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Dass die schottischen Fans im fußballerischen "7. Himmel" sind, ist spätestens nach den Videos am Flughafen von Edinburgh bestens bekannt. Nun hat die "Tartan Army" in Boston, nachdem es zuvor Dudelsack-Sound gegeben hatte, nachgelegt.

Weil die Ticketpreise für den öffentlichen Nahverkehr sowie jene für das Parken am Boston Stadion, der Heimat der NFL-Franchise New England Patriots, zu hoch gewesen sind, hat man sich kurzerhand auf einem kreativen Weg Abhilfe geschaffen.

Einem ARD-Bericht zufolge organisierten schottische Anhänger einen Konvoi gelber Schulbusse. Der setzte die Fans in Stadionnähe auf dem Parkplatz einer Autovermietung ab, den der Betreiber zuvor kostengünstig bereitgestellt hatte.

Kinderkrankenhaus bekam Spende

Tickets für Bus und Parkplatz konnten am Ende für 40 Dollar (umgerechnet rund 34,50 Euro) angeboten werden. Allein einen Bus auf einem der offiziellen Stadionparkplätze abzustellen, hätte dem Bericht zufolge rund 600 Dollar gekostet. Ein Zugticket hätte 80 US-Dollar gekostet, eines für den regulären Bus 95 US-Dollar.

Am Ende kam bei der Aktion sogar noch Geld für einen guten Zweck zusammen: Denn ursprünglich war der Schulbus-Trip pro Fan mit einem Preis von 52 Dollar veranschlagt worden.

Den Differenzbetrag wollte aber keiner der schottischen Fans zurück. Das Geld wurde stattdessen für ein Kinderkrankenhaus am Startort Providence und für einen Dudelsack-Verein in den USA gespendet.

In der Debatte um Jürgen Klopps „Noch“-Spruch hat Ex-DFB-Nationalspieler Stefan Effenberg scharfe Kritik am Startrainer geäußert. „Das geht nicht, er spricht vor einem Millionen-Publikum.

Auch mit dem Lachen hinten raus …“, sagte der 57-Jährige in der Sport-1-Sendung „Doppelpass“ und ergänzte: „So einen Spruch kannst du mit einem Bierchen an der Bar machen, wenn du allein bist. Aber nicht vor einem Millionen-Publikum, das ist ein absolutes No-Go.“ 

"Noch" als Seitenhieb

Klopp und der frühere Fußball-Weltmeister Thomas Müller hatten bei der Übertragung des WM-Eröffnungsspiels am Donnerstag in ihrer Rolle als Experten bei MagentaTV für Aufsehen gesorgt.

Als es um die deutsche Aufstellung gegen Curaçao ging, sagte Klopp: „Zum Glück stellt Julian Nagelsmann die Mannschaft auf“ - und schob dann ein „noch“ hinterher. Müller reagierte sofort und sagte: „Kloppooooo. Wir haben Juni. Du bist schon im September.“

Beide amüsierten sich über den Dialog, der implizierte, dass Nagelsmann im September trotz des Vertrages bis nach der EM 2028 nicht mehr für die DFB-Elf verantwortlich sein könnte. Klopp gilt als heißer Kandidat auf den Bundestrainer-Posten, sollte Nagelsmann nach der WM nicht mehr im Amt sein.

Nagelsmann: „Nächste Frage“

Nagelsmann selbst reagierte auf die Sprüche von Klopp und Müller zu seiner Zukunft als Bundestrainer erst gar nicht - und später etwas ausweichend. „Gut, dann nächste Frage“, antwortete Nagelsmann auf eine Frage eines deutschen Reporters bei der Pressekonferenz vor dem WM-Auftakt der Nationalmannschaft gegen Curaçao in Houston zu den Aussagen des Duos.

Erst als ein englischer Boulevard-Journalist noch einmal nachhakte, ließ sich der Bundestrainer auf eine längere Antwort ein. „Seid ihr vom gleichen Verlag?“, scherzte der 38-Jährige zunächst, um dann auszuführen: „Ich denke, es ist nicht der richtige Weg für mich, über dieses Thema zu sprechen. Ich finde, es ist wichtig, dass jeder die Situation für sich selbst einschätzt. Ich habe meine Meinung und meinen Standpunkt, aber ich werde es euch nicht sagen“, sagte Nagelsmann auf Englisch.

