Die Schanzen in Pyeongchang sind Neuland für die Weltcup-Stars.

© APA/AFP/JUNG YEON-JE

Skispringen
02/15/2017

WM-Generalprobe im Zeichen von Olympia

Eine Woche vor der WM in Lahti starten alle Stars in Korea – da keiner die Anlagen in Pyeongchang kennt.

von Christoph Geiler

Natürlich kennt auch Stefan Kraft die legendäre Geschichte aus Pyeongchang. Jeder, der im Skispringen tätig ist. Es ist eine Geschichte, die am Schanzentisch gerne zum Besten gegeben wird, wenn die Rede wieder einmal auf Olympia 2018 in Südkorea kommt. Es ist ja auch kurios, wenn ein Athlet (Balthasar Schneider) beim Kontinentalcup der Skispringer in den Ratrac steigen muss, da sich keiner der koreanischen Pistenarbeiter traut, mit dem Gerät über den steilen Schanzenauslauf zu fahren.

Sechs Jahre später ist in Pyeongchang von Anfängerfehlern und Kinderkrankheiten nichts mehr zu bemerken. Davon können sich gerade die Skispringer ein Bild machen, die am Mittwoch (12 Uhr, live in ORFeins) und am Donnerstag (13 Uhr) in Korea ihre Olympia-Generalprobe absolvieren, die zugleich der letzte Formtest für die WM ist.

Jungfernsprünge

Die Aussicht auf Sprünge auf den unbekannten Olympia-Bakken lockte praktisch alle Stars der Schanzen-Szene nach Asien, auch wenn in der kommenden Woche bereits die WM in Lahti wartet. "Wir wollen ja lernen fürs nächste Jahr", erklärt Cheftrainer Heinz Kuttin. "Damit wir gut aufgestellt sind und auch wissen, was bei Olympia auf uns zukommt."

Für die Athleten bedeutet das: Mehr Stress und mehr Sprünge als sonst üblich vor Weltcupbewerben. So absolvierten die Österreicher und andere Nationen vor dem Training und der Qualifikation für den heutigen Bewerb auf der Großschanze noch eine Einheit auf der kleinen Anlage. "Weil ich noch nie dort war und die Schanzen nicht kenne", erklärt Stefan Kraft.

Der Weltcup-Zweite, der in sieben der letzten acht Bewerbe auf dem Stockerl gelandet war, fühlt sich in Pyeongchang offenbar heimisch. Auf dem kleinen Bakken sorgte der 23-jährige Pongauer prompt für die Höchstweite (106,5 Meter), und die große Schanze liegt Kraft ohnehin. "Weil es eine typische Fliegerschanze ist", erklärt Cheftrainer Kuttin.

Verzichtserklärung

Während die ÖSV-Herren in voller Besetzung nach Korea gereist sind – es fehlen nur der verletzte Gregor Schlierenzauer und Routinier Andreas Kofler, der sich auf die WM vorbereitet – verzichteten Österreichs Springerinnen auf die Olympia-Generalprobe, die ebenfalls heute und morgen in Pyeongchang stattfindet. Eine Woche vor der WM in Lahti wollte Damen-Cheftrainer Andreas Felder seinen Athletinnen den weiten Trip nach Fernost nicht antun.

Zuvor hatten sich auch bereits Österreichs Langläufer die Bewerbe in Korea erspart. "Es hätte so knapp vor der WM keinen Sinn gemacht. Wir haben im nächsten Jahr genug Zeit, die Loipen kennenzulernen", erklärt Teresa Stadlober.

Außerdem: So steil sind die Strecken nicht, dass ein Langläufer als Lenker für das Loipengerät benötigt werden müsste.

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