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08.07.2015

Serafins Rückkehr: "Papi ist ganz stolz"

Sopranistin Martina Serafin über ihr St.Margarethen-Debüt als Tosca, Papa Harald und ihre Patchwork-Familie.

Wenige Kilometer entfernt von Mörbisch, wo ihr Vater Harald (bis 2012) so wunderbar "regierte", feiert heute Abend Martina Serafin (45) Premiere von Puccinis Tosca. "Eine Art Rückkehr in meine Kindheit", sagt die umjubelte Sopranistin wenige Stunden vor ihrem Auftritt im Steinbruch von St. Margarethen (Infos unter: www.arenaria.at).

KURIER: Was verbinden Sie mit dem Burgenland?

So wunderschöne Erinnerungen als Gast meines Vaters in Mörbisch, und lang davor, als ich noch ein Kind war, waren meine Eltern im Sommer immer mit der Volksoper da. Als ich jetzt zurückkehrte, habe ich meinem Mann (Alessandro Guerzoni, ital. Sänger) und unserer Tochter (Elisabetta, 4) all meine Lieblingsplätze von damals gezeigt.

Was sagt Ihr Vater zu Ihrem Engagement im Steinbruch?
Der Papi ist ganz stolz. Er war auch schon bei der Generalprobe dabei, weil er doch so aufgeregt ist.

Wie schwer ist es, als Tochter der Sänger Mirjana Irosch und Harald Serafin eine eigene Karriere aufzubauen?

Es ist klar, dass man als Kind bekannter Sänger noch kritischer beäugt wird. Aber ich wollte es einfach probieren, bin ins Ausland gegangen, um zu lernen und eigenen Lorbeeren zu sammeln.

Haben Sie je überlegt, Ihren Namen zu ändern?

Nie, er hat mir immer gefallen hat und gehört zu mir.

Ihren Vater trifft man oft bei Events, die Sie eher meiden ...

Aber nicht, weil ich "snobbe". Jeder hat sein eigenes Genre und mein Vater ist super in allem, was er tut. Ich bewundere ihn für seine vielen Talente und die Kraft, die er trotz seines hohen Alters hat. Ich bin wirklich stolz auf ihn.

Haben Sie sich vorgenommen, als Mutter etwas anders zu machen als Ihre Eltern damals?

Nein, die Ausgangssituation ist auch eine andere. Meiner Mutter war ja fix an der Volksoper in Wien. Ich bin freischaffend, singe auf der ganzen Welt. Das ist einerseits schön, aber auch ein Problem, wenn man ein Kind hat. Derzeit nehme ich meine Tochter immer mit, aber wenn sie zur Schule geht, muss man sich das anders einteilen. Ich will die Zeiten, in denen ich weg bin, so kurz wie möglich halten, denn für ein Kind ist es furchtbar, wenn die Mutter weg ist.

Wie haben Sie als Kind die Trennung Ihrer Eltern erlebt?

Es ist nie leicht, wenn eine Familie zerbricht und eine andere aufgebaut wird, wobei ich das als Dreijährige ja gar nicht so mitbekam. Es herrschte danach auch immer ein gutes Verhältnis zwischen allen. Einerseits durch die heutige Frau meines Vaters, die mich immer liebevoll einbezog. Andererseits auch durch die weitere gemeinsame Arbeit meiner Eltern auf der Bühne. Vielleicht war es also mitunter die Musik, die unsere Familie zusammenhielt.