Stars 09.01.2013

Wurde Vittorio Missoni entführt?

Eine mysteriöse SMS gibt den Angehörigen Hoffnung.

Seit sechs Tagen fehlt jede Spur von dem Flugzeug mit Mode-Unternehmer Vittorio Missoni (58), seiner Frau und vier weiteren Insassen an Bord. Eine mysteriöse SMS gibt den Angehörigen Hoffnung. Ermittler ziehen mittlerweile die Möglichkeit in Betracht, dass der Modemacher entführt wurde.

Die Maschine des Typs Norman BN2 war am Freitag vom Archipel Los Roques Richtung Caracas gestartet. An Bord: Missoni, seine Frau Maurizia Castiglioni, ein weiteres italienisches Ehepaar, Freunde der Missonis, sowie ein venezolanischer Pilot und ein Kopilot.

Am späten Sonntagabend soll der Sohn einer der verschollenen Passagiere eine SMS vom Handy seines Vaters erhalten haben, berichtet das Nachrichtenportal „The Daily Beast". Er stand regelmäßig in Kontakt mit seinem Vater Guido Foresti, bevor dieser das Flugzeug bestieg. „Ruft jetzt an, wir sind erreichbar“, stand in der Nachricht.

Die italienische Telefongesellschaft Telecom Italia Mobile bestätigte gegenüber einem lokalen TV-Sender, dass die SMS versendet wurde, konnte aber nicht sagen, wann sie genau geschrieben wurde. Fest steht: Das Mobiltelefon, von dem aus die SMS verschickt wurde, ist nicht erreichbar.

Laut italienischen Medien untersuchen Ermittlungsbeamten jetzt, ob eine Entführung in Betracht kommt und wer dafür verantwortlich sein könnte. Auch die Familie von Vittorio Missoni klammert sich an diesen Gedanken: "Es ist besser, entführt zu werden, als auf dem Meeresboden zu liegen. Wir hoffen, dass alle vier am Leben sind und es ihnen gut geht. Wir hoffen weiterhin, dass sich die Suche in alle Richtungen ausstreckt", zitiert die italienische Zeitung „Il Giornale“ Vittorios Schwester Angela Missoni.

Plötzlich verschwunden

In einer solchen Maschine verschwand der Missoni-Sohn mit seiner Frau spurlos.
The Britten-Norman BN-2 Islander aircraft YV-2615, which was reported missing on January 4, 2013, is pictured in this undated ha… © Bild: Reuters/HANDOUT
Ursprünglich war das zweimotorige Flugzeug am Freitag auf dem Flugplatz Simon Bolivar di Maiquetia – rund 20 Kilometer von Caracas entfernt – erwartet worden. Doch nur Minuten nach dem Start vom Archipel Los Roques riss der Funkkontakt zwischen Flugzeug und Tower plötzlich ab.

Der Pilot habe sich vom Kontrollturm des Insel-Flughafens abgemeldet, um auf die Funkfrequenz des Ziel-Flughafens zu wechseln, berichtete die italienische Zeitung „El Nacional“. Der Pilot Enrique Rada startete mit seinem Flugzeug nur kurz nach der Maschine, in der sich Missoni befand: „Ich sah sie direkt vor mir, bis sie von einer riesigen Wolke verschluckt wurden“, wird er von der Turiner Zeitung „La Stampa“ zitiert.

Das Familien-Unternehmen Missoni

( Kurier ) Erstellt am 09.01.2013