"Wenn die Emotionen verrücktspielen, sag’ ich mir: Die zwei Jahre vergehen. Und dann wird es bestimmt wieder leichter!"

© KURIER/Gilbert Novy

Interview
05/11/2014

Elina Garanca: "Schlafmangel? Immer!"

Die Sopranistin spricht über ihr turbulentes Leben als Zweifach-Mami.

von Julia Pfligl

Zwei Mal, um halb zwei und Viertel nach vier, wurde Elina Garanča in der vergangenen Nacht von Töchterchen Cristina Sophie (4 Monate) geweckt. Trotzdem strahlt die 37-Jährige: Ihr Open-Air-Konzert "Klassik unter Sternen" am 2. Juli, das erste nach der Babypause, ist bereits ausverkauft. Während die kleine Cristina im Nebenzimmer schläft und die zwei Jahre ältere Catherine Louise bei Papa Karel Mark Chichon in Lettland weilt, plaudert die Mezzosopranistin ganz entspannt über verlängerte Babypausen, fleißige Großmütter und warum sie sich manchmal am liebsten verstecken würde.

KURIER: Wie hat sich Ihr Leben als zweifache Mutter verändert?

Garanča: Mir geht es so wie allen jungen Müttern, die zwei Kinder haben, von denen eines noch ganz klein ist: Schlafmangel ist etwas ganz Aktuelles. Ich wünschte, ich könnte acht Stunden durchschlafen. Aber es ist sehr spannend und witzig daheim. Die Größere ist auf einmal viel erwachsener geworden. Sie liebt ihre kleine Schwester über alles.

Sie sprechen sehr offen über Ihr Familienleben. Stört es Sie, wenn man Sie danach fragt?

Ach, ich verstehe das. Die Leute denken vielleicht, bei uns ist es anders als bei anderen jungen Familien. Dabei ist es genau gleich: Wenn die eine schläft, ist die andere wach, wenn ich die Kleine stille, will die Große auf den Arm. Manchmal habe ich keine Zeit zu duschen. Oder ich habe Zeit, und die Große kommt und macht einfach die Tür auf.

Heute ist Muttertag. Welches Verhältnis haben Sie zu Ihrer Mutter?

Ein sehr gutes. Beide Großmütter sind bei den Kindern stark im Einsatz. Es ist mir wichtig, dass meine Kinder die großmütterliche Liebe auch genießen. Meine Mutter hat gesagt: "Ich liebe meine Kinder, aber die Enkelkinder sind noch eins drauf." Die Cathy (Tochter Catherine, Anm.) spricht nur mit mir Lettisch – mit meinem Mann reden wir Englisch und mit der Nanny Spanisch. Deswegen ist es wichtig, dass die Großeltern mit ihr Lettisch reden, damit sie die Sprache lernt.

Ihre Babypause haben Sie spontan verlängert.

Ich war übermütig. Ich dachte, ich kann nach drei Monaten zurückkommen, beim zweiten Kind ist man schon eingeübt. Aber man muss durchschlafen, um eine Partie wie den Rosenkavalier singen zu können, darf einen Tag nicht sprechen, steht drei Stunden durchgehend auf der Bühne. Das geht momentan einfach noch nicht. Ich hab’ von mir selbst zu früh zu viel verlangt.

Gibt es Momente, in denen Ihnen alles zu viel wird?

Manchmal möchte ich mich verstecken. Aber wenn die Emotionen verrücktspielen, sag’ ich mir: Die zwei Jahre vergehen. Und dann wird es bestimmt wieder leichter!

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