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Stars
01/30/2021

11 Promis, die ihre Erfahrungen mit Psychotherapie teilen

Der Gang in die Therapie ist ein Thema, über das nach wie vor häufig geschwiegen wird. Folgende Stars gehen mit guten Beispiel voran - und sprechen darüber.

Rund 400.000 Österreicher leiden unter einer Depression, das sind etwa fünf Prozent der Bevölkerung. Bis zum Jahr 2030 wird Depression laut WHO die weltweit häufigste Ursache für Beeinträchtigungen und Behinderungen sein.

Telefon- und E-Mail-Beratung, kostenlos und anonym:

Berufsverband Österreichischer PsychologInnen (BÖP): +43 1 504 8000, von Montag bis Sonntag von 9 bis 20 Uhr oder per E-Mail an: helpline@boep.or.at.

Kriseninterventionszentrum: +43 1 406 95 95, von Montag bis Freitag zwischen 10 und 17 Uhr. Unter www.kriseninterventionszentrum.at besteht die Möglichkeit der E-Mail-Beratung.

Telefonseelsorge: Unter der bundesweiten Notrufnummer 142 wird rund um die Uhr Telefonberatung angeboten. Unter www.telefonseelsorge.at besteht ebenfalls die Möglichkeit der E-Mail-Beratung.

Der Gang zum Psychotherapeuten oder zur Psychotherapeutin kann Abhilfe schaffen, ist aber leider Thema, über das nach wie vor häufig geschwiegen wird. Folgende Stars gehen mit guten Beispiel voran - und sprechen darüber.

Sophie Turner

Game-of-Thrones-Star Sophie Turner (24) fand das Aufwachsen im Rampenlicht sehr schwierig. Sie spielt in der erfolgreichen US-Fantasy-Saga eine der Hauptfiguren, das junge Mädchen Sansa Stark. Die Serie startete 2011, als Turner 15 Jahre alt war. "Dass die Jugendjahre in aller Öffentlichkeit stattfinden - jetzt, in Zeiten von sozialen Medien wünschte ich, das wäre nicht passiert", sagte 2019 sie dem "Sunday Times Magazin". Sie sei zeitweise todunglücklich gewesen und habe schließlich eine Psychotherapie gemacht. Lebensretter sei ihr Mann gewesen, US-Sänger Joe Jonas (31), den sie 2019 in Las Vegas heiratete. "Er sagte zu mir: 'Ich kann nicht mit Dir zusammen sein, bis Du Dich selbst liebst. Ich könnte es nicht haben, wenn Du mich mehr liebst als Dich selbst'", erzählte die Schauspielerin.

Lady Gaga

Popstar Lady Gaga gab 2016 an, mit einer posttraumatischen Belastungsstörung zu kämpfen zu haben. "Ich leide an PTBS. Ich habe das noch nie erzählt", sagte die Sängerin in einem Beitrag der US-Fernsehshow "Today". Die Liebenswürdigkeit ihrer Ärzte und ihrer Familie habe ihr das Leben gerettet. Zwei Jahren zuvor hatte die Sängerin berichtet, dass sie mit 19 Jahren vergewaltigt worden sei. Ob sie darin die Ursache ihrer Belastungsstörung sieht, ließ Lady Gaga offen. Der Popstar hat zuvor auch von Depressionen berichtet. Physisch, psychisch und auf emotionaler Ebene habe sie gelitten, so Lady Gaga. Medikamente würden helfen, meint die heute 34-Jährige, die aber der Meinung ist, dass es bei psychischen Erkrankungen zusätzlich Therapie brauche. "Da gibt es einen Anteil, den du selber machen musst", so Gaga. Extrem belastende Ereignisse wie ein dramatisches Unglück hinterlassen bei vielen Betroffenen psychische Spuren. Eine häufige Folge sind sogenannte posttraumatische Belastungsstörungen. Sie treten teils erst Monate später auf und zeigen sich in unterschiedlichen Symptomen. Oft werden die Erkrankten schwermütig, haben Albträume, körperliche Schmerzen sowie Panikattacken. Viele erleben das Ereignis - oft eine lebensbedrohliche Situation - in ihrer Vorstellung immer wieder. Der Alltag kann zu einer schier unüberwindlichen Herausforderung werden. Hilfe bietet eine Psychotherapie, in vielen Fällen ist eine stationäre Behandlung nötig.

