Sport
14.08.2017

Zverev schlägt Federer und überholt Thiem

Der Deutsche siegte im Finale von Montreal souverän und setzt sich sowohl in der Weltrangliste als auch im Race to London vor Dominic Thiem.

"Die Zukunft hat begonnen", verkündete Boris Becker nach dem Finale des ATP-1000-Turniers in Montreal. Der Hoffnungsträger des Deutschen: Der 20-jährige Hamburger Alexander Zverev, eines der größten Talente der Tenniswelt und seit Sonntag zweimaliger Sieger bei einem Masters-Turnier.

Dieser traf im Finale des Wettbewerbs auf den mit zwei Grand-Slam-Siegen in dieser Saison groß aufspielenden Roger Federer - und ließ der Nummer drei der Welt keine Chance. Nach 68 Minuten Spielzeit musste sich Federer geschlagen geben, Zverev hatte seinen ersten Matchball genutzt und mit 6:3, 6:4 gewonnen.

Sechs Asse im Ärmel

„Selbstvertrauen kann dich weit bringen. Und wenn man sich physisch gut fühlt und man mental bereit ist, zu kämpfen, hat man viele Asse im Ärmel“, hatte Zverev vor der Partie gesagt. Diese Asse konnte der Deutsche nicht nur im sprichwörtlichen Sinne abrufen: Sechs mal gelang ihm ein für Federer unerreichbarer Aufschlag.

Auch der Schweizer zollte den Leistungen des 20-Jährigen Tribut: Er sei in "beeindruckender Form", so Federer. Diese zeigt sich auch in der ATP-Weltrangliste: Zverev überholt Dominic Thiem und liegt - zum ersten Mal in seiner Karriere - auf dem siebenten Platz. Auch im Race to London schiebt sich der Deutsche vor den Österreicher und nimmt dessen Platz hinter Federer und Nadal ein. Zverev ist endgültlig an der Weltspitze angekommen, bei den in zwei Wochen beginnenden US Open zählt er zum Favoritenkreis.

Nun wartet Ohio

Zuerst geht es jedoch sowohl für den Hamburger als auch für Thiem beim ATP-1000-Turnier in Cincinnati, Ohio, um den nächsten Masters-Titel. Beide starten im Sechzehntelfinale in das Turnier, Thiem trifft dort entweder auf Fabio Fognini, seines Zeichens die Nummer 25 der Welt, oder auf das 21-jährige Talent Daniil Medvedev. Dieser bezwang in Washington Grigor Dimitrov und in Wimbledon Stan Wawrinka und liegt derzeit auf Rang 51 der Weltrangliste.

In Cincinnati könnte sich Thiem seinen siebenten Platz in der Weltrangliste zurückholen, auch Federer und Nadal haben die Chance, sich im Ranking zu verbessern. Nachdem Letzterer mit seinem Achtelfinalaus in Montreal den Sprung auf Platz eins verfehlt hatte, kann er dies in Ohio nachholen: Der Spanier liegt rund 200 Punkte hinter dem angeschlagenen Andy Murray, der in Cincinnati nicht antritt. Auch Federer hatte unlängst seine Ambition verkündet, den ersten Rang zu erobern: "Mit 36 Jahren die Nummer eins zu sein, wäre schon sehr speziell", so der Schweizer. Zu einem Aufeinandertreffen der beiden könnte es erst im Finale kommen.

Die Top Ten der ATP-Weltrangliste:

1. Andy Murray (7.750 Punkte)

2. Rafael Nadal (7.555)

3. Roger Federer (7.145)

4. Stan Wawrinka (5.780)

5. Novak Djokovic (5.325)

6. Marin Cilic (5.155)

7. Alexander Zverev (4.470)

8. Dominic Thiem (4.030)

9. Kei Nishikori (3.285)

10. Milos Raonic (3.230)

Außerdem:

129. Sebastian Ofner (438)

134. Gerald Melzer (420)

149. Jürgen Melzer (376)

Race to London:

1. Rafael Nadal (7.185), fix qualifiziert

2. Roger Federer (7.145), fix qualifiziert

3. Alexander Zverev (4.165)

4. Dominic Thiem (3.355)

5. Stan Wawrinka (3.150)

6. Marin Cilic (2.905)

7. Novak Djokovic (2.585)

8. Andy Murray (2.290)