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12.02.2017

50 Shades of Grey: Zuckerbrot und Peitsche

Dakota Johnson im KURIER-Talk über Sex, Reue und ihren Filmpartner Jamie Dornan.

Wie interviewt man eine der scheuesten Schauspielerinnen Hollywoods, die in einer der skandalösesten Filmtrilogien aller Zeiten die Hauptrolle spielt? Man spricht über Sex. Denn darum – und all seine Facetten – geht es bekanntlich in "Fifty Shades of Grey" und seinen Fortsetzungen. Dakota Johnson (27) drehte Teil zwei (derzeit in den heimischen Kinos) und drei gleichzeitig. Und hat jetzt erstmal genug von nackten Tatsachen.

KURIER: Was genau war Ihre Recherche? Oder ist das bei Fortsetzungen ohnehin nicht mehr nötig?

Dakota Johnson: Ich habe mir den Lifestyle natürlich angeschaut. Da gibt es auch ein paar sehr schöne Aspekte. Aber die sind alle emotional und haben sicher nichts mit Sexspielzeug oder einer gewissen Technik zu tun.

Bereuen Sie es, diese Filme gemacht zu haben?

Bereuen ist vielleicht nicht das richtige Wort, aber diese Art Film kann sehr furchterregend sein, und daher fühle ich nicht eine durchgehend positive Energie, wenn ich drehe oder nachher darüber sprechen muss. Ich gestehe ganz offen, dass ich immer wieder eine Riesenangst verspüre und viel Unsicherheit, dass die Leute das alles ganz falsch auffassen.

Hat sich die Dynamik zwischen Ihnen und Jamie Dornan bei Teil 2 und 3 verändert?

Wir hatten das ganz große Glück, die beiden Filme teilweise gleichzeitig und hintereinander zu drehen. Das hat bedeutet, dass wir sechs Monate miteinander verbracht haben und uns als Freunde näher gekommen sind. Das war in dieser Situation sehr wichtig und sehr gut, weil sonst diese Szenen, und ich spreche hier nicht nur von den sexuell freizügigen, sondern auch den emotional intimen, eine Qual gewesen wären.

Waren Ihre Eltern (die Schauspieler Melanie Griffith und Don Johnson) schockiert, als sie von dieser Rolle erfahren haben?

(Lacht) Die hatten keine Wahl! Ich wollte immer schon Schauspielerin werden und habe da auch kein Mitspracherecht zugelassen. Und ich wollte diese Rolle haben, dagegen konnten sie auch nichts sagen. Natürlich will ich nicht, dass sie sich die Trilogie je anschauen. Aber sie urteilen nicht über meine Rollenwahl.

Die meisten amerikanischen Schauspielerinnen haben Anti-Nacktheitsklauseln in ihren Verträgen, die auf den Millimeter festsetzen, was gezeigt werden kann und was nicht. Woher stammt Ihre natürliche Einstellung zu Ihrem Körper?

Von meiner Mutter. Ich bin mit dem Verständnis aufgewachsen, dass der weibliche Körper etwas Schönes ist. Und dass es nicht schlimm ist, ihn zu zeigen.

Wann fühlen Sie sich nicht wohl in Ihrer Haut?

Wenn ich in der Öffentlichkeit verurteilt werde. Deshalb bin ich auch kaum auf Social-Media. Ich habe begriffen, dass es nicht mein Job ist, mich der Welt zu erklären. Soll jeder denken, was er will. Das ist die einzige Privatsphäre, die ich habe.