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13.07.2013

„Fühle mich mit 70 wohler als mit 20“

Österreichs prominentester Rotschopf feiert heute mit 200 Gästen seinen 70.Geburtstag.

KURIER: Frau Lohner, Sie feiern heute mit 200 Gästen ihren 70. Geburtstag. Haben Sie sich mit der Zahl sieben schon angefreundet?

Chris Lohner: Ich kann nicht sagen, wie es sich anfühlt, 70 zu sein. Die Perspektive ändert sich im Alter. Aber das Eigengefühl ist mit 70 um nichts anders als mit 40. Natürlich ist der Busen nicht mehr da, wo er einmal war. Aber auch das ist eine Entwicklung, die nicht über Nacht passiert. Wenn ich Bilanz ziehe, fühle ich mich heute wohler als mit 20.

Warum fühlen Sie sich heute wohler als mit 20?

Weil ich einen entspannteren Umgang mit mir selbst und meinen Mitmenschen habe. Mit 20 hat man noch das "Everybody’s Darling"- Syndrom. Das habe ich heute nicht mehr.

Wir leben in einer Gesellschaft, die die Jugend verherrlicht. Wie denken Sie darüber?

Das Spannende am Leben ist das Weitergehen. Diese "Forever young"-Gesellschaft ist der absolute Oberblödsinn. Für mich wären die ewige Jugend und das ewige Leben stinklangweilig. Wir hätten keine Ziele, würden keine Versprechen halten, denn der Mensch hätte ohnehin für alles unendlich Zeit. Das gesamte Leben wäre sinnentleert.

Wie denken Sie über Schönheits-OPs?

Das soll jede Frau für sich selber entscheiden. Für mich kommen Beauty-OPs nicht infrage. Ich möchte meine Stirn runzeln können und nicht mit einem Schnabelmund sprechen müssen. Die zerschnittenen Frauen sind eher ein Fall für den Psychologen als für den Schönheitschirurgen. Denn meistens sehnen sich diese Frauen nur nach mehr Liebe. Die Krux ist: Dieses Problem kann kein Schönheitschirurg lösen. Eine weitere Problematik der Beauty-OPs: Wenn man sich auszieht, sollte der Kopf zum Körper passen und nicht wie angeschraubt wirken. Das ist der Grund, warum nach dem ersten Lifting meistens ein OP-Marathon beginnt.

Sie waren Model, TV-Moderatorin, Autorin und Kabarettistin. Welche Zeit war am schönsten?

Ich bin ein Jetzt-Geschöpf. Alles hatte seine Zeit und jetzt würde ich nicht mehr Model sein wollen. Ich will immer weitergehen, das finde ich spannender, als in der Vergangenheit zu leben.

Sie schreiben an einem neuen Buch. Wie wird es heißen?

Es heißt "Jung war ich lange genug, jetzt schaue ich mir einmal beim Älterwerden zu" Es werden heitere Betrachtungen aus meinem Leben sein. Aber es geht auch um Penisse und Sex im Alter.

Und wenn Sie sich beim Älterwerden zuschauen, sind Sie zufrieden, wie Sie damit umgehen?

Eigentlich ja. Es ist nicht mehr alles so schön und so knackig wie früher. Aber es wird von mir angenommen. Ich muss nicht mehr mit ärmellosen Shirts herumlaufen, das konnte ich lange genug. Das ist in Ordnung.

Haben Sie mit 70 noch Lust auf eine neue Liebe?

Nein, eigentlich nicht. Aber ich habe in Sachen Liebe auch nichts anbrennen lassen. Das kann ich nur jeder Frau empfehlen. Dieser ewige Spruch "Das mache ich dann" bringt im Leben nichts.

Chris Lohner ist bekannt dafür, Tabus zu brechen. Sie waren in den 1970ern mit dem Jamaikaner Lance Lumsden liiert. Wie waren die Reaktionen?

Sehr heftig. Lance und ich sind 1978 zusammengekommen. Ich habe damals ein Packerl mit einem Häufchen Scheiße geschickt bekommen, auf einem Zettel stand: "Negerhure schleich dich aus Europa und verrecke." Und das war nicht die einzige negative Reaktion. Ich habe mein Leben trotz der Drohungen nicht verändert, weil ich diese Attacken nur als armselig empfand.

Haben Sie Angst vor dem Tod?

Nein. Ich glaube, es existiert kein Leben nach dem Tod. Mit dieser Einstellung lebt man bewusster. Wenn nach dem Tod trotzdem noch was kommt, dann umso besser.

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