Die letzten, schweren Jahre des Fürsten Rainier, hier mit seinen Töchtern Stéphanie und Caroline (v. re.)

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Zwillinge für Monaco
12/25/2014

Der Fluch der Grimaldis

Den Zwillingen von Charlene und Albert wird hoffentlich mehr Glück beschieden sein als früheren Generationen.

von Georg Markus

Jacques heißt er also, der künftige Fürst von Monaco, der diese Woche nebst Zwillingsschwester Gabriella das Licht der Welt erblickte. Das Ereignis gibt Anlass, sich mit dem Zwergstaat zu befassen, der so klein ist wie der Wiener Bezirk Margareten, weshalb es verwundern mag, dass das Fleckchen Erde immer wieder die Aufmerksamkeit der Medien in aller Welt auf sich zieht. Der Grund dafür ist wohl, dass es die Grimaldis verstanden haben, ihr Land in ein Paradies für reich und schön zu verwandeln.

Am meisten dazu beigetragen hat die Großmama des kleinen Jacques, die als Grace Kelly Hollywoodstar war, ehe sie 1956 Fürst Rainier heiratete.

Beginn als Raubritter

Die Heirat war – auch wenn die Liebe mitgespielt hat – von großer wirtschaftlicher Bedeutung für den seit dem Jahr 1275 von den Grimaldis regierten Kleinstaat. Die Anfänge waren nicht so fein wie sich das Adelsgeschlecht heute gibt, hatten die ursprünglich aus Genua stammenden Familiengründer ihre Karriere doch als simple Raubritter begonnen.

Ein armer Fürst

Als Fürst Rainier III. sich in Grace verliebte, war John Kelly, der milliardenschwere amerikanische Bauunternehmer und Vater der Braut, nicht glücklich über diese Verbindung, nannte er seinen künftigen Schwiegersohn doch "einen hergelaufenen, bankrotten Fürsten", von dessen Land "noch niemand je gehört hat". Grace Kellys Mutter Margaret dachte überhaupt, Rainier sei der Fürst von Marokko (!), und ihre Tochter würde bald "in einem Land mit Kamelen leben". Nicht genug damit, missfiel den Kellys auch, dass Rainiers Mutter Charlotte das uneheliche Kind des Fürsten Louis II. von Monaco mit einer Wäscherin war.

Grace Kelly: Mehr Schein als Sein

Grace Kelly wird von den Eels und den Ärzten besungen, eine Hermès-Tasche wurde nach ihr benannt und noch immer gilt sie als zeitloses Stilvorbild in Kleiderfragen. Die Schauspielerin und spätere Fürstin von Monaco ist seit ihrem Tod 1982 zum Mythos geworden. Eine neue Biografie beschäftigt sich mit der Frau, die stets perfekt erschien, innerlich aber sehr unsicher war, so Autor Thilo Wydra.

Zum 30. Todestag am 14. September hat Thilo Wydra eine erste, umfassende Biografie von Grace Kelly mit dem schlichten Titel "Grace" vorgelegt.

Der Filmwissenschaftler und Germanist, der schon Biografien von Romy Schneider und Alfred Hitchcock veröffentlichte, beschreibt Kelly als zerissene Frau.

Ihr Leben ist stets mehr Schein als Sein "Ihre Existenz zwischen dem Glamour Hollywoods und ...

... dem Leben als Fürstin von Monaco war mehr Schein als Sein, eine Diskrepanz, unter der sie litt und die ihre Zerrissenheit spiegelt" versucht Wydra ein psychologisches Porträt der schönen Grace zu entwerfen.

Der Vater ignoriert sie Unter der Missachtung ihres dominanten Vater wuchs Kelly in einem sehr reichen Elternhaus heran. Stets buhlte sie mit ihren Geschwistern um die Aufmerksamkeit des Familienoberhauptes. Vergebens. Die Mutter war strenge Sportlehrerin - auch von ihr konnte sie keine Herzenswärme erwarten.

"Grace wird zeit ihres Lebens nach Anerkennung und Bestätigung, nach Schutz und Geborgenheit durch ihren übergroßen Vater suchen", so Wydra in der Biografie.

