Beweis stellen konnte.

Der klassisch ausgebildete Schauspieler aus Indianapolis war 2007 in dem Thriller "Die Macht des Schicksals" zu sehen und spielte auch in dem oscarprämierten Streifen "L.A. Crash". Die Kritiken waren wohlwollend, auch wenn Fraser nur kleine Parts übernommen hatte.

Der Absturz

Danach allerdings kam der große Absturz. Das Jahr 2010 brachte zwei große Filmflops hervor, die Fraser bis heute in der Versenkung Hollwoods verschwinden ließen.

Das extrem rührselige Drama "Ausnahmesituation" wurde verrissen, in dem der Schauspieler einen verzweifelten Familienvater gibt, der für die medizinische Versorgung seiner kranken Kinder kämpft.

Finanzielles Disaster

Mit dem einen Flop war's aber nicht getan. Noch im selben Jahr war Fraser auch in dem Kinderfilm "Reine Fellsache" zu sehen. Der tierische Klamauk spielte nicht einmal das Budget ein, das der animierte Film gekostet hatte.

Seither gilt er als Kassengift, Studiobosse wollen dem einstigen Hit-Garanten keine großen Rollen mehr anvertrauen. Brendan Frasers große Zeit in Hollywood sei vorbei, sind sich mehrere Brancheninsider einig.

Trennung

Und auch privat gab es Ende der 00er Jahre eine Niederlage für ihn zu vermelden. Fraser gab 2007 die Trennung von Freundin Afton Smith bekannt, mit der er seit 1997 liiert war und drei Söhne hat. Seither ist der Single.

Neue Serie floppt

Erst vor einigen Monaten hat der Weltenbummler - der unter anderem in den Niederlanden und Italien aufwuchs - versucht, sich mit einer Serie wieder ins Showbiz "zurückzuspielen".

Doch auch "Texas Rising", eine Mini-Serie über die Entstehung der Texas Ranger, wollte bei Publikum als auch Kritikern nicht zünden.

Comeback?

Aber wer weiß, vielleicht gibt's bald den vierten Teil der "Mumie" und Fraser darf den Retro-Helden geben. Hollywood steht derzeit ja auf 90er-Jahre Remakes und auf Fortsetzungen sowieso ...