Stars
03.03.2018

Proben mit dem Pannen-Duo

Spekulationen über zweite Chance für Faye Dunaway und Warren Beatty

Keine falschen Gewinner, mehr Farbe auf dem roten Teppich, Schokolade-Oscars und politische Reden. Das sind die Zutaten für die 90. Oscar-Verleihung im Kodak Theater Hollywoods.

Das richtige Kuvert wäre schon einmal eine gute Idee, wenn (in der Nacht von Sonntag auf Montag, ORFeins, 00.40 Uhr) die Academy Awards verliehen werden. Nach dem Desaster des Vorjahres, als Faye Dunaway & Warren Beatty im Vertrauen auf den Inhalt des Umschlags fälschlich "La la Land" statt "Moonlight" als besten Film ausgerufen hatten, tauchte das Oldie-Paar – laut Klatschportal tmz – nun bei den Proben auf. Prompt wird über einen Auftritt spekuliert. Die Produzenten der weltweit ausgestrahlten TV-Show schalten bereits seit Tagen Spots, in denen ein traumatisierter Jimmy Kimmel, der wieder moderiert, überall Oscars sieht, stets den falschen Filmtitel hört und zu guter Letzt auf der Psychiater-Couch landet. Nur steht diese Couch im Haus von Warren Beatty, der ihn rüde vor die Tür setzt. Sollten Gags auf eigene Kosten die Gala dominieren, würde das der notorisch langen und langweiligen "Strudelteig-Show" nur guttun. Weniger Sing- und Tanzeinlagen, mehr Humor!

An Star-Dichte fehlt es jedenfalls nicht: Emily Blunt, Sandra Bullock, Nicole Kidman, Helen Mirren, Ashley Judd, Jodie Foster, Matthew McConaughey, Christopher Walken, Lupita Nyong’o, Rita Moreno, Mark Hamill und "Wonder Woman" Gal Gadot werden u. a. erwartet. Nicht mit dabei ist Vorjahressieger Casey Affleck, der ja auch schon bei den Golden Globes ausgeladen war. Er mag sich mit seinen Opfern außergerichtlich geeinigt haben, in Zeiten von #MeToo ist er jedoch unerwünscht. Was die starke Time’s-Up-Bewegung an Aktionismus plant? Definitiv keinen Dresscode, der nach schwarzen Roben verlangt. Sagt Ashley Judd: "Es geht doch vor allem darum, dass wir was weiterbringen – nicht nur für uns selbst, sondern viel mehr noch für Frauen in weniger glamourösen Berufen. Die verschaffen sich nicht so leicht Gehör wie wir. Die Oscars bieten eine Bühne dafür. Da können wir ein Millionenpublikum erreichen und davon überzeugen, dass dieser Kampf nicht nur ein kurzer Trend ist."

Gehen wir also davon aus, dass sich all das bei der Jubiläumsausgabe vor allem auch in politischen Statements niederschlagen wird.

Und damit zum wahren Thema: Wer hat die größten Siegchancen? Als bester Film liegt "Three Billboards Outside Ebbing, Missouri" in den Wettbüros und bei den Kritikern weit vorn. Als beste Darsteller sind Frances McDormand, Gary Oldman, Allison Janney oder Sam Rockwell ganz heiße Tipps. Moderator Kimmel ist ein Riesenfan des Fantasyfilms "The Shape of Water" und von dessen Protagonisten, einer grauslichen Kreatur aus dem Amazonas: "Es ist doch wunderbar, dass Hollywood einmal ein Monster ehrt, das nicht Harvey Weinstein heißt."

Sicher ist nur, dass auf kulinarischer Ebene wie schon seit Jahrzehnten ein Österreicher gewinnen wird: Wolfgang Puck. Er füllt nach dem Marathon die leeren Mägen der Stars mit feinsten Delikatessen beim Governor’s Ball. Danach tanzt man auf vielen Festen, allen voran bei Vanity Fair im Sunset Tower Hotel und bei Elton Johns Aids-Charity im Hollywood Park. Von legendären Afterhour-Partys wie jener in Madonnas Villa ganz zu schweigen.