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29.04.2017

Angelika Milster: "Kunst ist nichts Berechnendes"

Die große Musical-Stimme über Erfolg, Wien und ihre berühmte Ballade.

Als Grizabella in "Cats" (Premiere am 24. September 1983 in Wien) wurde sie weltberühmt, ihre Stimme begeistert seit über 30 Jahren ein Millionenpublikum – egal welches Genre, ob Musical, Schlager oder Kirchenmusik – Angelika Milster (65) beherrscht jedes einzelne bis zur Perfektion.

Bereits mit 12 Jahren nahm sie Gesangsunterricht, es folgte eine Schauspiel-, Pantomime- und Tanz-Ausbildung. Aber nicht nur auf den Bühnen dieser Welt, sondern auch vor der TV-Kamera brillierte sie. Sie spielte zum Beispiel eine Dauerrolle in der ZDF-Serie "Der Landarzt". War auch in "Das Traumschiff", "Der letzte Bulle" oder in der RTL-Comedy "Angie" zu sehen. Und lieh auch der guten Fee in "Shrek 2 – der tollkühne Held kehrt zurück" ihre Stimme.

"Ich habe nie von mir gesagt, ich kann es. Ich fange bei jedem Stück wieder bei Null an. Ich möchte mir diese Naivität für diesen Beruf bewahren", so Milster im KURIER-Interview. Ihre Augen blitzen verschmitzt, sie strahlt eine unglaubliche Energie und viel Sympathie aus. Keine Diva und dann doch wieder eine der ganz Großen!

"Ich habe nie hinterfragt, warum ich Erfolg habe, ich weiß, ich muss einfach fleißig sein, immer. Ich gehe auch heute noch zum Gesangsunterricht. Das muss man, wenn man so viel singt. Ich habe immer in meinem Leben die Herausforderung gesucht, die Kunst ist für mich nichts Berechnendes", erzählt sie und bekennt freimütig, dass sie immer noch unter Lampenfieber leidet.

Die Stadt Wien bezeichnet sie als großes Geschenk. " Wien war für mich eine Sternstunde. ,Cats’ hier spielen zu dürfen, hat mein Leben verändert. Ich habe es sehr geliebt und genossen."

Grizabellas berühmte Ballade "Erinnerung" hat Milster mittlerweile an die 4000 mal gesungen. "Das gehört zu meinem Repertoire, das ist wie für Gitte ,Ich will einen Cowboy als Mann’. Das kann ich immer singen. Das Lied ist aber auch immer eine große Herausforderung. Es geht so ins Gemüt, ins Ohr und jeder denkt, man kann das leicht singen, aber man muss sehr aufpassen, was man da tut. Die Höhen sind extrem. Der liebe Gott hat ja ein bisschen mehr in meinen Hals gespuckt, wie meine Großmutter immer gesagt hat, und mir eine sehr hohe Beltstimme mitgegeben. Ich ballere einfach ab, ich bin die erste Lead-Trompete, wie einmal einer aus der Big Band gesagt hat."

Ihre Kostüme entwirft sie selber, am liebsten schlicht und schwarz. Kein Firlefanz, nichts soll von der Stimme ablenken. Und sie braucht auch keinen Glanz oder Glamour für den großen Auftritt, sie nimmt auch so die Bühne ganz für sich ein.

"Ich muss einfach machen was ich liebe. Es geht nicht um Stimmakrobatik, es geht darum, dass du musikalisch eine Geschichte erzählst."

Zu erleben bei ihren Konzerten am 11. Mai in Kindberg, am 12. Mai in Gratwein, am 13. Mai in Klagenfurt und am 14. Mai in Wien.