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18.04.2017

Salma Hayek kocht vor Leidenschaft

Warum die "scharfe" Mexikanerin gern so viel arbeitet, Paris liebt und auf alle Diäten pfeift.

Sie ist eine Luxus-Pendlerin zwischen Los Angeles, Paris und Gstaad Salma Hayek (Bild o. re.), die Mexikanerin aus Coatzacoalcos (indianisch: "Der Ort, an dem die Schlange verschwunden ist"), die mit Telenovelas in ihrer Heimat bekannt und durch Robert Rodriguez’ "Desperado" (1995) den Durchbruch in den USA schaffte. Zum Kultstar wurde sie dann als "Satanico Pandemonium", von deren Zehen Quentin Tarantino in "From Dusk Til Dawn" (1996) Tequila leckte.

Nach Jahrzehnten in L. A. übersiedelte sie nach ihrer Hochzeit in die Stadt an der Seine. "Mister Salma Hayek", wie er sich gern selbstironisch nennt, ist Francois-Henri Pinault (54), ein französischer Milliardär, dem unter anderen das gehört, was seine Frau am liebsten trägt: Gucci. Um mit der gemeinsame Tochter Valentina (9) so viel Zeit wie möglich zu verbringen, dreht Salma lieber kleine Filme als Blockbuster – wie jüngst zum Beispiel "How To Be A Latin Lover" oder "Beatriz at Dinner". Ein KURIER-Talk über "Joie de Vivre" (Lebensfreude) und Lieblingskochrezepte.

KURIER: Wir dachten, Sie wollten nun weniger arbeiten ... Salma Hayek: Ja, ich auch! Und jetzt habe ich vier Filme, die ich gleichzeitig promote. Ich bilde mir ein, das funktioniert: Ein Jahr arbeite ich so richtig viel und hart – und dann mache ich ein Jahr blau. Ich kann nie länger als zwei Wochen von meiner Familie getrennt sein. Die mathematische Formel funktioniert natürlich nur in meinem Hirn, in Wirklichkeit sind wir Sklaven meiner Tochter und ihrer Schulverpflichtungen. Ich drehe immer nur dann, wenn sie Ferien hat. Was in Europa ja öfter ist als in Amerika.

Was promoten Sie denn derzeit außer den Komödien "Latin Lover" und "Beatriz" noch?

Einen Action-Thriller mit Ryan Reynolds & Samuel L. Jackson mit dem Titel "Hitman’s Bodyguard" und noch eine Komödie mit Alec Baldwin namens "Drunk Parents" (etwa: Alkoholisierte Eltern).

Sie sind in Paris glücklicher als in Los Angeles. Warum?

Ganz einfach: Die Franzosen sind wie die Mexikaner, was die Lebenseinstellung betrifft. Wir essen gern und nehmen uns auch Zeit dafür – Essen und Leben werden zelebriert. Genießen ist uns wichtiger als Geld verdienen.

Sind Sie nicht auch eine wunderbare Köchin? Ich kann mich an ein Dinner erinnern, wo Sie mexikanische und libanesische Gerichte auf den Tisch zauberten.

Ja, das sind ja beides meine Wurzeln – und ich mache das sehr gerne. Kochen beginnt für mich morgens beim Einkaufen, am liebsten auf so richtigen Märkten. Ich bin kein Supermarkt-Fan. Ich liebe exotische Gerichte, marokkanisch, indisch und arabisch, und ich suche immer zuerst nach den Gewürzen. Meine Version der Quesadilla (eine Art Käse-Tortilla) hat exotische Einflüsse. Ich mische Mozzarella mit Feta und Ziegenkäse und schneide Minze hinein. Dazu mache ich Chipotle Salsa (mit geräucherten Ja- lapeños, einer "gefürchteten" Paprikasorte), weil ich es scharf mag. Ich behaupte ja, dass Schärfe sehr gesund ist. Man verdaut die Kohlehydrate besser – die geb’ ich nicht auf. Für mich funktioniert Essen nach dem Motto "Friss die Hälfte" viel besser als diese ganzen verdammten Diäten.

Was ist sonst noch typisch mexikanisch an Ihnen?

Vielleicht nicht mexikanisch, aber jedenfalls lateinamerikanisch: Mein Sinn für Rhythmus. Ich hab’ nie Salsa- tanzen gelernt, aber sobald ich die Musik höre, weiß mein Körper, was er zu tun hat.

Haben Sie einen Lieblingssong?

Na, klar – Gloria Gaynors "I Will Survive"! Welche Frau mag diesen Song nicht?

Haben Sie Ihren Mann dazu gebracht, Frauen im Filmbusiness mit seiner Stiftung zu fördern?

Sie meinen da die "Kering Foundation" (gegen Gewalt gegen Frauen)? Nein, das war seine Idee. Seit drei Jahren machen wir Events beim Festival in Cannes, wo die weibliche Diskriminierung im Filmgeschäft sehr laut besprochen wird. Und mit sehr laut meine ich mit sehr viel Presse und Marketing, damit es auch jeder mitkriegt und sich vor allem Hollywood angesprochen fühlt. Denn in Europa sind die Quoten für Frauen viel besser, es gibt mehr weibliche Regisseure und Produzenten. Ich verstehe ja nicht, dass sich das nicht längst gebessert hat.