Stars
26.01.2018

Casey Affleck nimmt nicht an Oscars teil

Vorwürfe der sexuellen Belästigung gegen den US-Schauspieler.

Oscar-Preisträger Casey Affleck (42), dem zwei frühere Arbeitskolleginnen sexuelle Belästigung vorgeworfen hatten, will der Oscar-Gala in diesem Jahr fernbleiben. Der Schauspieler werde nicht auf der Bühne stehen und Trophäen aushändigen, bestätigte die Oscar-Akademie am Donnerstag.

Affleck bleibt den Oscars fern

"Wir begrüßen diese Entscheidung, um so den Fokus ganz auf die Show und auf die großartige Arbeit in diesem Jahr zu richten", hieß es in der Mitteilung. Affleck hatte im vorigen Jahr den Oscar als bester Hauptdarsteller für das Drama " Manchester by the Sea" gewonnen. Traditionell kehrt der Preisträger im folgenden Jahr auf die Bühne zurück, um die Trophäe für die beste Schauspielerin zu übergeben.

Die Oscars werden am 4. März in Los Angeles verliehen. Affleck steht schon länger unter dem Verdacht, Mitarbeiterinnen sexuell belästigt zu haben. Während der Dreharbeiten zu dem Film "I'm Not There" (2010) hatten eine Produzentin und eine Kamerafrau in einer Zivilklage Vorwürfe gegen den jüngeren Bruder von Hollywood-Star Ben Affleck erhoben und Schadenersatz verlangt. Die Klage wurde damals außergerichtlich beigelegt. Einzelheiten über eine mögliche Entschädigung wurden nicht bekannt.

Sex-Vorwürfe: Kritik nach Oscar-Gewinn

Groß in den Medien getrommelt wurde die Klage gegen Casey Affleck im Jahr 2010 nicht. Immerhin war er damals nur der kleine, unbekannte Bruder von Hollywoodstar Ben Affleck.

Mit seinem Oscar-Gewinn als bester Hauptdarsteller in "Manchester by the Sea" tritt er nun aus dessen Schatten - und plötzlich wird auch über die zurückliegenden Sex-Vorwürfe gegen den 41-Jährigen gesprochen, die seinem Image damals noch nicht geschadet hatten.

Zwei Arbeitskolleginnen brachten Affleck 2010 vor Gericht. Produzentin Amanda White und die Kamerafrau Magdalena Gorka behaupteten, er habe sie während der Dreharbeiten zu "I’m Still Here" beinahe täglich sexuell genötigt.

Gorka schilderte, dass Regisseur Affleck sich nachts halbnackt zu ihr ins Bett gelegt und sie begrapscht habe. Er habe bei den Dreharbeiten ständig über die Größe seines Penis' gesprochen und andere Kollegen aufgefordert, den beiden Frauen ihr Geschlechtsteil zu zeigen.

Man einigte sich schließlich außergerichtlich. Zwei Millionen Dollar hatten die Frauen in ihrer Klage verlangt. Affleck erklärte der New York Times danach: "Die Sa­che wur­de zur Zu­frie­den­heit al­ler bei­ge­legt. Ich war ver­letzt und be­stürzt – ich bin mir si­cher, al­len ging es so –, aber es ist für mich ab­ge­hakt. Es war eine un­glück­li­che Si­tua­ti­on, vor al­lem für un­schul­di­ge Fa­mi­li­en­mit­glie­der."

Die stets bestrittene Tat gab er damit indirekt also doch zu. Auch in seiner Golden Globe-Rede im Jänner spielte er auf die „Störgeräusche“ an, denen er ausgesetzt sei. Er lasse sie aber an sich abprallen – mit Erfolg. Seinem Ruf hat die Causa nämlich überraschenderweise nicht geschadet. Der beste Beweis dafür ist wohl sein Oscar-Gewinn.

Kritiker unken, Casey sei nur deshalb ohne Imageschaden davongekommen, weil er dank seines Bruders beste Kontakte zu den einflussreichsten Leuten im Filmbiz habe, die ihn schützen. Als weißer Mann mit bekanntem Namen könne man sich eben noch immer alles erlauben ...