Sie sucht Liebe - und hat Affären Als Folge daraus resultiert bei Grace laut dem Autor eine Faszination für ältere Männer. Die Liebe, die sie bei ihrem Vater, dem Bauunternehmer John Brendan Kelly Sr. nicht findet, versuchte sie sich mit Liebschaften zu holen.

William Holden, Gary Cooper oder Ray Milland waren die Lover der Schauspielerin.

Keine Liaison mit Hitchcock Alfred Hitchcock war ein glühender Verehrer der Blondine. In der Biografie sind erstmals Auszüge aus dem Briefkontakt von Hitchcock und Kelly zu lesen. Die sehr innige Freundschaft habe aber nie eine sexuelle Ebene erreicht, glaubt Autor Wydra.

Mit Cassini verlobt Mit dem Modeschöpfer Oleg Cassini war sie dagegen sogar verlobt. Das Heiratsversprechen löste sie allerdings als ein anderer um ihre Hand bat.

Fürst Rainier will sie sofort heiraten Fürst Rainier von Monaco. Davor hatten sich die beiden nur einige Male getroffen. Ganz sicher war sich Kelly über die Heirat angeblich nicht. Noch 1955 sagt sie:

Ihre Karriere liegt ihr am Herzen "Natürlich möchte ich heiraten. Aber meine Karriere liegt mir mehr am Herzen als der Gedanke an die Ehe. Wenn ich jetzt aufhörte – und aufhören müsste ich, weil die Ehe nach meiner Auffassung eine Frau ganz beansprucht – dann würde ich mich womöglich mein Leben lang mit dem Gedanken quälen, welch große Schauspielerin ich hätte werden können", erklärt sie noch 1955. 1956 war sie bereits verheiratet.

Einige Jahre nach ihrem Dasein als Ehefrau des Fürsten, wollte sie wieder einem richtigen Job nachgehen, am liebsten zur Schauspielerei zurückkehren.

Lächelnd posiert Fürstin Gracia Patricia voaco ire 1982. Am 14. S14. September 1982 starb sarb sie an den Folgen eines Autounfalls. Die am 12. November 1929 in Philadelphia geborene Hollywood-Schauspielerin Grace Kelly erhielt 1954 einen "O" f#25ür ih

Depression Damit blieb der Fürstin nur ihr Hobby, das Blumenpressen, als Beschäftigung. Nach dem Tod ihres Vater und zwei Fehlgeburten schlitterte sie immer mehr in eine Depression.

Archivbild vom Januar 1980 zeigt Fürstin Gracia Patricia von Monaco. Die am 12. November 1929 in Philadelphia geborene Grace Kelly hätte in diesem Jahr ihren 70. Geburtstag feiönnen. Mit Filmen wie wie "Das ter zum zum Hof" und @ben den D;#228;chern

"Ich bin ein Wrack" Mit dem Älterwerden hatte die Fürstin offenbar extreme Probleme: "Für eine Frau ist es eine Qual, das Ende. Ich finde es erbärmlich, vierzig zu werden (...) ich bin ein Wrack. Ich kann es nicht ertragen", zitiert Thilo Wydra Grace Kelly.

Der Regisseur Robert Dornhelm, mit dem Wydra ein Interview führte, war ein Freund von Kelly, plant selbst gerade eine Filmbiografie über Grace mit Nicole Kidman in der Hauptrolle und gibt wohl die aufschlussreichsten Infos über Gracia Patricia in der Biografie.

Dornhelm nahm die Fürstin als "eine sehr einfache, auch bescheidene Frau" wahr, "die das Glück gesucht hat. Das Kleinbürgerliche, fast".

Streit vor tödlicher Autofahrt Ihr Leben endete 1982 abrupt durch einen Autounfall. Was an ihrem letzten Tag auf dem Landgut Roc Agel passiert, beschreibt Dornhelm in Wydras Buch so:

"An diesem Familienwochenende auf Roc Agel hat Stéphanie ihren verblüfften Eltern eröffnet, dass sie die avisierte (Mode-)Ausbildung nicht antreten wolle, sondern vielmehr zusammen mit ihrem Freund Paul Belmondo eine Rennfahrer-Schule besuchen wolle. (...) Grace und Stéphanie haben am Ende Streit gehabt – diesen Teil habe ich miterlebt", lässt Robert Dornhelm den Abend Revue passieren.