Dakota Johnson

Hollywoodstar Dakota Johnson hatte schwer an einer ihrer bekanntesten Filmrollen zu tragen: Die Arbeiten an dem Horror-Streifen "Suspiria" hätten sie so sehr mitgenommen, dass sie danach eine Psychotherapeutin aufsuchen musste, sagte die 31-Jährige 2018 am Rande des Filmfestivals in Venedig. "Wenn man an düsteren Themen arbeitet, kann das an einem hängen bleiben" sagte sie. "Ich kann mir die Empfindungen vieler Menschen zu eigen machen." Es habe ihr gut getan, nach den Dreharbeiten mit "jemand Nettem" zu reden - "und meine Therapeutin ist eine sehr nette Frau", sagte die Schauspielerin. In dem verstörenden Film des italienischen Oscar-Gewinners Luca Guadagnino geht es um eine junge Amerikanerin an einer Tanzschule im Berlin des Kalten Kriegs. Dort wird sie in einen makaberen Hexenkult hereingezogen, ihre Mittänzer verschwinden einer nach dem anderen. Dakota Johnson ist die Tochter der US-Filmstars Melanie Griffith und Don Johnson sowie die Enkelin der Hitchcock-Schauspielerin Tippi Hedren.

Carla Bruni

Carla Bruni-Sarkozy, die Ehefrau des früheren französischen Präsidenten Nicolas Sarkozy, hat im Jahr 2009 in der TV-Sendung "La premiere seance" ("Die erste Sitzung") über ihre Therapieerfahrung berichtet. Im Alter von 28 Jahren habe es durch den Tod ihres Vaters einen Bruch in ihrem Leben gegeben, so Bruni-Sarkozy. Diese Erfahrung habe sie der Psychoanalyse näher gebracht. In einem Zeitungsinterview hatte sie damals ebenfalls angegegen, seit 1998 in Therapie zu sein. Die heute 53-jährige Musikeren hatte Sarkozy im Februar 2008 geheiratet.

Prinz Harry

Harry hatte nach dem Unfalltod seiner Mutter, Prinzessin Diana, erstmal eine Therapie gemacht und darüber später öffentlich berichtet. Er und sein Bruder William setzen sich seit langem dafür ein, psychische Krankheiten zu entstigmatisieren. "Ich habe die Erfahrung gemacht, dass sich auch andere öffnen, wenn man darüber spricht. Man merkt, dass man Teil eines ziemlich großen Clubs ist, wenn man in Therapie geht", so Harry einst im "Mad World"-Podcast der Journalistin Bryony Gordon.

Emma Stone

US-Schauspielerin litt lange unter Panik-Attacken. Schon als Achtjährige habe sie damit Probleme gehabt, erzählte Stone ("The Help") in einem Interview der amerikanischen "Vogue". "Ich war dadurch extrem bewegungsunfähig. Ich wollte nicht zu Freunden nach Hause gehen oder mit anderen abhängen, und keiner hat das wirklich verstanden." Mit den Jahren habe sie durch Therapien und ersten Versuchen als komödiantische Bühnendarstellerin gegen ihre Ängste angekämpft, sagte die "The Amazing Spider-Man"-Darstellerin. "Die Komödie war mein Sport."

Chrissy Teigen

Nach der Geburt von Tochter Luna (4) hatte Teigen nach eigenen Angaben an einer Wochenbettdepression gelitten. Sie habe zunächst gedacht, die Probleme seien normal, sagte sie. "Du kriegst ein Kind, du bist traurig, du verlierst diese Endorphine und so ist das eben", beschrieb sie ihre ursprüngliche Einstellung. Nach einem Gespräch mit ihrem Arzt habe sie sich jedoch Hilfe in Form von Therapie gesucht, hatte Teigen in einem früheren Interview berichtet. Seitdem ermutigt sie auch andere Frauen, offen mit der Erkrankung umzugehen. 2020 thematisierte sie öffentlich, eine Fehlgeburt erlitten zu haben und veröffentlichte Fotos aus dem Krankenhaus. Sie habe die Bilder machen lassen, weil sie wusste, dass sie sich für immer an diesen Moment erinnern musste. Außerdem habe sie anderen in der gleichen Situation helfen wollen: "Diese Fotos sind nur für die Menschen, die sie brauchen", so Teigen in einem Essay, der auf der Online-Publishing-Plattform Medium erschien.

