Opernstar Gheorghiu über Kekse & Koloraturen

REUTERSRomanian soprano Angela Gheorghiu speaks during an interview after her performance in Tosca at the Royal Opera House, Covent Garden,  London, June 13, 2006.   Picture taken June 13, 2006.   REUTERS/Paul Hackett   (BRITAIN)
Foto: REUTERS Angela Gheorghiu: In der nächsten Spielzeit singt die Sopranistin an der Staatsoper "Adriana Lecouvreur".

Angela Gheorghiu ist der Stargast beim Opernball 2012. Für das Haus am Ring hat die Sopranistin auch viele andere Pläne.

Sie ist einer der absoluten Superstars der Opernwelt; kommenden Donnerstag ist sie die sängerische Hauptattraktion am Wiener Opernball. Warum der neue Staatsoperndirektor daran schuld ist, erklärt Angela Gheorghiu im KURIER-Interview.

KURIER: Wären Sie zu früheren Opernbällen nicht gekommen?
Angela Gheorghiu: Natürlich nicht! In diesem Jahr ist es jedoch so weit. Es hat terminlich geklappt und ich freue mich sehr, dass mich Dominique Meyer eingeladen hat. Wir kennen uns schon sehr lange und schätzen uns gegenseitig. Er ist ein wunderbarer Mensch.

Sie singen Stücke aus unterschiedlichen Epochen?
Das eine ist die "Habanera" aus Bizets Oper "Carmen", das andere ist "I could have danced all night" aus Loewes Musical "My Fair Lady". Beide passen perfekt zu diesem Ball.

Darf verraten werden, was für ein Abendkleid Sie tragen werden?
Was für ein Kleid es ist, verrate ich nicht (lacht) . Mein Plan war es, dass ich pro Lied ein anderes Kleid trage – das wäre wunderbar gewesen. Leider ist der zeitliche Ablauf des Balles so eng, dass ich diese Idee aufgeben musste.

AP** FILE ** In this May 17, 2006 file photo, singer Angela Gheorghiu performs on stage inside the Cannes Festival Palace theater before the screening of "The Da Vinci Code," at the 59th International film festival in Cannes, southern France. (AP Photo/Ki Foto: AP Gheorghiu hat eine CD mit dem Titel "Hommage to Maria Callas" aufgenommen.

Wann singen Sie wieder in Wien?
Schon in der nächsten Saison wird es passieren (lacht) . Ich werde mit "Adriana Lecouvreur" in der Staatsoper auftreten. Es ist eine tolle Produktion, Sie werden sehen. Wien selbst liebe ich über alles, das war schon immer so. Auch das Wiener Opernpublikum ist ein ganz besonderes Publikum. Und dann gibt es noch einen Grund, warum ich Wien in mein Herz geschlossen habe: das Angebot vieler Kaffeesorten und vieler Kekse, Kuchen, Torten und generell süßer Leckereien.

Vor 20 Jahren gaben Sie Ihr internationales Debüt mit der Mimi aus "La Bohème". Können Sie sich mit Mimi noch identifizieren?
Auf jeden Fall. Ich bin jetzt 20 Jahre älter als damals, und meine Mimi ist auch 20 Jahre älter geworden, mit all meinem Glück und meinen Alltagssorgen. Was die Regie angeht, generell auch die Auslegung der Person Mimi, so bekommt sie meiner Meinung nach jedoch bis heute jeder auf die falsche Art und Weise zu sehen. Ganz ehrlich: Ich warte immer noch auf eine wahre "Bohème".

Ist zeitgenössische Musik in der Oper zu wenig präsent?
Das ist ein schwieriges Thema, und wir könnten Stunden darüber reden. Natürlich wäre ich dafür, mehr zeitgenössische Opern zur Aufführung zu bringen. Aber ich kann diesbezüglich keine Entscheidung treffen.

Was ist eigentlich mit russischem oder mit deutschsprachigem Opernrepertoire, wie Richard Strauss. Wäre das nichts für Sie?
Auf Russisch habe ich vor Kurzem im Bolschoi-Theater gesungen, genauer gesagt Arien aus der Oper "Pique Dame". Es war einmalig, und vielleicht kommt bald mehr in dieser Richtung. Wissen Sie, dass das erste Lied, das ich im Kindergarten gesungen habe, ein deutschsprachiges Lied war? Jeder kennt es: "Guten Abend, gute Nacht", von Johannes Brahms. Auf meiner CD "My World" singe ich auch auf Deutsch, nämlich Lieder von Schumann, Schubert und Strauss. Aber es stimmt: Richard Strauss sollte ich in mein Repertoire aufnehmen, seine Musik würde gut zu meiner Stimme passen.

Sie haben kürzlich eine neue CD mit dem Titel "Hommage to Maria Callas" herausgebracht. Wieso nicht eine "Hommage to Renata Tebaldi" oder Anna Moffo?
Weil ich Angela Gheorghiu bin! (lacht) Und weil ich Maria Callas wirklich bewundere. Sie war eine Pionierin. In meinen Augen war sie eine Sängerin mit Leidenschaft, eine mutige noch dazu, und somit eine Sängerin mit ganz großer Persönlichkeit. Das liebe ich an ihr. Darüber hinaus ist es für mich eine große Ehre, dass wir beim selben Plattenlabel, nämlich EMI, sind. Eine CD zu Ehren Callas wollte ich schon immer machen. Und genau jetzt war der richtige Zeitpunkt.

(kurier / Sven Koblischek ) Erstellt am
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