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Sopranistin Kristin Lewis: "Shoppen ist mein einziger Sport"

In ihrer Paraderolle als Aida glänzt sie auf der Bühne, privat liebt Kristin Lewis Mode, Make-up, Europas Geschichte und Jazz.
Eine lächelnde Frau mit dunklen Haaren und goldenen Ohrringen vor grünem Hintergrund.

Heiß ist es in St. Margarethen. Der amerikanischen Sopranistin, Star der heurigen Opernfestspiele, macht das nichts aus. Konzentriert probt Kristin Lewis, mit Knieschonern ausgerüstet, jeden Schritt und jeden Kniefall auf der gigantischen Bühne im Römersteinbruch. 22 Meter hoch thront die Styropor-Sphinx über der Kulisse. Damit ist sie größer als das Original von Gizeh.

Ein Mann mit Hut und eine Frau mit Sonnenbrille schauen auf ein Smartphone.
Kristin Lewis, Aida, St. Margarethen, Robert Dornhelm, Rust, Oper
Robert Dornhelm, der nach "La Bohème" im Vorjahr heuer "Aida" inszeniert, sitzt entspannt unterm Sonnenschirm. Der preisgekrönte Film-Regisseur freut sich, dass die Opernfestspiele trotz der Insolvenz der Firma des Intendanten Wolfgang Werner stattfinden. Auf dem Handy zeigt er Fotos von der Bühnenbeleuchtung und den Video-Projektionen. "Es wird ein fantastisches Opernspektakel", verspricht er.

Eine Freilichtbühne mit ägyptisch anmutenden Statuen und Dekorationen vor einer Felswand.

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Eine lachende Frau mit dunklen Haaren und goldenen Ohrringen.

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Ein Mann und eine Frau halten Händchen vor einer großen Sphinx-Statue.

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Kostüme mit Namensschildern hängen an einer Kleiderstange.

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Drei goldene Brustformen stehen nebeneinander auf einem Regal.

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Eine Frau weicht entsetzt vor einem Mann mit einem Schlagstock zurück, während eine andere Frau versucht, ihn aufzuhalten.

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Ein Mann mit Hut und eine Frau mit Sonnenbrille gehen an ägyptischen Statuen vorbei.

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Eine Frau steigt in eine Fahrradrikscha vor dem Weingut Feiler-Artinger.

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Zwei Frauen fahren mit einem Fahrradtaxi vor einem Hotel vor.

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Eine Frau geht vor dem „Hotel Die Mühle Rust Bürgerhaus“ die Treppe hinunter.

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Zwei Frauen bereiten einen Tisch mit Obst und Getränken im Freien vor.

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Ein Notenbuch mit dem Titel „Aida“ von Giuseppe Verdi liegt auf einem Tisch.

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Eine Frau lächelt neben einer weißen Marmorbüste.

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Styling

In der Mittagspause macht sich Kristin Lewis für den Ausflug mit der Rikscha am Neusiedler See frisch. Eine gute halbe Stunde braucht sie fürs perfekte Styling. Das Sommerkleid vom englischen Designer Ted Baker sitzt wie angegossen, goldene Armreifen und Ohrringe glänzen. Ein Faible für Mode, Schmuck und Schminken hatte sie schon als Kind, wie sie später beim Lunch im "Bürgerhaus" erzählen wird. "Ich habe mit Begeisterung meiner Mutter zugesehen, wenn sie sich für den Tag zurechtmachte. Wenn ich Make-up kaufe, lasse ich mich heute noch genau beraten." Ungeschminkt verlässt sie nie das Haus. "Nicht, weil ich das Gefühl habe, ich muss, sondern weil es mir Spaß macht."

Eine Frau mit dunklen Haaren und goldenem Schmuck lächelt in die Ferne.
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Seit neun Jahren wohnt die in Arkansas geborene Sängerin in Wien, weil hier ihre Lehrerin und größte Förderin, Carol Byers, lebt. Und "weil ich diese charmante Stadt mit großer Geschichte und Kultur fantastisch finde". Herzhaft lachen muss die 2010 mit dem begehrten "Oscar der Oper" der Arena di Verona Ausgezeichnete, wenn sie nach Sport gefragt wird. "Shoppen ist mein einziger Sport. Manchmal zu viel. Ich liebe es, in den verschiedenen Ländern zu schauen, was dort gerade fashionabel ist. Es ist interessant zu sehen, dass sich Spanierinnen, Engländerinnen oder Französinnen anders kleiden."

Schüchtern, die Hände in den Schoß gelegt, wirkt sie, wenn sie zuhört. Ganz anders wenn sie spricht, da strahlt ihr Gesicht, ihre Mimik wird weich. Wie ein Teenager, der erstmals sein Idol persönlich trifft, erzählt sie von der Begegnung mit Bill Clinton auf dem Life Ball. Wie sie stammt der ehemalige US-Präsident aus Little Rock. "Ich habe fast geweint, als wir miteinander sprachen. Es war das Highlight meines Lebens", gibt sie ohne Starallüren zu.

Wohlbehütet

Dankbar ist die begabte Sopranistin, die eigentlich Jus studieren wollte, für ihr Glück. Obwohl Little Rock im Forbes-Ranking der gefährlichsten Städte der USA an siebenter Stelle steht, fühlte sich Kristin Lewis als wohlbehütetes Kind nie bedroht. "Ich war immer von Menschen umgeben, die mich unterstützt und an mich geglaubt haben."

Geborgen im religiösen Familienverband, ist sie mit Musik und der Kirche aufgewachsen. Dort wurde viel gesungen. "Dass Musik meine Berufung, mein Ziel, mein Leben ist, habe ich erst später realisiert. Ich habe die richtige Entscheidung getroffen. Ich hätte eine große Chance verpasst." Ob sie aus Liebe sterben würde, wie Aida in Verdis Oper, wisse sie nicht. "Man kann zwar sagen, man liebe jemanden. Aber die Größe, das Ausmaß der Liebe, sind nicht Worte, sondern Taten. Manchmal werden wir getestet. Dann zeigt sich die Liebe in ihrer stärksten Form."

Mehrere Störche sitzen auf Dächern und in Nestern.
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Während sie über Liebe und ihre Leidenschaft für Jazz-Musik (von Gregory Porter und Dianne Reeves bis Cassandra Wilson und Anita Baker) offen spricht, verschweigt sie beharrlich ihr Alter. "Ladys aus dem Süden sagen ihr Alter nicht." Schätzen würde man sie auf 30 bis 35. "Wir könnten sagen, zwischen 25 und 50", scherzt die Sängerin, bevor sie voll Tatendrang in den Steinbruch zu den Proben zurückkehrt.

Info: "Aida" mit Kristin Lewis und Martin Muehe, 9. 7. bis 17.8. in St. Margarethen im Burgenland. www.ofs.at

Gänsehaut bekomme ich, wenn ich ein schönes Musikstück das erste Mal höre. Wenn ich einen spirituellen Moment erlebe. Wenn ich in die Augen eines Babys sehe.

Meine Traumrolle ist Elisabetta in Don Carlo, meine Lieblingsoper. Wenn Liebe in Noten geschrieben werden könnte, dann würde sich Liebe so anhören. Ich liebe alles an dieser Oper.

Wütend werde ich, wenn ich Ungerechtigkeit sehe.

Angst habe ich vor dem Versagen. Wenn ich auf die Bühne gehe, habe ich keine Angst.

Liebe ist Musik, Familie, Freunde.

Meinen Traum lebe ich.

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