Bei der Heimfahrt von Roc Agel kamen Grace Kelly und ihre Tochter Stéphanie in einer Kurve von der Straße ab und stürtzten einen Hang hinab. Stéphanie kam mit einem gebrochenen Bein davon, die Fürstin dagegen erlag ihren Verletzungen.

Fürst Albert II. gab ebenfalls ein Interview für das Buch. "Ich glaube, sie wäre stolz gewesen und sehr froh, dass Sie dieses Buch schreiben und sie als das unglaubliche Wesen zeigen, das sie war." "Grace". Die Biografie von Thilo Wydra ist am 20. August im Aufbau-Verlag erschienen. (400 Seiten; 22,99 Euro)

Rainier war wirklich alles andere als eine gute Partie, denn sein Fürstentum stand am Rande des Ruins, der Zwergstaat hatte seine Blütezeit bereits hinter sich. Die goldenen Jahre hatten unter Rainiers Urgroßvater Carlo III. begonnen, der 1863 die monegassische Casino-Gesellschaft gründete und damit dem Land zu enormem Reichtum verhalf. Monte Carlo wurde zum Spielerparadies und zum elegantesten Seebad an der Côte d'Azur: Die Oberen Zehntausend logierten im Hôtel de Paris, feierten im feudalen Sporting Club und ließen ihr Geld am Roulettetisch. Diskret verschwiegen wurden die bis zu 200 Spieler, die sich Jahr für Jahr in Monaco das Leben nahmen, weil sie in einer Nacht ihr Vermögen verloren hatten.

Flaute nach dem Krieg

Als die betuchte Klientel nach 1945 ausblieb, war Rainiers Glamour-Hochzeit mit Grace Kelly so wichtig, weil das enorme Medienecho neue Gesellschaftsschichten anzog.

Nicht nur die Familie Kelly hätte die Hochzeit anfangs am liebsten platzen lassen, sondern auch Fürst Rainier selbst. Der war nämlich überzeugt davon, dass Grace – wie es sich für eine katholische Landesmutter geziemt – jungfräulich in die Ehe gehen würde. Bis ihre Mutter kurz vor der Trauung im Los Angeles Herald ein Interview gab, dem zu entnehmen war, dass ihr Töchterchen bereits mit Cary Grant, Clark Gable, Bing Crosby, Gary Cooper, William Holden und anderen Hollywood-Größen liiert gewesen war.

Sechsjährige Romanze

Dass auch Grace nicht "die Erste" des Fürsten war, spielte eine vergleichsweise geringe Rolle, da man als Mann darf, was im kleinen Monaco ohnehin jeder wusste: Rainier hatte eine sechsjährige Romanze mit der Schauspielerin Gisèle Pascal, die zu Ende ging, als sie sich im Auftrag der monegassischen Regierung einem Fruchtbarkeitstest unterziehen musste.

Da dieser negativ ausfiel, war klar, dass Gisèle dem Fürsten keine Erben schenken konnte, womit die fast 700-jährige Herrschaft der Grimaldis zu Ende gegangen und das Fürstentum als Protektorat an Frankreich gefallen wäre.

Übrigens hat Gisèle Pascal später einen anderen Mann geheiratet – und mit ihm ein Kind bekommen. Bei Grace fiel der Test positiv aus, womit der "Hochzeit des Jahrhunderts" (so die Medien damals) wenigstens diesbezüglich nichts im Wege stand.

Palast mit 220 Zimmern

Langsam erkannten die Brauteltern, dass ihr Schwiegersohn doch kein "dahergelaufener Fürst" war. Ihre Unterbringung im 220-Zimmer-Palast der Grimaldis imponierte ihnen ebenso wie die Tatsache, dass Grace nach der Heirat als "Ihre Durchlaucht" angesprochen und über 142 Adelstitel verfügen würde. Rund 30 Millionen Menschen verfolgten die Trauung weltweit im Fernsehen.

