Stars
03.04.2017

Jolie und die Drogen: Produzentin packt aus

Jolie wurde für ihre Rolle der Lara Croft nur unter ganz bestimmten Bedingungen angeheuert.

"Ich bin durch schwere, dunkle Zeiten gegangen und habe sie überlebt. Ich bin nicht jung gestorben", hat Angelina Jolie einmal über ihre Vergangenheit gesagt. Heroin und Kokain soll sie in den 90ern laut ihrem Dealer Franklin Meyer konsumiert haben, der Videomaterial von der damals zugedröhnten Jolie an den National Enquirer vekauft hat. Nun erzählt auch die Biografie Leading Lady: Sherry Lansing and the Making of a Hollywood Groundbreaker über Hollywood-Produzentin Sherry Lansing von den Krisenzeiten der Schauspielerin.

Jolie: Drogentests für "Tomb Raider"

Sherry Lansing gilt als erster weiblicher Studio-Boss Hollywoods. Sie arbeitete mit Stars wie Mel Gibson und Tom Cruise zusammen und verhalf auch der damals 24-jährigen Angelina Jolie 2001 mit dem Film "Lara Croft: Tomb Raider" zu Weltruhm.

Auch wenn Lansing wegen Angies Drogenprobleme zunächst Bedenken hatte.

" Angelina Jolie hatte definitiv Probleme und hatte eine schlechte Reputation", zitiert The Hollywood Reporter Regisseur Simon West aus dem Buch über Lansing. "Komischerweise war das eines meiner Haupt-Verkaufsargumente: Der problembehaftete und gefährliche Aspekt ihres Rufs half bei der Gestaltung der Rolle."

Doch nachdem Angelina Jolies Vater Jon Voight und Schauspielerin Jane Fonda – eine Freundin der Familie – Lansing anriefen und sie warnten, dass Jolie "extrem zerbrechlich" sei, war diese verunsichert.

Sie beauftragte West, nach Mexiko zu fliegen, wo Angelina gerade den Film "Original Sin" drehte. Diese erklärte sich bereit, sich während des Drehs regelmäßig Drogentestst zu unterziehen.

"Sie sagte: Schau, ich weiß, welchen Ruf ich habe und ich werde alles tun, um zu beweisen, dass ich es wert bin. Ich werde zuverlässig sein und hart arbeiten", erinnert sich der Filmemacher an das Treffen mit der heute 41–jährigen Jolie. "Sie sagte, es sei ihr egal, ob das Studio sie täglich auf Drogen testen wolle."

"Sie musste nicht nur einen Urin-Test machen, sondern auch einen Blut-Test. Das hat uns Sorgen bereitet. Wir haben sie die ganze Zeit im Auge behalten", erzählt Paramount-Präsident John Goldwyn.

Angie brauchte psychologische Unterstützung

Zu Lansings Erleichterung bestand Jolie die Drogentests. Dennoch war man um ihre psychische Verfassung besorgt, weswegen die Produzentin ein Team beauftragte, vor und während des Drehs für das seelische und körperliche Heil ihres Schützlings zu sorgen.

"Angie war aus zwei Gründen von einem Team umgeben", so ein Mitglied der ehemaligen Produktions-Crew. "Der eine war ein praktischer: Wir wollten sie für den Film in Form bringen, nicht nur bezüglich ihres Aussehens, sondern auch wegen den Stunts, die sie vollbringen sollte. Aber wir wurden auch damit beauftragt, sie psychisch und spirituell zu unterstützen."

Aus diesem Grund wurde unter anderem ein ehemaliger Fotograf und selbsternannter Psychologie-Guru namens Bobby Klein angeheuert, der der jungen Schauspielerin Talismänner, Yoga-Stunden und Milchbäder verschrieb.

Nachdem Klein bezichtigt wurde, sich an Wests Assistentin sexuell vergriffen zu haben, wurde er jedoch entlassen. Erst als sie ihren Psycho-Guru losgeworden war, sei Jolie regelrecht aufgeblüht. "Sie verlieh dem Entwurf ihres Charakters etwas mysteriöses, emotionales und menschliches", erzählt Lansing über Jolie, die inzwischen zu den größten Stars Hollywoods zählt.