Die 94. Ausgabe der 24 Stunden von Le Mans, einem der wichtigsten Langstrecken-Rennen der Welt, endet für Österreich mit einem verpassten Podium.

Den Gesamtsieg holt der Toyota rund um die beiden ehemaligen Formel-1-Piloten Kamui Kobayashi und Nyck de Vries sowie Mike Conway. Der Wahl-Bregenzer René Rast wird zusammen mit seinen BMW-Teamkollegen Robin Frijns und Sheldon van der Linde Zweiter. Rang drei geht an den zweiten Toyota mit den beiden Ex-F1-Fahrer Sébastien Buemi, Brendon Hartley und Ryō Hirakawa.

Österreichs einziger Hypercar-Pilot, Ferdinand Habsburg, belegt im Alpine zusammen mit António Félix da Costa und Charles Milesi den sechsten Gesamtplatz.

Schmid-Auto um zwei Sekunden nicht Dritter

In der LMGT3, der langsamsten Klasse beim Klassiker an der Sarthe, zittert Clemens Schmid zusammen mit Răzvan Umbrărescu. Denn in der Schlussphase pilotiert Teamkollege José María López den Akkodis-Lexus.

Trotz eines Kraftakts kann der Argentinier den auf Platz drei fahrenden Aston-Martin-Piloten Eduardo Barrichello, Sohn des ehemaligen Formel-1-Piloten Rubens, nicht mehr einfangen. Der Rückstand beträgt bei Zieleinfahrt 1,7 Sekunden. 

Klassenkollege Richard Lietz wird im Manthey-Porsche zusammen mit Riccardo Pera und Yasser Shahin 13. In der LMP2-Kategorie belegt der Proton-Oreca mit Horst Felbermayr Jr. sowie dessen Sohn Horst Felix und Lorenzo Fluxá den 14. Platz.

Schon nach dem ersten Match geraten die fußballverrückten Brasilianer etwas in Panik. Das 1:1, am Ende sogar glückliche Remis gegen Marokko war keine dringende Empfehlung auf den sechsten Weltmeistertitel.

24 Jahre ist es her, dass die Seleção zum bisher letzten Mal den WM-Pokal in die Höhe stemmen konnte. Das seit damals beste Ergebnis war eines, das ausgerechnet durch eine Schmach in Erinnerung geblieben ist – ausgerechnet bei der Heim-WM 2014 verlor man im Halbfinale gegen Deutschland 1:7 und wurde letztlich Vierter. Das Spiel um Platz drei hat stets den Beigeschmack eines Matches der Verlierer – aber nie war dieser so stark wie vor zwölf Jahren.

Nun wollte man sich nicht mit der Vergangenheit beschäftigen, sondern dem Land wieder Freude schenken, was auch in der Qualifikation nicht wirklich gelungen ist, stand kurzzeitig sogar eine WM-Teilnahme in Gefahr.

Gegen den WM-Vierten von 2022 lagen die Brasilianer zurück, Ismael Saibari (21.) brachte Marokko in Führung, ausgerechnet der oft kritisierte Real-Star Vinicius Junior schaffte elf Minuten später mit einem Traumtor den Ausgleich. Sonst war nicht viel zu sehen von den Südamerikanern, vor allem nach der Pause. Kolumnisten der Tageszeitung O Globo gingen hart ins Gericht und betonten, dass Brasilien die schlechtesten 45 Minuten seit jenem unheilvollen 1:7 geliefert habe.

Häme kommt nicht nur aus dem eigenen Land, auch der Erzrivale machte sich schon lustig. „Brasilien hat den Samba im Hotel gelassen“, urteilte die argentinische Zeitung Pagina12.

Freilich, wenn diese Ansichten auch übertrieben waren – lieb gewonnen haben die Fans ihr Team noch nicht. Vor allem wuchsen die Zweifel an den Ideen von Carlo Ancelotti, der die lange Leidenszeit der Brasilianer nach 24 Jahren beenden soll. Der Starcoach reagierte ganz gelassen - und beruhigte die Anhänger. Eine Weltmeisterschaft, betonte der 67-Jährige, „gewinnt man nicht mit dem ersten Spiel“.

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