© APA/AFP/POOL/ALON SKUY

Nach der Tat
06/24/2016

Schreckliche Details: Pistorius gibt erstes Interview

Kurz vor Verkündigung seiner Strafe, spricht Pistorius plötzlich erstmals mit Medien.

Oscar Pistorius äußert sich zum ersten Mal selbst zum Mord an seiner Freundin. In wenigen Tagen wird das endgültige Strafmaß für den einstigen Paralympics-Star verkündet, der am Valentinstag 2013 seine Freundin Reeva Steinkamp erschossen hat. Ob Mord oder Unfall klärt ein Gericht.

Nun gab der 29-Jährige sein erstes TV-Interview - sehr zum zum Ärger des Staatsanwalts.

Er enthüllte Details über die tragische Nacht.

"Ich habe Reeva das Leben genommen und muss damit leben", erläuterte der Sportler in 'Oscar Pistorius: The Interview', welches am Freitag (24. Juni) auf dem britischen Sender 'ITV' ausgestrahlt wird.

"Ich kann noch immer das Blut riechen. Ich kann die Wärme auf meinen Händen spüren. Und dann dieses Gefühl, zu wissen, dass das dein Fehler ist... Ich kann den Schmerz der Menschen, die sie geliebt haben und vermissen, verstehen. Ich spüre den gleichen Schmerz. Ich fühle den gleichen Hass gegen mich selbst. Und was ich mich immer wieder frage: Wie konnte das nur passieren? Wie?"

Laut ihm habe er die 29-Jährige durch die geschlossene Badezimmertür erschossen, weil er dachte, da sei ein Einbrecher im Haus - und er sie in ihrem gemeinsamen Bett wähnte.

"Ich öffnete die Badezimmertür und sah Reeva, wie sie über der Toilette hing", führte der Südafrikaner unter Tränen weiter aus.

"An diesem Punkt wusste ich, dass ich sie umgebracht habe. Ich wusste, dass sie tot war. So viel Blut überall. Ich wusste nicht, was ich tun sollte. Ich habe versucht, sie hochzuheben, aber da war so viel Blut, ich konnte nicht aufstehen. Und dann dachte ich, dass Reeva wieder angefangen hatte, zu atmen, also habe ich ihr meine Finger in den Mund gesteckt und versucht, ihr Mund-zu-Mund-Beatmung zu geben, aber da war so viel Blut."

Sein Leben wolle der für den Mord schuldig gesprochene nicht "hinter Gittern verschwenden."

„Es ist schwierig, mit der Mordanklage umzugehen", so der Sportler.

Mindestens 15 Jahre Haft

Der ab den Unterschenkeln amputierte Olympia-Teilnehmer war in erster Instanz wegen fahrlässiger Tötung zu fünf Jahren Haft verurteilt worden. In zweiter Instanz wurde er jedoch wegen "Mordes" verurteilt, was im deutschen Rechtssystem dem Totschlag entspricht.

Pistorius wird am 6. Juli die Länge seiner Strafe erfahren. Ihm drohen mindestens 15 Jahre Haft.

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