Sport | Wintersport
19.01.2012

Wiedervereinigung der Eishockey-Brüder

Der Freizeit-Künstler Philippe und Bruder André, der Weltenbummler, spielen wieder gemeinsam bei den Vienna Capitals.

Sie sind wieder vereint. Die Brüder Philippe, der in seiner Freizeit gerne den Eishockeyschläger gegen den Pinsel tauscht und André Lakos, der in den letzten fünf Jahren in fünf verschiedenen Ländern spielte.

Siebeneinhalb Jahre, nachdem André die Vienna Capitals in Richtung USA verlassen hat, ist er am Mittwoch zurückgekehrt. Und damit ist er auch wieder Teamkollege seines Bruders Philippe. Ein schlagkräftiges Duo, mit dem es schon heute die Black Wings Linz zu tun bekommen. Im letzten Spiel des Grunddurchgangs geht es für die Wiener noch um zwei wichtige Punkte, die ihnen in der Endabrechnung zumindest Platz acht und zwei Bonuspunkte für die Play-off-Qualifikationsrunde bescheren sollen.

André war sichtlich müde nach seinem ersten Training. Kein Wunder, ist er doch nach einer achtstündigen Fahrt von Köln nach Wien erst um fünf Uhr Morgens in seiner Heimatstadt angekommen. Die Freude über die Heimkehr nach Jahren der Wanderschaft durch die USA, Schweden, Russland, Salzburg und Deutschland rückte die Erschöpfung aber in den Hintergrund. "Meine Frau bekommt im April unser zweites Kind. Wir haben schon im Sommer überlegt, nach Wien zurückzukehren. Ich bin froh, dass ich jetzt endlich zur Ruhe komme."

Wiedersehen

Es war ein vertrautes Gefühl, als Lakos gestern die Arena in Kagran betrat. „Ich kenne den Großteil der Mannschaft, den Trainer und auch noch viele Fans. Es gibt nichts besseres, als zu Hause zu spielen“, sagt der 111-fache Internationale, der eine Wohnung direkt neben der Halle hat.

Lakos hat viel gesehen. "In meiner gesamten Karriere war es in Wien am schönsten", erinnert er sich an seine erste Capitals-Zeit von 2002 bis 2004. "Die sportlichen Highlights waren aber Färjestad und Tscheljabinsk.“ Geht es nach ihm, soll noch ein Highlight folgen. "Mein Ziel war immer, in Wien Meister zu werden. Wenn ich das erreicht habe, kann ich aufhören."

Zunächst folgt aber ein Neustart mit alten Bekannten. Dazu zählt auch Coach Tommy Samuelsson, der Lakos 2007/’08 bei Färjestad coachte. "André hat in Schweden gut gespielt. Leider fiel er mit einem Kieferbruch aus. Er und Tommy Pöck sind Österreichs beste Verteidiger." Rosen, die Lakos sofort zurückwirft. "Samuelsson ist ein toller Trainer und ein toller Mensch. Man kann mit ihm über alles reden. Das zeichnet einen Spitzencoach auch aus."

Respekt & Angst

Gemeinsam mit Samuelsson hat Lakos einiges vor: "Wenn jetzt ein Ruck durch die Mannschaft geht, dann werden wir im Play-off richtig gefährlich sein. Dann werden einige Respekt und Angst vor uns haben und nicht gegen uns spielen wollen."

Die Entlassungen der Legionäre Lupaschuk und Kavanagh sieht Lakos als Chance: "Es ist ein Zeichen an alle, dass niemand einen Fixplatz hat und ab sofort jeder seine Leistung bringen muss."






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