Bettina Assinger

© KURIER/Rainer Eckharter

Im Interview
09/26/2016

Bettina Assingers Modetipps: "Kleiden, nicht verkleiden"

Die Designerin über das wichtigste Accessoire, den ersten Eindruck, worauf sie bei Männern achtet und wann der Nachname nicht weiterhilft.

von Johanna Hager

Die gebürtige Tirolerin war jahrelang Managerin von Millionenshow-Moderator Armin Assinger. Seit zwei Jahren managt die zweifache Mutter ihre eigene Karriere. Das Model ist Neo-Designerin beim Modelabel Jones und referiert im Rahmen von Business-Seminaren über die Relevanz von Mode für den persönlichen Erfolg. Im KURIER-Interview spricht sie über Vorurteile, Selbstsicherheit und Selfies.

Ob wir es wollen oder nicht: Die Wissenschaft beweist, dass der erste Eindruck, den wir uns vom Gegenüber machen, bestehen bleibt. Wann sind Sie sich dessen bewusst geworden?

Bettina Assinger: Dafür braucht es, glaube ich, keinen wissenschaftlichen Beweis. Die Optik eines Menschen ist nun mal der erste Eindruck. Bevor unser Gegenüber etwas sagt, sehen wir den Menschen und machen uns ein Bild. Ich wurde mir dessen das erste Mal bewusst, als ich als Jugendliche meinen Typ komplett verändert habe. Auf einmal wurde ich ganz anders wahrgenommen, und einer meiner Schulkollegen hat mich nach den Sommerferien gefragt, ob ich neu in der Klasse sei.

Worauf achten Sie bei einer Frau, einem Mann als Erstes? Worauf gilt es Ihrer Meinung nach abseits der Kleidung zu achten?

Abgesehen von einem gepflegten Äußeren ist für mich ganz wichtig die Ausstrahlung, die Stimme, die Mimik und die Gestik. Das Gesamtpaket macht es einfach aus.

Apropos erster Eindruck: Sie haben einen bekannten Nachnamen. Mit welchen positiven wie negativen Vorurteilen wurden oder werden Sie konfrontiert?

Der Mensch ist anscheinend so gepolt, dass er sich Vorurteile bildet. Auch ich habe öfters damit zu tun, dass Leute denken: "Die glaubt, sie ist etwas Besonderes, nur weil …" Aber wenn man mich kennenlernt, dann weiß man auch, dass ich der Typ Frau zum Pferde stehlen bin, die Letzte, die sich auf irgendetwas etwas einbildet. Mir werden vielleicht Türen geöffnet, aber behaupten muss ich mich noch immer selbst. Da hilft mir der Nachname nicht weiter.

TV-Formate wie "Shopping Queen", Style-Tipps in Buch- und Zeitschriftenform sind seit Jahren erfolgreich. Insbesondere Frauen verlassen sich, so hat es den Anschein, in Fragen des Äußeren nicht nur auf sich selbst. Woran liegt das Ihrer Meinung nach? Herrscht allgemein mehr oder aber vielleicht sogar weniger Bewusstsein darüber, dass das äußere Erscheinungsbild relevant ist?

Nicht nur in Sachen Mode und Styling gibt es erfolgreiche Formate, sondern auch in anderen Bereichen wie Gesundheit, Küche, Tiere usw. Diese Zeitschriften oder Sendungen können unterhaltsam und interessant sein, aber ich glaube nicht, dass sich dadurch unser Bewusstsein verändert. Eher glaube ich, dass es mit persönlicher Einstellung zu tun hat, wie viel Raum ich diesem Thema in meinem Leben gebe, aus Interesse, weil es mir Spaß macht, oder weil es eine berufliche Relevanz hat.

Männer in Anzug und mit Krawatte gelten landläufig als gut gekleidet. Haben es Männer in puncto optisches Auftreten leichter?

Ja, das sehe ich auf jeden Fall so. Dunkler Anzug, weißes Hemd, Stecktuch oder Krawatte – und fertig ist das perfekte Outfit für den Mann. In dieser unendlichen Vielfalt hat es Frau auf jeden Fall schwerer, das perfekte Outfit zu finden. Es sollte nicht langweilig, nicht zu kurz, nicht zu bunt, nicht zu modisch sein, von bester Qualität und bequem sein. Da ist man manchmal als Frau schon gefordert.

Ihre Devise lautet "Kleider machen Frauen". Was verstehen Sie genau darunter? Gibt es ein Kleidungsstück, das jede Frau gut kleidet, einen Tipp oder Trick, der immer wirkt?

Es sollte Spaß machen, sich zu jedem Anlass stilsicher, gekonnt und gut gekleidet zu präsentieren. Dabei unterstütze ich Frauen in meinen Seminaren, denn ein prall gefüllter Kleiderschrank kann auch sehr belastend sein. Wenn "Frau" weiß, was ihr steht und welcher Schnitt optimal passt, kann nichts mehr schiefgehen. Meine wichtigsten Tipps sind: Bleib bei deinem Stil, wenn du dich damit wohlfühlst, lass dich von der Mode inspirieren, aber laufe ihr nicht hinterher. Integriere modische Teile und peppe damit deine Basics auf. Und das wichtigste Accessoire sind Schuhe. Sie können jedes Outfit verändern. Zum Negativen, wie auch zum Positiven.

Selfies, soziale Medien wie Twitter, Instagram oder Snapchat sind aus unserem Alltag nicht mehr wegzudenken. Sowohl als Frau, Designerin, aber auch als Mutter gefragt: Wie sehen Sie diese Entwicklung, in der Optik einen derart hohen Stellenwert hat? Kann oder soll man sich sogar bewusst dem entziehen?

Wie so vieles im Leben hat auch dieses Thema seine zwei Seiten. Die Optik hat immer schon eine große Rolle in unserer Gesellschaft gespielt, nur wird es in der heutigen Zeit anders kommuniziert. Als Mutter sehe ich diese Entwicklung manchmal sehr kritisch, und ich würde es begrüßen, wenn es in der Schule ein Fach geben würde, das diese Thematik aufgreift und vor allem den richtigen Umgang lehrt.

An welche Frauen denken Sie bei Ihren Designs?

Ich denke an die moderne, coole, lässige Frau, die sich gerne gut anzieht, auf Qualität achtet und, so wie ich, mit beiden Beinen im Leben steht.

Wann ist man nicht nur "gut", sondern auch "authentisch" gekleidet?

Authentisch ist man dann, wenn man sich wohlfühlt in seiner zweiten Haut, seinen Stil gefunden hat, sich kleidet und nicht verkleidet. Das gibt einem Selbstsicherheit, und einem perfekten Auftritt auf jedem Parkett steht nichts mehr im Wege.

Assinger kreiert für das Modelabel Jones eigene Kollektionen. Von 7.–9. 10. referieren Autorin Monika Scheddin zum Thema „Wie du bekommst, was du willst“, Kommunikationsexpertin Katharina Hofer-Schillen zu „Mit der richtigen Kommunikation zum Erfolg“ und Assinger zu „Kleider machen Frauen“ in Bad Kleinkirchheim.
Infos unter katharinahoferschillen.com

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