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06.09.2017

Gefallener Tennis-Star: Sharapova über ihr Privatleben

Nach dem Doping-Vergehen will sich der russische Tennis-Star Maria Sharapova in einer Autobiografie erklären.

"Das Leben ist nicht nur Sonnenschein. Ich fühlte mich klein. Als große und mächtige Frau war das ein sehr fremdes Gefühl." Das erzählt Maria Sharapova (30) über ihre Entlarvung als Doping-Sünderin.

Die ehemalige Nummer eins der Tennis-Welt wurde wegen der Einnahme von Meldonium – ein Herz-Kreislauf-Mittel – im Jahr 2016 zu 15 Monaten Sperre verurteilt. Jahrelang hatte sie das Medikament zur Stabilisierung ihrer Gesundheit eingenommen. Jetzt ist sie vorzeitig wieder zurück, auch wenn einige die Nase rümpfen.

"Betrügerin"

"Sie ist eine Betrügerin. So einer sollte es in keinem Sport erlaubt sein, wieder zu spielen", sagt Kollegin Eugenie Bouchard (23) über Sharapovas Comeback in Stuttgart im April. Jetzt war sie auch bei den US-Open zu sehen, wo sie eines der besten Spiele lieferte. Die kaltschnäuzige Russin, zu der auch US-Vogue Chefin Anna Wintour (67) weiterhin hält und von ihrem Modestil schwärmt, hatte nach lautem Fan-Jubel einen ihrer seltenen emotionalen Momente am Tennis-Platz.

In ihrer neuen Autobiografie ("Unstoppable"), die am 12. September erscheint, versucht sie ihren Fall zu erklären. Denn in Deckung geht sie nach dem Skandal nicht.

Mit dem Vater ausgewandert

Schon als Siebenjährige sei sie alleine mit ihrem Vater von Moskau nach Kalifornien ausgewandert - ohne Geld, ohne Englisch zu sprechen und ohne ihre Mutter. Nur ihr Vater war dabei, um dem Tennis-Talent beizustehen. "Man hört viel Negatives über die Beziehung von Athleten und Tenniseltern, aber ich hatte Glück mit den Ansichten meines Vaters. Es ging nie darum, mir zu sagen, ich müsse gewinnen und diese Freiheit erlaubte es mir, mein eigenes Ich zu finden." Vater Yuri verdiente als Hilfsarbeiter etwas Geld, während Maria wie verrückt trainierte.

Vorbild Serena Williams

Mit 17 Jahren war sie dann im Olymp angekommen - sie besiegte die weit erfahrenere Serena Williams in Wimbledon im Jahr 2004. Vor ihr hat die sonst so harte Sharapova Respekt, die es genießt distanziert mit ihrem Konkurrentinnen umzugehen. Im Interview mit The Edit sagt sie:

"Ich bewunderte ihr Konkurrenzdenken, ihre Körperlichkeit und ihr Können. Neben ihr fühlte ich mich wie ein kleines Mädchen. Es gibt immer noch Zeiten, in denen ich mich so fühle."

Elf Jahre lang galt sie als bestbezahlte Sportlerin. Die kühle Blondine hatte unzählige Sponsoren, die sich um den jungen Star rissen, obwohl sie oft als unfreundlich und arrogant bezeichnet wird. Mit diesem Image hatte sie aber noch nie ein Problem.

Dann allerdings kam der Doping-Skandal. Sie gestand alles. Zehn Jahre hatte sie das Medikament genommen, zu dem ihr ein Arzt geraten hatte - wegen ihres unregelmäßigen Herzschlages, Magnesiummangels und Diabetes in der Familie. Durch diese Affäre sei sie nun immerhin auch "Verwundbarkeit" gewohnt, so Maria.

Es ist wieder Showtime

Unterkriegen will sie sich auch nach den vielen Negativkommentaren nicht lassen, obwohl sie zugibt: "Ich fragte ich mich oft, was die Leute denken würden. In den ersten vier oder fünf Monate [der Sperre] war es schwer Worte auf Papier zu bringen oder Erinnerungen hervorzurufen."

Während der Sperre machte sie Urlaub und absolvierte Kurse an der Harvard Business School. Die sportliche Mentalität half der als "Eiskönigin" bekannten Sportlerin mit der Schmach umzugehen: Niederlage hinnehmen, wieder aufrappeln, daraus lernen. "Jetzt ist wieder Showtime. Ich verdiene es, am Platz zu stehen."