Brad Pitt

Hollywoodstar Brad Pitt ("Fight Club", "12 Monkeys") hatte an seinem Erfolg ganz schön zu knabbern und hat deswegen eine Therapie gemacht. "Der Ruhm hätte mich fast zerstört", gestand der 57-Jährige 2003 der Zeitschrift "Bella". "Bei mir ging es soweit, dass ich selbst Freunde herumkommandiert habe. Geld und Macht verzerren den Blick und können viel Zerstörung anrichten", zitierte das Blatt damals Pitt. Um die Krise zu bewältigen, habe er schließlich über eineinhalb Jahre eine Psychotherapie gemacht.

Halle Berry

Mittlerweile ist Hollywoodstar Halle Berry glücklich in einer Beziehung mit Musiker Van Hunt. In der Vergangenheit dachte sie aber nur ungern an ihre Männer zurück: "Meine Beziehungen waren leider alle zum Kotzen", sagte Oscar-Gewinnerin 2004 im Interview mit der Zeitschrift "TV Movie". "Mir fällt's offenbar schwer, den Richtigen zu finden", gestand Berry, die sich 2003 nach zweijähriger Ehe von dem Blues-Sänger Eric Benet trennte, nachdem 1997 bereits ihre erste Heirat mit einem Baseballspieler gescheitert war. Auch ihre dritte Ehe mit Olivier Martinez sollte scheitern. "Beim nächsten Mal werde ich mir mehr Zeit lassen", sagte die Schauspielerin. Sie wisse, dass es den perfekten Mann nicht gebe. "Nein, ich versuche wählerischer zu werden. Mehr an mich zu denken." Dazu unterzog sie sich einer Therapie. "Ich gehe ein paar Mal im Monat zum Psychotherapeuten. Er hilft mir, mich zu verstehen, andere Menschen zu begreifen. Manchmal frage ich mich, warum ich überhaupt auf dieser Welt bin", sagte Berry damals.

Matthias Schweighöfer

Der Schauspieler Matthias Schweighöfer hat lange unter Flugangst gelitten. Der "Bild am Sonntag" sagte er 2018: "Ich habe eine gute Therapie gemacht, jetzt geht's."

Isabella Rosselini

Die Schauspielerin Isabella Rosselini konnte ihre Trennung von Regisseur David Lynch im Jahr 1990 nur mit Hilfe einer Therapie verarbeiten - und mit viel Zeit. Dem "Zeitmagazin" sagte sie 2010: "David war die größte Liebe meines Lebens. Und ich glaubte, er würde mich ebenso sehr lieben, aber offensichtlich war das ein Irrtum. Denn nach einigen Jahren ging er wegen einer anderen Frau." Damals habe sie mit Frauen gesprochen, denen das Gleiche passiert sei. "Und ich machte eine Therapie. Am meisten aber hat mir die Zeit geholfen. Diese Erfahrung hatte ich auch schon gemacht, als meine Eltern starben - dass es die Zeit ist, die heilt", sagte das ehemalige Supermodel. Dabei habe sie mit Lynch das Gefühl gehabt, dass sie eine glückliche Beziehung hätten. "Abgesehen vom gewaltigen Schmerz des Verlassenwerdens, war das Schlimmste für mich die Erfahrung, dass ich meiner Intuition nicht trauen konnte", sagte die Tochter von Filmemacher Roberto Rossellini und Schauspieler-Ikone Ingrid Bergman dem Magazin der Wochenzeitung "Die Zeit" weiter. 1985 hatte Isabella Rosselini den Regisseur Lynch vor den Dreharbeiten zu "Blue Velvet" kennengelernt. Er gab ihr in dem düsteren Film eine ihrer wichtigsten Rollen, die der Nachtclub-Sängerin Dorothy Vallens. "Nach Blue Velvet waren wir beide sehr traurig, dass die Dreharbeiten vorbei waren. Wir dachten, vielleicht steckt mehr dahinter, und so wurden wir ein Paar."

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