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10.09.2017

Wiedersehen zwischen Meister Capitals und KAC

Beim ersten Heimspiel ziehen die Vienna Capitals den Meisterbanner ans Dach.

In Nordamerika ist es Tradition, in Österreich wird es eventuell als Provokation gewertet. Kurz vor dem heutigen Spielbeginn zwischen den Vienna Capitals und dem KAC (17.45 Uhr, live ServusTV) ziehen die Wiener ihren Meisterbanner ans Hallendach. Es ist erst der zweite überdimensionale Wimpel in Wien, der an den Gewinn der Meisterschaft erinnern soll.

Der Finalausgang von 0:4 hat den Klagenfurtern weh getan – auch, wenn die Capitals nach ihren starken Leistungen zuvor die Favoriten waren. Zwölf Siege in zwölf Play-off-Spielen gegen Innsbruck, Bozen und Klagenfurt waren ein noch nie nicht erreichter Wert.

Die Feierlichkeiten beim ersten Liga-Heimspiel seit dem Titelgewinn am 7. April in Klagenfurt sind aber eher für die Fans, als für die Mannschaft. Denn Capitals-Trainer Serge Aubin ist heuer nicht nur Coach, sondern auch Mentalbetreuer, der verhindern soll, dass die Spieler nach dem Meistertitel ihren Hunger verlieren. Als solcher betont er gerne, dass der Titel 2017 Geschichte ist und nichts mit der heurigen Saison zu tun hat.

Beschleunigte Wiener

Der heutige Vergleich mit dem Vizemeister und Titel-Mitfavoriten ist aber richtungsweisend, ob die Capitals mit ihrer zurückhaltenden Transferpolitik Recht hatten. Nur zwei Spieler wurden verpflichtet, drei verließen die Caps. Das erste Spiel am Freitag verlief für die Wiener erfreulich. Doch Aussagekraft hatte das ungleiche Duell mit Fehervar nicht. Die Ungarn waren beim 1:9 im Heimspiel gegen die Wiener wirklich schlecht.

Gelernt haben die Wiener offenbar aus den Spielen der Champions Hockey League. Drei der vier Partien haben die Capitals verloren. Besonders die erste Niederlage (4:5 n.V. beim weißrussischen Meister Grodno) dürfte einige wach gerüttelt haben. Alle Spieler, mit denen man darüber spricht, ziehen die Augenbrauen hoch, sagen, dass sie wirklich grottenschlecht waren und Trainer Aubin richtig böse war.

Beim KAC verlief der Sommer ähnlich ruhig. Mit Steve Walker (44) kam ein neuer und junger Trainer mit einer beeindruckenden Spielerkarriere. Das Team wurde mit Rheault (Visp), Talbot (Berlin) und Regehr (München) gezielt verstärkt. "Es wird ein Duell auf Augenhöhe. Jeder kleinste Fehler kann entscheidend sein", warnt Aubin davor, den Ergebnissen der ersten Runde zu große Bedeutung zu geben.

Entschleunigter KAC

Im Gegensatz zu den Wienern starteten die Klagenfurter mit null Punkten in die Saison. Graz gelang am Freitag mit zwei späten Treffern ein 4:2-Erfolg in Klagenfurt. "Entscheidend waren die beiden Grazer Powerplaytreffer", resümierte Walker. Der Coach bemängelte, dass es sein Team nicht schaffte, das Tempo aus der Champions Hockey League auch gegen Graz auf das Eis zu bringen. "Wir haben uns leider angepasst."

Auftaktniederlagen ausmerzen wollen am Sonntag auch Linz im Heimspiel gegen Bozen und Salzburg in Znaim. Die Salzburger sind nach dem 3:2 der Znaimer gegen Linz gewarnt. . "Wir dürfen sie nicht so viel kontern lassen", sagte Stürmer Alexander Rauchenwald nach der 3:4-Niederlage gegen Dornbirn.