Alexander Goebel: That's Männertainment!

Alexander Goebel…
Foto: /Andrea Peller Alexander Goebel

Der Show-Veteran Alexander Goebel verrät gnadenlos, was den ganzen Kerl ausmacht.


Männer sind so verletzlich / Männer sind auf dieser Welt einfach unersetzlich", das wusste schon 1984 Herbert Grönemeyer. Jetzt hat sich auch sein Landsmann, Multitalent (Musical-Star, Rockmusiker, Schauspieler, Regisseur, Radiomoderator und, und und) Alexander Goebel (63) seiner Artgenossen angenommen und mit "Männer" (feierte Montagabend im Raimund Theater Premiere) gemeinsam mit seiner Band ein Programm mit Kultpotenzial auf die Beine gestellt.

"Männer-tainment" sozusagen – eine kritische Bestandsaufnahme und eine rücksichtslos selbstironische Reise durchs männliche Universum.

KURIER: Warum dreht sich ihr neues Programm um das "starke Geschlecht", die Männer?

Alexander Goebel: Weil es anliegt. Wir haben allen Grund der Welt, über uns zu sprechen, aber auf unterhaltsame Art. Wer wir sind, wo wir stehen, was unsere Aufgaben sind. Wir müssen anfangen, über uns zu lachen. Im Gegensatz zu früher sind wir heute mit vielen Optionen konfrontiert. Vom klassischen Kotz-Macho bis hin zur schillernden Travestie-Figur. Jetzt darf man offiziell alles sein. Die Identität des Mannes ist ja Hauptthema meines Programms. An welche Männerbilder halten wir uns? Uns gehen einfach die Helden, die Vorbilder aus. Der letzte wirklich coole Mann, der mir einfällt, war David Bowie – und jetzt sterben sie uns noch weg. Darum boomt auch der Fußball so, das sind die letzten Helden, die in Geld schwimmen. Dann spielt in diesem Programm auch der Alkohol eine Rolle, die Unmöglichkeit eine rein platonische Beziehung mit einer Frau zu führen, Waffen, Tattoos, auch die Liebesbeziehungen zwischen Männern und wie uns alle die Kosmetikindustrie verarscht (lacht). Und ich stelle auch die Frage, was denn einen "guten Mann" ausmacht, ich versuche meine persönliche Antwort darauf zu geben.

Und, was macht jetzt einen guten Mann aus?

Es ist einer, der über    sich selbst     lachen   kann, einer der zuhört, einer,        der sich selbst seine Lernfähigkeit immer wieder beweist. Wir haben einfach mehr denn je Angst davor, weich zu sein, den "Luschenstempel" aufgedrückt zu kriegen. Mit Humor kann man versuchen, das zu regeln, mal die harten Enden des Regenbogens wegzunehmen, den Druck rauszunehmen. Und Kommunikation ist das Zauberwort.

Wann werden Sie denn selber ganz weich, was macht Sie verletzlich?

Das geht ganz leicht. Kinder rühren mich, alte Menschen rühren mich, Demut rührt mich. Ich bin wahnsinnig bewegt bei Happy Ends und bei Siegerehrungen. Ich mag es sehr, wenn Leute gewinnen.

Wann haben Sie zum letzten Mal geweint?

Ganz ehrlich? Das letzte Mal heute Morgen beim Frühstück, als ich meine Frau angesehen habe und ich fand sie so schön. Wir kennen uns ja schon ein paar Jahre, aber erst vor Kurzem hat es so richtig gefunkt, es ist alles noch ganz frisch.

Was würden Sie gerne den Burschen, den jungen Männern von heute mitgeben?

Schließt Vertraulichkeitsverträge miteinander –Blutsbrüderschaft à la Old Shatterhand und Winnetou – und redet in aller brutaler Ehrlichkeit miteinander. Damit man merkt, man ist nicht alleine!

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(kurier) Erstellt am
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