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Wie viel Unterschied ein paar Stunden machen können. Am Montagvormittag flossen bei Elina Stary noch Tränen. Auf Kurs zu Bronze im Super-G der sehbeeinträchtigten Skifahrerinnen bei den Paralympics in Cortina legte die 19-Jährige kurz vor dem Ziel einen wilden Sturz hin. Stary blieb unverletzt, nach der ersten Enttäuschung war schon wieder der Kampfgeist geweckt.

Wenige Stunden später sah die Ski-Welt dann auch schon wieder ganz anders aus. Stary legte beim Super-G des ersten Durchgangs der Kombination einen sauberen Lauf hin, verschaffte sich mit Zwischenrang drei eine gute Ausgangsposition für den Slalom. Wo sie sie sich dann am Ende Bronze sicherte. Für sie ging damit ein Lebenstraum in Erfüllung. Gold ging an Teamkollegin Veronika Aigner (und Guide Lilly Sammer), die ihre bereits dritte Medaille bei diesen Winterspielen einfuhr.

Nach Platz acht im Super-G im Stehend-Bewerb der Paralympics in Cortina war Thomas Grochar noch enttäuscht. „Zu viel Brechstange, zu viele Fehler“, haderte der 32-Jährige danach. Acht Zehntel fehlten auf Bronze. „Die finde ich locker“, war der Kärntner überzeugt.

Gesagt, getan. Am Tag darauf, im Super-G-Bewerb der Super-Kombination, erwischte es Grochar besser, belohnte sich mit Zwischenrang zwei. Nur der Russe Alexej Bugaew war deutlich schneller, er ging mit 1,25 Sekunden Vorsprung auf Grochar in den Slalom. Dort behielt der Routinier dann die Nerven. Was nicht selbstverständlich war. Der Kärntner hatte im Slalom-Weltcup heuer bislang nur ein Top-4-Ergebnis auf der Haben-Seite, in fünf Rennen schied er drei Mal aus. 

Grochar in Feierlaune

Auf der Tofana lief es besser. Grochar brachte den Slalom ins Ziel, durchlebte dann ein Wellental der Gefühle. Erst rutschte er auf Platz drei zurück. Der Frust war groß, rechnete er doch da schon fix mit dem undankbaren vierten Rang. Es kam anders. Der führende Russe Bugaew schied aus, davon bekam Grochar erst gar nichts mit. Er gewann Bronze.

Österreichs Para-Alpinski-Team jubelte bei den paralympischen Kombinationsbewerben in Cortina d'Ampezzo am Dienstag über die nächsten Medaillen. In der Klasse der sehbeeinträchtigten Frauen gab es gleich zwei Mal Edelmetall.

Den Sieg und damit die bereits zweite Gold-Medaille bei diesen Winterspielen sicherte sich überlegen Veronika Aigner mit Guide Lilly Sammer. Sie verwiesen die Italienerinnen Chiara Mazzel und Nicola Cotti Cottini auf Rang zwei.

Den größten Auftritt ihrer Karriere hatte Christina Ager als Teenager. Als die junge Tiroler Skiläuferin bei der Premiere der Youth Games 2012 in Innsbruck den Olympischen Eid sprechen sollte. 

Und Ager damals vor Weltpublikum ein lautes, aber umso sympathischeres "Scheiße" entfuhr, weil sie den Text vergessen hatte.

14 Jahre nach diesem denkwürdigen Versprecher hat Christina Ager, die sich auf ihrer Homepage "das Mädchen von der Alm" nennt, ihre Rennläufer-Karriere beendet. Nach exakt 100 Starts im Weltcup.

Bei den Langlaufwettbewerben der Paralympischen Spiele in Italien treffen erstmals auf paralympischer Bühne wieder russische und ukrainischen Athletinnen und Athleten in Rennen direkt aufeinander. 

In der Sprint-Qualifikation der sitzenden Männer im italienischen Tesero ging der Russe Ivan Golubkov ebenso wie fünf Athleten aus der Ukraine ins Rennen.

Ukranische Dominanz bei den Herren

Die Ukrainer, die bislang die Nordischen Bewerbe dominieren, gingen dabei auch als klare Sieger hervor. Während sich alle fünf Ukrainer für das Halbfinale qualifizierten, hatte Golubkov als 19. keine Chance. Zwei Ukrainer schafften es dann auch ins Finale: Pavlo Bal sowie Oleksandr Aleksyk.

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