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18.10.2017

Die Schimankos bangen um die Eden Bar

Warum Eden-Bar-Chefin Michaela Schimanko Insolvenz anmelden musste, erzählt sie im KURIER.

Die ganz Großen wie Romy Schneider, Alain Delon, Udo Jürgens oder Liz Taylor schlürften hier schon im schummrigen Lampenschein ihren Champagner. Jetzt drohen aber die Lichter in der legendären Eden Bar für immer auszugehen.

"Es fällt mir wahnsinnig schwer, aber ich kann nicht mehr anders. Es haben sich mit der Baustelle so viele Schulden und Verpflichtungen angehäuft und ich kann sie nicht mehr abtragen. Ich hab’s versucht, aber es geht nicht. Es bleibt mir jetzt nur mehr der Schritt, Insolvenz anzumelden", so Michaela Schimanko, die das Lokal ein Jahr vor dem plötzlichen Tod ihres Vaters Heinz Werner Schimanko (22. November 2005) übernommen hat, zum KURIER. Zwischen 2011 und 2013 war die Hausfassade aufgrund Umbauarbeiten komplett eingerüstet. "Ich habe viele Anrufe bekommen, ob wir überhaupt geöffnet haben."

Es sind 14 Dienstnehmer und zirka 15 Gläubiger laut KSV1870 betroffen. Gemäß Insolvenzantrag kann vorerst von Gesamtverbindlichkeiten von 519.630 Euro ausgegangen werden.

Doch die Familie will die Hoffnung nicht aufgeben. und weiterkämpfen. "Ich habe Gott sei Dank ein großartiges Verhältnis zu meinen Geschwistern und genau deshalb sitze ich jetzt überhaupt auch da und bin involviert in die Eden-Bar-Angelegenheit, weil ich meine Schwester unterstütze und ich natürlich helfe, dass es hier weitergeht und dass die Eden wieder im alten Glanz erstrahlen kann wie anno dazumal", steht BruderHeinz-Rüdigerseiner großen Schwester voll und ganz zur Seite.

Schönster Eden-Bar-Moment

Der Betrieb soll weiterlaufen wie bisher, auch das Kulturprogramm. "Wirtschaftlich geht es uns schon besser. Das Kulturprogramm läuft sehr gut. Die Eden eignet sich hervorragend als Bühne, als sehr exklusive Bühne und es kommt gut an. Es war definitiv eine Marktlücke und ergänzt unseren Barbetrieb großartig und das werden wir sicher auch noch mit weiteren Veranstaltungen ausbauen. Das einzige Problem ist, dieser alte Rattenschwanz, der aufgrund dieser Probleme nach dem Tod des Vaters entstanden ist", so Rüdiger. Auch Michaela ist überzeugt, dass das alles zu schaffen ist und erinnert sich gerne an ihren schönsten Eden-Bar-Moment. "Also, das Lustigste war, wie ich, als bei uns die Krawattenpflicht gefallen ist, meinem Vater die Krawatte abschneiden durfte", erzählt sie mit funkelnden Augen.

Heinz-Rüdiger sprengte übrigens als Neunjähriger einmal eine Eden-Bar-Party. Gemeinsam mit der Tochter eines Freundes seines Vaters wurde es ihm in der Bar zu langweilig und die Kinder beschlossen, natürlich ohne Bescheid zu geben, durch die Innenstadt zu spazieren. "Das war eine Riesenaufregung. Du kannst es dir vorstellen, zwei Kinder sind weg. Die Eden war leer gefegt. Es sind 100 Leute ausgeschwärmt und haben die Kinder gesucht", lacht Michaela.