Sport 04.04.2012

Woods vor US-Masters zurück im Favoritenkreis

© Bild: Copyright 2012, Austria Presse Agentur, Wien, Österreich, alle Rechte vorbehalten

Golf-Superstar Tiger Woods ist für das 76. US-Masters in den Favoritenkreis zurückgekehrt.

Für den US-Amerikaner geht es ab Donnerstag um seinen 15. Major-Titel, seit seinem Sieg vor zwei Wochen beim "Arnold Palmer Invitational" strotzt er auch vor Selbstvertrauen. Es war sein erster Sieg nach 923 Tagen. Beim britischen Buchmacher Ladbrokes wurde Woods daraufhin prompt zum ersten Sieganwärter.

Die neue Euphorie um ihn kann den 36-Jährigen nicht aus der Fassung bringen, er ist den Hype gewohnt. Sichtlich entspannt und gut gelaunt stimmte er sich mit einer lockeren Trainingsrunde über neun Löcher auf den ersten Saison-Höhepunkt ein. Mit seinem fünften Triumph in Augusta würde er nur noch einen Erfolg hinter Rekordsieger Jack Nicklaus liegen. Die von allen Seiten geäußerten riesigen Erwartungen prallen an ihm aber ab.

Als Woods auf der Anlage auftauchte, kreischten die Fans wie früher. Woods hat sich bei seinem 16. Antreten an der Magnolia Lane auch viel vorgenommen. Er hat sein Leben geordnet, mit Joe LaCava und Sean Foley sind sein Caddie und Coach neu, damit auch sein Spiel wiedergefunden. "Ich fühle mich großartig, keine Schmerzen oder Wehwehchen", sagte der Kalifornier. Zuletzt hatte er noch Achillessehnenprobleme gehabt.

Auch die Ehrfurcht der Rivalen ist vor dem im "Augusta National Golf Club" gespielten Turnier zurück. Der Schotte Colin Montgomery war nach dem jüngsten Woods-Sieg beeindruckt: "Das war wieder der alte Tiger." Der kann die schnellen, unberechenbaren Grüns des Par-72-Kurses besser lesen als die meisten anderen und nach einer erneuten Schwungumstellung ist auch die Genauigkeit in seinem langen Spiel zurückgekehrt.

Selbst Golf-Legende Jack Nicklaus, inzwischen 72 und mit 18 Major-Siegen noch immer der erfolgreichste Golfer der Geschichte, schwärmte wieder vom einzigartigen Golfer Tiger Woods. Es wäre töricht, den Tiger nicht zum engsten Favoritenkreis zu zählen. Die "Chicago Tribune" erwartet ein unvergessliches Duell der Generationen zwischen Woods und dem nordirischen Weltranglisten-Zweiten Rory McIlroy.

Seit dem US Open 2008 hat Woods allerdings kein Major mehr gewonnen. Der Sport-Milliardär musste Demut lernen, als seine außerehelichen Skandale nach einem Autounfall am 27. November 2009 bekanntgeworden waren. Er nahm eine viermonatige Auszeit, begab sich in Therapie wegen angeblicher Sexsucht und verlor einige Sponsorenverträge. Zu seiner verzweifelten Formsuche kam der erbarmungslose Spott der Öffentlichkeit.

Der Weltranglisten-Siebente schätzt McIlroy auch sehr stark ein, nicht nur für das Masters. Der Brite hat in Augusta viel gutzumachen. Im Vorjahr war er vor dem Schlusstag mit vier Schlägen Vorsprung vorangelegen, landete letztlich aber nach einer 80er-Runde nur auf Rang 15. Zwei Monate später hat der Freund des dänischen Tennis-Asses Caroline Wozniacki jedoch die US Open gewonnen, wurde später auch zur Nummer eins.

"Er hat alles, was es zu einem großen Champions braucht", meinte Woods über McIlroy. "Er muss nur mehr Erfahrung bekommen, aber die kommt durch jedes Turnier." Der Gelobte hatte auch nur gute Worte für Woods: "Ich denke, es ist großartig für das Turnier und den Sport, dass er wieder gut spielt. Viele wollen ihn mit den meisten Major-Titeln Geschichte schreiben sehen, und er scheint auf einem guten Weg dorthin."

Aber natürlich gibt es eine Reihe anderer Sieganwärter, allen voran die beiden Engländer Luke Donald und Lee Westwood. Für die Nummern eins und drei der Weltrangliste geht es darum, jeweils erstmals das berühmte "grüne Jacket" zu holen. Der Südafrikaner ist Charl Schwartzel ist nach seinem Vorjahressieg hingegen wieder Außenseiter. Er wäre der vierte erfolgreiche Titelverteidiger nach Nicklaus, Nick Faldo (ENG) und Woods.

Erstellt am 04.04.2012