Gracia Patricia kam ihren wichtigsten Pflichten nach, sie verhalf dem abgewirtschafteten Spieler- und Steuerparadies zu weltweiter Publicity, zum Thronfolger Albert und dazu noch zu den Prinzessinnen Caroline und Stéphanie.

Caroline & Stéphanie im Liebespech

Lange galten die Grimaldis als Vorzeigefamilie, doch dem vermeintlichen Glück folgten Schicksalsschläge: Carolines erste Ehe mit Philippe Junot hielt ganze zwei Jahre, ihr zweiter Ehemann, Stefano Casiraghi, verunglückte bei einem Bootsunglück tödlich, und ihre aktuelle Verbindung mit Prinz Ernst August von Hannover existiert nur noch auf dem Papier. Kein Glück in der Liebe hat auch Stéphanie, deren Ehen und Affären mit Leibwächtern, Schauspielern, Gärtnern und einem Zirkusdirektor allesamt in Brüche gingen.
Und bei der TV-Übertragung von Fürst Alberts Hochzeit mit Charlene Wittstock vor drei Jahren hatte man auch nicht gerade das Gefühl von berauschender Liebe.

Die ersten Bilder von Charlene & Alberts Zwillingen

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EPAepa03339154 Prince Albert II of Monaco and his wife Princess Charlene attend the 64th Red Cross Ball in Monaco, 03 August 2012. The Red Cross Ball is a traditional and annual charity event in the Principality of Monaco. EPA/LIONEL CIRONNEAU / POOL

dapdPrince Albert II of Monaco is flaked by his wife Charlene Wittstock, before a charity fashion show in Monaco, Friday, May 25, 2012. The Monaco Formula One Grand Prix will take place here on Sunday. (Foto:Luca Bruno/AP/dapd)

EPAepa03339287 Prince Albert II of Monaco and his wife Princess Charlene dance during the 64th Red Cross Ball at the Sporting Club Salle des Etoiles in Monaco, 03 August 2012. The Red Cross Ball is a traditional and annual charity event in the Principalit

LOOK** FILE ** Prince Rainier of Monaco, top, and Grace Kelly, center, pose with their children Princess Caroline, 8, left, Prince Albert, 7, right, and Princess Stephanie on the occasion of the christening of newborn Princess Stephanie in 1965. Rainier,

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MONACO RED CROSS BALL 2014

Prince Albert II of Monaco and his wife Princess C

Princess Charlene of Monaco arrives to take part i

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Gracia Patricias Tod

Die wahre Katastrophe traf die Familie aber im September 1982 mit dem Unfalltod Gracia Patricias. Damals fiel den Monegassen der fast vergessene, auf dem Adelsgeschlecht lastende "Fluch der Grimaldis" wieder ein: Der Legende nach hätte Urahn Rainier I. seiner schönen Frau Gewalt angetan, worauf diese die Familie bis in alle Ewigkeit verfluchte. Kein Grimaldi, prophezeite sie, würde je sein Glück in der Ehe finden.

Wir glauben heutzutage nicht mehr an Flüche aus finsteren Zeiten, müssen aber feststellen, dass es mit dem Liebesglück des Geschlechts wahrlich nicht weit her ist. Wünschen wir Jacques und Gabriella, dem jüngsten Zwillingspaar im schönen Monaco, dass ihnen ein segensreicheres Leben beschieden ist.

Charlenes Triumph über Carloline

MONACO NATIONAL DAY

Prince Albert II of Monaco and his wife Princess C

Prince Albert II of Monaco, his wife Princess Char

MONACO RED CROSS BALL 2014

Princess Charlene and Princess Caroline of Hanover

Princess Charlene of Monaco wipes away tears as sh

SOUTH AFRICA CHARLENE WITTSTOCK

MONACO ARTS ROYALTY

Andrea Casiraghi, left, his sister Charlotte, and …

MONACO NATIONAL DAY ROYALS

Princess Caroline of Hanover waves from the Palace

Prince Albert II of Monaco and his sister Princess

Princess Caroline of Hanover and her children atte

Prince Albert II of Monaco's fiancee Wittstock and

MONACO ROYAL WEDDING

MONACO RED CROSS BALL 2014

Prince Albert II of Monaco, Princess Charlene and

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