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28.11.2017

Matthias Reim über seinen Absturz

Schlagerstar Matthias Reim ließ zu seinem 60. Geburtstag die Höhen und Tiefen seiner Karriere Revue passieren.

Sein Hit "Verdammt ich lieb' Dich" machte Matthias Reim 1990 quasi über Nacht zum absoluten Schlagerstar. Doch so plötzlich der Ruhm auch gekommen war, so schnell folgte der Absturz und der Musiker geriet in die Schuldenkrise. Anlässlich seines 60. Geburtstags ließ Reim seine Karriere nun Revue passieren – und sprach auch über die schweren Zeiten.

Reim über Karriere-Flaute

"Keiner weiß, was kommt, gerade wenn du anfängst", so Reim im Interview mit t-online.de. Auf einen Absturz sei man einfach nicht vorbereitet.

"Am Anfang habe ich zweieinhalb Millionen Platten im Jahr verkauft, dann war ich plötzlich bei 10.000. Das sind nicht mal 0,01 Prozent davon. Da kannst du nur tief durchatmen und wieder von vorne anfangen."

Der Schlagersänger tappte in die Schuldenfalle, gilt nach seinem Insolvenzverfahren im April 2010 aber wieder als schuldenfrei.

"Du kannst daran zerbrechen. Du musst aufpassen, wenn du unterwegs bist. Du musst aufpassen, auf die Versuchungen, wenn du dir deinen Hotelfrust wegsaufen willst. Wenn du damit anfängst, geht's auch bergab. Du musst dich unter Kontrolle haben. Du musst mit Einsamkeit umgehen können, mit Leere, mit Warten. Das ist das Schlimmste in unserem Beruf, dieses Warten", erzählte er.

Doch Reim gab nicht auf. Mit der Zeit sei es mit seiner Karriere wieder bergauf gegangen. Wenn auch zu Beginn nur schleppend. 2013 brachte er ein neues Album mit dem Titel "Unendlich" heraus – und erreichte damit zum erstem Mal nach seinem Debüt wieder Platz 1 in den deutschen Albumcharts. Seitdem hat der Schlager-Barde zwei weitere Platten veröffentlicht.

Auch seine Konzerte sind inzwischen wieder gut besucht. "Von Jahr zu Jahr wurden es wieder mehr. Erst kamen 600 bis 700 Leute, zwei Jahre später 1500, dann 3000 - jetzt sind wir bei 10.000 bis 15.000 in Berlin. Im Moment geht es dauernd nach oben", berichtet Reim.

Zur Ruhe setzen wird er sich auch in Zukunft nicht so bald. "Auf die Rente in fünf Jahren brauche ich auch nicht zu hoffen, ich bekomme keine, denn ich habe kaum eingezahlt. Ich kann es mir also gar nicht leisten, mit der Musik aufzuhören", erzählt er der Bild-Zeitung.

Die größte Belohnung seien ihm immer noch seine Fans: "Selbst wenn ich nur mit 'Verdammt, ich lieb dich' auf die Bühne gehen würde, springen alle auf, singen und feiern mit. Das ist ein Geschenk und das bleibt. So lange ich lebe, wird das die Zugabe bleiben."