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11.10.2017

"Angefasst": Jolie & Paltrow waren Opfer von Weinstein

Asia Argento behauptet, Weinstein habe sie vergewaltigt. Ehefrau Georgina Chapman hat den Produzenten bereits verlassen.

Die Missbrauchsvorwürfe gegen den früheren Hollywood-Produzenten Harvey Weinstein haben deutlich an Schärfe zugenommen. Wie das Magazin New Yorker am Dienstag berichtete, werfen drei Frauen dem 65-jährigen vor, sie vergewaltigt zu haben. Unter ihnen ist der italienische Filmstar Asia Argento.

In den vergangenen Tagen war Weinstein bereits der sexuellen Belästigung beschuldigt worden, woraufhin ihn sein eigenes Filmstudio gefeuert hatte. Die drei Frauen beschuldigen Weinstein, sie zum oralen oder vaginalen Sex gezwungen zu haben.

Weinstein bestreitet Vergewaltigung

Der Film-Mogul wehrte sich gegen diese neuen Vorwürfe: "Alle Anschuldigungen über nicht einvernehmlichen Sex werden von Mr. Weinstein unmissverständlich zurückgewiesen", erklärte eine Sprecherin.

Die 42-jährige Asia Argento berichtete dem New Yorker, dass Weinstein sie vor 20 Jahren in einem südfranzösischen Hotelzimmer zum oralen Sex gezwungen habe. Wegen der enormen Größe des Ex-Produzenten, der in der Vergangenheit bis zu 136 Kilo wog, sei sie voller Furcht gewesen: "Es wollte nicht aufhören. Es war ein Albtraum."

Zum Oralsex gezwungen

Ähnlich lautete die Schilderung der Schauspielerin Lucia Evans. Sie berichtete, Weinstein habe sie 2004 im New Yorker Büro des Filmstudios Miramax zum Oralsex gezwungen. Eine weitere Frau, die anonym bleiben wollte, erzählte, dass Weinstein sie unter einem Vorwand in ein Hotelzimmer gelockt habe. Dort habe er dann plötzlich in den Bademantel gewechselt und sei über sie hergefallen.

Argento sagte, sie gehe mit ihren Anschuldigungen erst jetzt an die Öffentlichkeit, da sie Angst gehabt habe, Weinstein würde sie "zerschmettern": "Ich weiß, dass er schon viele Menschen zerschmettert hat."

Paltrow & Jolie erzählen über Erfahrung mit Produzent

Zahlreiche weitere prominente Weggefährten warfen dem Produzenten unter anderem sexuelle Belästigung vor. Weinstein habe sie als 22-Jährige angefasst und massieren wollen, sagte Schauspielerin Gwyneth Paltrow der " New York Times".

Im Hotelzimmer "angefasst"

Damals habe er sie für den Film ‘Emma’ engagiert. Kurz darauf habe er sie auf seine Hotel-Suite bestellt und im Laufe des Gesprächs angefasst und vorgeschlagen, das Gespräch „für Massagen“ ins Schlafzimmer zu verlagern. Paltrow sei „wie gelähmt“ gewesen und habe sich geweigert. Danach hat sie ihrem damaligen Freund Brad Pitt von dem Vorfall erzählt, der Weinstein später mit den Vorwürfen konfrontierte. Der Filmproduzent warnte die Jung-Schauspielerin - sie dürfe nie von dem Vorfall erzählen.

Auch ihre Kollegin Angelina Jolie berichtete der Zeitung von einer "schlechten Erfahrung" mit Weinstein in ihrer Jugend. "Als Ergebnis habe ich mich entschieden, nie wieder mit ihm zu arbeiten, und andere vor ihm zu warnen. Dieses Verhalten gegenüber Frauen ist in jeder Branche und in jedem Land inakzeptabel."

Der ehemalige US-Präsident Barack Obama und seine Ehefrau Michelle zeigten sich "angewidert" von dem Verhalten des Großspenders der Demokratischen Partei. "Jeder Mann, der Frauen in solcher Art erniedrigt und herabsetzt, muss verurteilt und zur Rechenschaft gezogen werden, unabhängig von seinem Reichtum oder Status", erklärten die beiden. Zugleich lobten sie den Mut der Frauen, die mit ihren "schmerzhaften Geschichten" an die Öffentlichkeit gegangen seien.

Der Schauspieler und Regisseur George Clooney nannte Weinsteins Verhalten "unhaltbar" und erzählte, dass er Harvey gut kenne und nie etwas von diesen Vorwürfen bemerkt hatte. Ebenso wie Judi Dench, Meryl Streep oder Kate Winslet. Sie alle hatten von den Gerüchten gehört, schenkten ihnen aber keinen Glauben.

Ehefrau verlässt Weinstein

Sogar Ehefrau Georgina Chapman (41) hat nun ihre Konsequenzen gezogen. Die gefeierte Designerin sagte laut People, sie leide mit allen Frauen, die "nach diesen unverzeihlichen Aktionen" unermesslichen Schmerz erlitten hätten. "Ich habe mich entschieden, meinen Mann zu verlassen", so Chapman. Sie werde sich nach der medialen Schlammschlacht nun um ihre jungen Kinder kümmern.

Wegen "Fehlverhalten" entlassen

Der Tycoon war am Wochenende von der Weinstein Company, dem von ihm selbst mitgegründeten Filmstudio, wegen "Fehlverhaltens" entlassen worden. Bis dahin waren noch keine Vergewaltigungsvorwürfe gegen ihn erhoben worden, wohl aber Anschuldigungen, er habe Frauen im Gegenzug für sexuelle Gefälligkeiten Hilfen bei ihrer Filmkarriere versprochen.

Schon zuvor hatte sich Weinstein entschuldigt und eine Auszeit angekündigt, um seine "Dämonen" in den Griff zu bekommen. Unter seinen mutmaßlichen Opfern sind auch die bekannten Schauspielerinnen Ashley Judd und Rose McGowan. Manche Vorfälle reichen laut New York Times fast drei Jahrzehnte zurück. Mit mindestens acht Frauen habe Weinstein sich außergerichtlich geeinigt.

Harvey Weinstein war zusammen mit seinem Bruder Bob Weinstein jahrzehntelang einer der einflussreichsten Hollywood-Produzenten. Ihre einstige Produktionsfirma Miramax verkauften sie an Disney, um danach die Weinstein Company zu gründen. Zu Harvey Weinsteins größten Erfolgen gehören "Pulp Fiction", "Good Will Hunting", "Der englische Patient" und "The King's Speech".