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25.01.2018

Anja Kling: "Schule kann Spaß machen."

Ein Gespräch mit der verkleinerten "Schuldirektorin" über Mut und Größe.

Die deutsche Schauspielerin Anja Kling (47) ist derzeit wieder als die auf die Größe von 15 Zentimeter minimierte Schuldirektorin Dr. Schmitt-Gössenwein in "Hilfe , ich hab’ meine Eltern geschrumpft" in den heimischen Kinos zu sehen.

Der KURIER traf die zweifache Mutter zum persönlichen Gespräch.

KURIER: Wann haben Sie sich eigentlich das letzte Mal zu klein gefühlt?

Anja Kling: Ja, gute Frage. Sicher hat jeder immer wieder mal Momente, in denen man unsicher ist. Das ist jetzt nichts Spezifisches bei mir. Wenn man unsicher ist, fühlt man sich automatisch auch ein bisschen kleiner. Und wenn man dann merkt, es läuft und es geht viel besser als gedacht, merkt man, wie man wächst. Aber ich habe keine spezielle Situation, die ich nennen könnte.

Wie weit ist man bereit für eine Rolle zu gehen?

Das kommt immer sehr auf die gesamte Geschichte an. Ich kann jetzt nicht sagen: Das mache ich und das mache ich nicht. Zunächst einmal lese ich mir das Buch und die Geschichte als Ganzes durch. Ist das was, dass mich in irgendeiner Art und Weise berührt, etwas worauf ich Lust habe und wo ich gern dabei wäre. Und dann gucke ich natürlich, ob es da Grenzen gibt, die ich nicht überschreiten möchte und das muss ich dann mit dem Produzenten und Regisseur besprechen.

Was, glauben Sie, ist die Botschaft des Films?

Der Mut zur Eigenverantwortung und die Dinge selbst in die Hand zu nehmen. Ich glaube aber auch und das hat jetzt speziell mit meiner Rolle zu tun, dass auch eine Message des Films ist, dass man lernen muss, dass Schule durchaus Spaß machen kann. Und dass dieser ewige Druck und diese Hierarchien, die in Schulen oft ausgelebt werden, nicht nötig sind, sondern, dass man viel mehr den Kindern beibringen sollte, dass sie für sich lernen, dass man mit Spaß lernen kann, dass das mit Freude lernen auch letztendlich mehr bringt und nachhaltiger ist.

Was haben Sie Ihren Kindern mit auf den Weg gegeben?

Ich möchte einfach, dass meine Kinder mutige und selbstbewusste Menschen sind. Selbstbewusst aber nicht im Sinne von überheblich natürlich. Ein Stück Bescheidenheit gehört da auch dazu. Wobei ich der festen Überzeugung bin, dass das nicht Erziehung ist, sondern, dass das ein authentisches Vorleben macht. So wie man mit der Familie umgeht, wie man lebt, das kriegen die Kinder automatisch mit. Ich glaube, dass wir mit ganz viel Fröhlichkeit, mit ganz viel Mut, mit ganz viel positiver Energie das Glas immer halb voll sehen können, nie halb leer. Das ist das, was ich hoffe, vorzuleben und was den Kindern den Weg ganz gut bereitet.

Wenn Sie drei Wünsche frei hätten, welche wären das?

Ich wünsche mir, dass meinen Liebsten um mich herum nichts passiert, kein schlimmer Schicksalsschlag. Es ist auch einfach unfassbar und für mich nicht akzeptabel, dass es in unserer reichen Welt immer noch so viele Kinder gibt, die kein Essen haben. Und mein dritter Wunsch wäre mehr Sonne.