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15.01.2018

Andrea Sawatzki als böse Lehrerin

Die Ex-Tatort-Kommissarin über ihre neue Rolle, ihr schönstes Kompliment und warum sie stolz auf ihre Kinder ist.

Gleich eines vorweg, die roten Haare sind echt, genau wie der interessierte Blick aus den funkelnden Augen und das breite Lächeln. Auf kaum jemanden passt der Begriff "Multitalent" so gut, wie auf die Ex-Tatort-Kommissarin Andrea Sawatzki (54). Ob schauspielern, singen oder schreiben – sie fühlt sich überall zu Hause.

Und auch in ihrer neuen Rolle, als wiederauferstandene Schuldirektorin Hulda Stechbarth in "Hilfe, ich hab’ meine Eltern geschrumpft" (ab 18 Jänner in den Kinos), beweist sie, dass sie anscheinend auch keine körperlichen Grenzen kennt.

KURIER: Ehrlich, wie viele Stunden Physiotherapie brauchten Sie nach diesen Dreharbeiten?

Andrea Sawatzki: Gar keine (lacht). Mein Regisseur Tim Trageser gab mir den Tipp, mir ältere Filme mit Steve Martin anzusehen. ,Solo für 2’ (1984) wurde dann meine Inspirationsquelle, allerdings habe ich schon ein bisschen befürchtet, dass die Kinder dann vielleicht Angst vor Hulda bekommen, wenn ich so extrem spiele. Hulda ist ja die Böse im Film, und wenn sie sich zu alledem auch noch ständig so drastisch verrenkt und man die Knochen knacken hört, ist das ziemlich unheimlich. Aber Tim sagte, nein, nein, das ist schon okay, mach’s ruhig so extrem, wie es dir möglich ist.

In dem Film ist ja auch bisschen Mut zur Hässlichkeit gefragt. Ist man da eigentlich ein wenig eitel oder legt man das komplett bei Seite?

Ja man legt die eigene Eitelkeit komplett beiseite. Mir geht es bei allen meinen Rollen darum, was ich spiele, nicht so sehr darum, wie ich aussehe. Deswegen mochte ich die Hulda von Anfang an so, wie sie aussieht. Wie sie sich bewegt, weil man dann auch die Möglichkeit hat, noch mehr in die Tiefe zu gehen.

Was war denn das schönste Kompliment, das Sie jemals bekommen haben?

Dass man mich in manchen Filmen nicht gleich erkannt hat, das finde ich schön.

Wie weit würden Sie für eine Rolle gehen, was würden Sie alles machen und wo liegen Ihre Grenzen?

Ich denke, ich hätte prinzipiell Lust, alles für eine gute Rolle zu geben. Das käme jetzt ganz auf die Qualität der Geschichte an.

Was war denn eigentlich Ihr Lieblingsfach in der Schule?

Dramatisches Gestalten, das war bei uns so eine Art Theatergruppe

Was ist Ihrer Meinung nach die Botschaft des Films "Hilfe, ich hab' meine Eltern geschrumpfts", was das Besondere?

Ich finde es toll, wie eigenständig die Kinder in diesem Film agieren und mit welcher Beharrlichkeit sie versuchen, den Erwachsenen ihre Lebenssicht näherzubringen. Das Vertrauen in sich selbst, das ist so wichtig für Kinder. Und es ist ein Film über Freundschaft und auch über aufkeimende Liebe. Das deckt schon sehr viel Bandbreite für Kinder dieses Alters ab. Kinder werden in der Schule oftmals zu sehr an ihrer Freiheit gehindert oder zu wenig miteinbezogen. Und das ist auch etwas, das dieser Film kritisiert: Die Fremdbestimmung durch einen Schulmechanismus. Und dem entgegen zu treten, das tun die Kinder hier und das finde ich wichtig.

Sie sind ja Mutter von zwei Kindern, was haben Sie versucht, Ihren Söhnen (Moritz und Bruno) auf ihren Lebensweg mitzugeben?

Ich bin sehr glücklich, dass unsere Kinder das Leben so sehr lieben. Das war mir eigentlich das Wichtigste. Also, dass man trotz aller Hindernisse, die einem ab und zu in den Weg gestellt werden, trotzdem das Glück weiterhin empfindet, dass man überhaupt am Leben sein darf. Und dass man eigentlich fast alle Hindernisse beiseite räumen kann, wenn man dranbleibt. Man muss vielleicht manchmal nur einen anderen Weg gehen, als jenen, den man sich so überlegt hat.