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10.10.2017

Clooney, Streep & Winslet äußern sich über Weinstein

Viele ihrer Karrieren hat Harvey Weinstein gepusht: Was Kate Winselt und George Clooney über den Sexskandal des Produzenten sagen.

Als mächtigster Mann in Hollywood wurde er jahrzehntelang gehandelt. Harvey Weinstein produzierte legendäre Filme wie "Pulp Fiction", "Shakespeare in Love" oder "The King's Speech". Jetzt aber wurde er – von seinem Bruder – aus seiner eigenen Firma entlassen. Der Grund: Mehrere Prominente wie Rose McGowan und Ashley Judd kamen in der New York Times zu Wort und erklärten, dass sie von Weinstein sexuell belästigt wurden.

Um den Ruf des Filmmoguls nicht zu schaden, gab es Schweigegeld – für acht Frauen, die Anzeige erstattet hatten. Er selbst hat sich nach den Berichten öffentlich für seine "Dämonen" entschuldigt und will sich nun therapieren lassen.

Mittlerweile äußern sich immer mehr Stars zu den Vorfällen – mit vielen hat der Produzent jahrelang erfolgreich zusammengearbeitet.

Kate Winslet – glaubte an Lügen

Kate Winslet kennt Weinstein und hielt die allseits bekannten Grüchte immer für Lügen. "Aber vielleicht waren wir alle naiv", so Winslet. Es sei "zutiefst schockierend" gewesen, von Anschuldigungen "gegen einen unserer wichtigsten und vielfach ausgezeichneten Filmproduzenten" zu erfahren. Dass Frauen sich nun trauen, die Wahrheit zu sagen, sei "unglaublich mutig. Ich unterstütze sie bei einem so notwendigen Schritt gegen jemanden, der sich so verwerflich und grauenhaft verhalten hat".

Winslet hat mit "Der Vorleser" einen Oscar gewonnen – der Film wurde von der Weinstein Company produziert.

Meryl Streep – unentschuldbares Verhalten

Auch Oscar-Preisträgerin Meryl Streep (68) hat mit Entsetzen auf die "beschämenden Nachrichten" reagiert. 2012 hatte sie den Produzenten in ihrer Golden-Globe-Dankesrede für "Die Eiserne Lady" noch als "Gott" bezeichnet.

"Die furchtlosen Frauen, die ihre Stimmen erhoben haben, um diesen Missbrauch zu enthüllen, sind unsere Heldinnen", so die Schauspielerin. Streep, die mit der Weinstein Company mehrere Filme drehte, erklärte aber, sie selbst habe von den Vorwürfen nichts gewusst. Sie sei von Harvey Weinstein stets "respektvoll" behandelt worden. Das Verhalten des Filmmoguls sei "unentschuldbar", der Missbrauch von Macht sei aber weit verbreitet.

Jessica Chastain – wo sind die Männer?

Jessica Chastain hat mehrere Twitternachrichten zu dem Vorfall veröffentlicht: "Ich habe es satt, dass Medien nur von Frauen verlangen, ihre Stimme zu erheben. Was ist mit den Männern? Vielleicht haben viele Angst wegen ihres eigenen Verhaltens."

Weiters erklärte sie, dass sie von Beginn an vor Weinstein gewarnt wurde. Die Gerüchte über seine Belästigungen seien überall kursiert.

George Clooney – wusste nichts davon

In einem Statement erklärt auch Hollywoodstar George Clooney, dass er keinen Schimmer hatte, was sein guter Bekannte Frauen angetan hat.

"Es ist unverzeihlich. Das ist das einzige Wort, mit dem man beginnen kann. Harvey hat es zugegeben und es ist unverzeihlich. Ich kenne ihn seit 20 Jahren." Er habe viel Zeit mit Weinstein verbracht: "Wir hatten gemeinsame Abendessen, wir waren gemeinsam am Set, wir hatten Streitereien. Doch ich kann Ihnen sagen, dass ich niemals ein solches Verhalten bei ihm gesehen habe – nie."

Er habe zwar von den Gerüchten gehört, aber sie für Märchen gehalten – wie offenbar viele seiner Kollegen auch: "Ich wusste nicht, dass es so weit ging, dass er acht Frauen bezahlte, damit sie schweigen und dass diese Frauen bedroht und zu Opfern gemacht wurden. Ich habe mich mit vielen Leuten darüber unterhalten und kenne nicht viele, die davon gewusst haben."

Judi Dench – hat Weinstein ihre Karriere zu verdanken

Auch die britische Schauspielerin Judi Dench (82) distanziert sich angesichts der Missbrauchsvorwürfe von dem Filmmogul. In einem Statement offerierte sie "Unterstützung von ganzem Herzen" für diejenigen, die sich über das Verhalten des Produzenten beschwert haben.

Weinstein habe ihre Karriere in den vergangenen 20 Jahren extrem gefördert und sie habe ihm viel zu verdanken. Sie sei aber "komplett ahnungslos" gewesen, was die Vorwürfe angehe, die "natürlich fürchterlich" seien. Die 82-Jährige bekam 1999 einen Oscar für ihre Darstellung der englischen Königin Elizabeth I. im von Weinstein produzierten Film "Shakespeare in Love". Im Laufe der folgenden Jahre erhielt sie Oscar-Nominierungen für weitere Filme, die von den Firmen des Produzenten auf den Markt gebracht wurden.

Kevin Smith – schämt sich

Comedian und Regisseur Kevin Smith äußert sich als einer der wenigen Männer: "Er hat die ersten 14 Jahre meiner Karriere finanziert – jetzt weiß ich, dass während ich profitiert habe, andere schreckliche Schmerzen erfahren mussten. Ich schäme mich dafür."